KÖNIGSBERG

Warum Gemeindereferent Markus Fastenmeier Königsberg verlässt

Markus Fastenmeier wird zum 1. September Ausbildungsreferent der Diözese Würzburg. Foto: Gerold Snater

Bis auf den letzten Platz war am Samstagabend die St. Josefskirche in Königsberg besetzt, denn viele Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinden St. Josef Königsberg und St. Johannes Unterhohenried, in denen Markus Fastenmeier vor allem wirkte, wollten beim Abschied von Markus Fastenmeier dabei sein. Nach zehn Jahren verlässt er den Haßbergkreis zum 1. September.

Es waren aber auch viele Gläubige aus anderen Kirchengemeinden und zahlreiche evangelische Christen, die den letzten Gottesdienst besuchen wollten, den Markus Fastenmeier in Königsberg hielt. Der zahlreiche Besuch war auch ein Zeichen für das Ansehen und seine Beliebtheit, die der Gemeindereferent in den Jahren seines Wirkens bei den Christen beider Konfessionen gewinnen konnte.

Die Ökumene war in Königsberg zusammen mit Pfarrer Peter Hohlweg ein wichtiger Baustein seines Wirkens. Darauf ging der evangelische Geistliche auch in einem Grußwort am Ende des Gottesdienstes besonders ein: „Nicht allein die katholische Gemeinde hier und andernorts, sondern auch die evangelischen Christen und so viele andere sind Dir zu großem Dank verpflichtet. Besonders bin ich es und ich möchte es in dieser Stunde zum Ausdruck bringen. Ich durfte von Dir sehr viel lernen, was es heißt katholisch zu sein und entdeckte doch dabei so viele Gemeinsamkeiten über die Konfessionsgrenzen hinweg. Ich durfte auch sonst viel von Dir lernen, so dass ich nicht verwundert bin, dass Du nun Deine Erfahrung an junge Menschen weitergibst. Ich glaube, da bist Du gut aufgehoben.“

Er hat Ökumene gelebt

Dass Markus Fastenmeier auch der evangelischen Seite viel bedeutete, zeigte sich darin, dass die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes durch Pastoralreferent und Kantor Johannes Eirich an der Orgel, der Mini-Band St. Josef, dem ökumenischen Kirchenchor und auch vom evangelischen Posaunenchor Königsberg unter Leitung von Wolfgang Fischer erbracht wurde.

Diesen, seinen letzten Gottesdienst in Königsberg, wollte Markus Fastenmeier als einen ganz gewöhnlichen und keinen besonderen Gottesdienst feiern: „Denn das Wort Gottes bringt uns immer etwas!“, meinte er zu Beginn seiner Begrüßung der vielen Gottesdienstbesucher, worüber er sich sehr freute. Er wollte auch keine Änderung, obwohl sich die Lesung zum 17. Sonntag im Jahreskreis aus Genesis 18,20-32 mit Sodom und Gomorra beschäftigte, wozu er schon im Vorfeld anfügte, dass er hoffentlich kein Sodom und Gomorra hinterlasse.

Das Gegenteil sei der Fall gewesen. Das wurde ihm von allen Rednern in ihren kurzen Abschiedsworten bestätigt. Alle lassen sie Markus Fastenmeier nur sehr ungern ziehen. Das waren zum Beispiel die Pfarreiengemeinschaftsvorsitzende Elisabeth Graßer aus Haßfurt, Lothar Pütz vom Pfarrgemeinderat St. Josef Königsberg, Michael Bock vom Pfarrgemeinderat Unterhohenried oder Pfarrer Stephan Eschenbacher, der sehr bewegende Worte sprach: „Es ist dir wichtig, nah bei den Menschen zu sein; es ist dir ein Anliegen, mit ihnen zu feiern, mit ihnen zu trauern, sie zu ermutigen, und einfach da zu sein, wenn du gebraucht wirst“.

Was in Fastenmeiers Rucksack ist

Nicht spurlos gingen all diese Wort an Markus Fastenmeier vorüber, der sich zum Ende des eindrucksvollen Gottesdienstes bedankte. Zuerst bei seiner Frau Catharina und seinen Kindern Johanna und Sebastian für Einschränkungen, Verständnis und viel Rückhalt. Beim Pastoralteam für die Geschlossenheit, Unterstützung, Weggemeinschaft, das gemeinsame Ringen um Themen und die wirkliche Erfahrung von Team-Sein. Bei Peter Hohlweg und der Erfahrung was in der Ökumene geht und den Gemeinden Königsberg und Unterhohenried mit allen Gruppierungen und Räten vor Ort: „Ich gehe mit einem voll gefüllten Rucksack an Gelerntem: mit vielen geschenkten Augenblick gelebten Glaubens: Wir haben viel gemeinsam erlebt-Freudvolles und Leidvolles-eben Leben geteilt“.

Er schloss mit der Bitte ihm so manchen gemachten Fehler, nicht absichtliche Verletzung oder Kränkung zu verzeihen und sich weiter von Jesus inspirieren zu lassen, ihm sein Herz zu öffnen – als Einzelperson und als Gemeinden vor Ort.

Markus Fastenmeier wechselt nun nach Würzburg; er wird Ausbildungsreferent für die Gemeindeassistenten und –referenten der Diözese. Im Anschluss an den Gottesdienst lud er ein, bei Speis und Trank, umrahmt vom Posaunenchor, gemeinsam zu feiern. (sn)

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