OBERSCHWAPPACH

Von Columbus bis Lampedusa

Gerhard Nerowski aus Königsberg ist einer der beiden Künstler, die sich mit der Ausstellung „1492 bis Lampedusa“ mit den Themen Menschenrechte, Unterdrückung und Not befassen. Die Ausstellung startet am Sonntag, 19. April, im Schloss Oberschwappach.
Gerhard Nerowski aus Königsberg ist einer der beiden Künstler, die sich mit der Ausstellung „1492 bis Lampedusa“ mit den Themen Menschenrechte, Unterdrückung und Not befassen. Die Ausstellung startet am Sonntag, 19. April, im Schloss Oberschwappach. Foto: Sabine Meissner

„1492 bis Lampedusa“ lautet der Titel einer Kunstausstellung mit aktueller Thematik im Schloss Oberschwappach. Menschenrechte, Unterdrückung und Not seit der Entdeckung der „Neuen Welt“ durch Columbus bis hin zur aktuellen Situation von Flüchtlingen sind Probleme, mit denen sich die Ausstellung ab kommenden Sonntag, 19. April, befasst.

Ernst J. Herlet aus Schweinfurt und Gerhard Nerowski aus Königsberg zeigen Skulpturen, Malereien und Installationen zu diesen Themen. Der Bogen spannt sich von der Entdeckung Amerikas bis hin zur Neuzeit. Dabei sollen soziale Inhalte wie Versklavung, Lebensumstände in Slums, Müllexport und Erpressung von ehemaligen Kolonialstaaten künstlerisch aufgezeigt werden. Initiator der Ausstellung ist Ernst J. Herlet, der sich jahrzehntelang mit dieser Problematik beschäftigt, auf die er insbesondere während seiner zahlreichen Reisen nach Asien aufmerksam wurde. Das Leben von Menschen anderer Kulturen unter schwierigen sozialen Bedingungen betrachtet er als wichtigstes Thema seiner künstlerischen Tätigkeit. Herlet hat seinen Künstlerkollegen Nerowski eingeladen, sich an der Ausstellung zu beteiligen.

Mit einer Vernissage im Schloss eröffnet Egon A. Stumpf die Ausstellung am Samstag, 18. April, um 18.00 Uhr und gibt eine Einführung zum Schaffen beider Künstler. Herlet und Nerowski legen ihrer Schau eine These zugrunde: „Die Entdeckung der Neuen Welt zerstörte und zerstört durch imperialistische Haltung der Mächtigen permanent regionale Kulturen und führt zu Armut, Not, Unterdrückung und Flucht.“

Veranstalter der Ausstellung, die bis zum 14. Juni zu sehen ein wird, sind die Gemeinde Knetzgau, die „Galerie im Saal“, die Vhs Landkreis Haßberge und der Kulturverein „Museum Schloss Oberschwappach“.

Die Ausstellung wird an Sonn- und Feiertagen von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet sein. Am 3. Mai und am 14. Juni finden jeweils um 14.00 Uhr Führungen statt. Dazu gibt es im Schloss ein umfangreiches Begleitprogramm. Dieses startet am Freitag, 24. April, um 19.30 Uhr im Spiegelsaal mit einem Vortrag von Wolfgang Kugehl zum Thema „Wir treten für Menschenrechte ein“. Der Referent beschäftigt sich mit der Arbeit von „Amnesty International“ und der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen“. Bei dieser kostenfreien Veranstaltung besteht die Möglichkeit, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Am Mittwoch, 6. Mai, folgt um 19.30 Uhr im Spiegelsaal die Theateraufführung des Schauspiels „Dreck“ von Robert Schneider, gespielt von Autor, Theater- und TV-Schauspieler Mathias Kopetzky. Der Mittwoch, 20. Mai, steht ab 19.30 Uhr im Pfarrsaal Oberschwappach im Zeichen des Films „Die Farbe des Ozeans“. Der Film zeigt „die Absurdität des Nebeneinanders von Urlaubsparadies und harter Realität“ mit Blick auf die Situation von Flüchtlingen. Die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Pfarrei Oberschwappach ist kostenfrei.

Eine Gesprächsrunde „Asyl“ findet statt am Sonntag, 14. Juni, um 17.00 Uhr im Spiegelsaal. Franz Hümmer (Regierung Unterfranken) Stefan Paulus (Bürgermeister von Knetzgau) sowie Vertreter des Freundeskreises Asyl und des Caritasverbandes Haßberge stellen sich der Frage, was Menschen erlebt haben, die in Deutschland um Asyl bitten, wie ihre Situation im Landkreis Haßberge ist und welche Perspektiven sich für sie auftun.

Menschen beider Seiten – Asylbewerber und haupt- und nebenamtliche Helfer sozialer Einrichtungen – sollen bei dieser kostenfreien Veranstaltung zu Wort kommen. Die Gesprächsrunde wird moderiert von Dr. Martin Sage, Redaktionsleiter des Haßfurter Tagblatts.

„Ketten“ heißt diese Arbeit von Gerhard Nerowski, die ab Sonntag auf Schloss Oberschwappach zu sehen sein wird.
„Ketten“ heißt diese Arbeit von Gerhard Nerowski, die ab Sonntag auf Schloss Oberschwappach zu sehen sein wird. Foto: Sabine Meissner

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