BUNDORF

Warum Bundorf kein Geld für Zuschüsse hat

Der frisch sanierte Gewölbekeller unter dem Stöckacher Gemeinschaftshaus lädt zum Feiern ein. Hier hatten die Stöckacher enorm Hand angelegt. Die gesamte Sanierung erfolgte in Eigenleistung. Die Gemeinde unterstützte hier nur beim verwendeten Material. Foto: Stefanie Brantner

Die Gemeinderatssitzung, der Gemeinde Bundorf, startete am Dorfweiher, in Stöckach. Wie Bürgermeister Hubert Endres erläuterte, frisst sich der See sukzessive in den Uferbereich. Zwischenzeitlich ist das Ufer derart unterspült, dass ein Anlieger um seinen Grund fürchtet. Auch in Richtung Straße gelte es das Ufer neu zu gestalten und zu befestigen. Eine Herkulesaufgabe, die finanziell für die klamme Gemeinde kaum zu schultern ist. Bürgermeister Endres hofft daher auf Zuschüsse, entsprechende Anträge sollen gestellt werden.

Viel Eigenleistung der Stöckacher

Der zweite Besichtigungspunkt der Räte war der frisch sanierte Gewölbekeller unter dem Stöckacher Gemeinschaftshaus. Hier hatten die Stöckacher enorm Hand angelegt. Die gesamte Sanierung erfolgte nämlich in Eigenleistung. Die Gemeinde unterstützte hier nur beim verwendeten Material.

Am Ratstisch angekommen, wartete Förster Bernhard Streck mit dem Jahresbetriebsplan 2019 und Jahresbetriebsnachweis 2018 für den Gemeindewald auf. Hier gab es vom Förster eigentlich nur Hiobsbotschaften. Der Gemeindewald, der kleinste im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim, ist zudem in mehrere Teilstücke zersplittert, was die Bewirtschaftung nicht erleichtert. Die extreme Wetterlage im vergangenen Sommer – der Klimawandel allgemein und vor allem der Kampf gegen den Borkenkäfer hat seinen Tribut gefordert und wird es weiter tun. Das wurde durch die Ausführungen Strecks mehr als deutlich.

103 Festmeter Käferholz sind in vier Abteilungen des Gemeindewalds angefallen. Alle vorgesehenen Pflanzungen wurden wegen der Trockenheit zurückgestellt. Konnte man im vergangenen Jahr noch 124 Festmeter regulären Einschlag durchführen, so sei für dieses Jahr gar kein Einschlag mehr geplant. Der Holzpreis ist am Boden.

Ein weiteres Problem sei, dass man einfach nicht genügend Kapazitäten habe, was die Aufarbeitung des Käferholzes betrifft, so Streck. Zudem habe man es mit dem Kupferstecher zu tun. Eine Käferart, die die Kronen bis in die feinen Äste besiedelt. Man könne also nichts liegen lassen. Auch wisse man kaum mehr, welche Baumarten überhaupt gepflanzt werden sollten – welche Baumarten mit dem Klimawandel am besten zurechtkommen. Für dieses Wirtschaftsjahr rechnet Streck jedenfalls auch nicht mit einem Gewinn, sondern dem Gegenteil. Eventuell werde man sich schon in naher Zukunft nicht mehr mit der Waldbewirtschaftung beschäftigen, sondern nur noch mit dem Waldschutz. Das Gremium segnete den Jahresbetriebsplan 2019 und Jahresbetriebsnachweis für 2018 ab.

Fast bis ins Detail führte Kämmerer Georg Metzger, von der VG Hofheim, dem Gremium den Antrag auf Stabilisierungshilfe aus. Die Gemeinde erfülle die maßgeblichen Kriterien, wie finanzielle Härte, strukturelle Härte und Konsolidierungswille. Metzger bedauerte, dass im Antrag die VG-Umlage und die Schulverbandsumlage nicht berücksichtigt würden. Nur die Ausgaben für die Kreisumlage würden zur Beurteilung herangezogen. Das Gremium stimmte dem Antrag auf Bedarfszuweisung für 2019 und Folgejahre, um der finanziellen Schieflage der Gemeinde entgegenzuwirken, zu.

In diesem Zusammenhang war auch über drei Anträge zu entscheiden. Bei der Kirche in Neuses, in Bundorf und Kimmelsbach stehen Renovierungsarbeiten an.

Keine Förderung derzeit möglich

Die jeweiligen Pfarrgemeinden baten um Zustimmung zum Baubeginn, ohne, dass sie dadurch die Möglichkeit einen Förderantrag zu stellen, verlieren. Die finanzielle Situation der Gemeinde, die derzeit keine Förderung der Sanierungsarbeiten zulässt, ist bekannt.

Das Ratsgremium stimmte einem Baubeginn in allen drei Fällen zu. Alle Pfarrgemeinden können später nochmals einen Antrag auf Förderung stellen, allerdings ein Anrecht auf eine Bezuschussung ergibt sich daraus nicht.

Bezüglich der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Sondergebietes „Solar Galgen 2“, in der Gemarkung Stöckach, verlas Bürgermeister Endres die Bedenken und Anregungen der Träger öffentlicher Belange. Im Anschluss stimmte das Ratsgremium der Auslegung zu. (bra)

Der Dorfweiher, in Stöckach ist in Gemeindebesitz. Wie Bürgermeister Hubert Endres den Ratsmitgliedern erläuterte, friss... Foto: Stefanie Brantner

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