UCHENHOFEN

Warum die Bürger in Uchenhofen Angst um ihre Kinder haben

Die Ortsdurchfahrt von Uchenhofen ist schmal. Im Begegnungsverkehr kommt es öfters zu brenzligen Situationen. Die Bürger sind deshalb besorgt, besonders um die Sicherheit ihrer Kinder. Das Thema stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung.Archivfoto: Ulrike Langer

Der Durchgangsverkehr durch das 323-Einwohner-Dorf war das Hauptanliegen der Uchenhöfer Bürger bei der Bürgerversammlung am Donnerstag. Zu dem Abend kamen rund 40 Interessierte, darunter auch einige Stadträte.

„Wir haben Angst um unsere Kinder“, sagte Anwohner Alexander Dörflein, der direkt an der Denkmalstraße wohnt, in der nach Aussage von Bürgermeister Günther Werner jeden Tag 2000 Fahrzeuge in beide Richtungen fahren. Aufgrund der relativ schmalen Fahrbahn gibt es keine Gehsteige. Bei der Begegnung größerer Gefährte – wie Lkw oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen – komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen und Ausweichmanövern, so Dörflein. Auch fahren Autos an manchen Stellen mit überhöhter Geschwindigkeit.

Da Dörflein sein Anliegen schon im Vorfeld der Bürgerversammlung per E-Mail der Stadtverwaltung mitgeteilt hatte, wandte sich der Bürgermeister bereits an das Landratsamt, das für diese Kreisstraße zuständig ist. Am Tag der Bürgerversammlung erhielt Werner eine schriftliche Antwort, die er den Bürgern vorlas. Demnach habe das Landratsamt kurzfristig zwei Tage lang die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer in der Denkmalstraße gemessen und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass 85 Prozent der Fahrzeuge mit weniger als 33 Stundenkilometern unterwegs gewesen seien.

Diese Feststellung des Landratsamtes rief in der Versammlung großes Unverständnis hervor, denn nach Angaben der Behörde sei dort gemessen worden, wo der Verkehr aufgrund von Kurven sowieso langsamer fahren müsse. Dörflein schlug vor, an der Ecke der Lehmgrubengasse, die zum Zuständigkeitsbereich der Stadt gehört, bauliche Veränderungen anzubringen, die als geschützter Bereich für Kinder dienen soll. Werner versprach, die Angelegenheit prüfen zu lassen. Als unkomplizierte Sofortmaßnahme schlug das Stadtoberhaupt vor, Schilder mit dem Aufdruck „Langsam! Spielende Kinder!“ an Privatgrundstücken anzubringen. Sechs Exemplare hatte Werner sogleich mitgebracht und stellte diese den Anwohnern kostenfrei zur Verfügung.

Dorfbeleuchtung in der Nacht

Zahlreiche Fragen hatte auch Jürgen Thein, der unter anderem eine Abschaltung der Dorfbeleuchtung in der Nacht von Mitternacht bis 5 Uhr forderte. Dies solle zur Reduzierung des Insektensterbens durch die Lichtverschmutzung beitragen. Entschieden wandte sich der Bürgermeister gegen diesen Wunsch. Aus Sicherheitsgründen dürfe die Beleuchtung innerorts nicht ausgeschaltet werden. Stadtrat Stephan Schneider, hauptberuflich beim BRK im Rettungsdienst tätig, wies außerdem darauf hin, dass die Sanitäter in Notfällen auf die Straßenbeleuchtung angewiesen seien, um den Einsatzort schneller zu finden. Berthold Albert, Bereichsleiter Strom beim Stadtwerk Haßfurt, erklärte außerdem, dass die LED-Straßenbeleuchtung die Leistung automatisch während den Nachtstunden reduziere.

Seinen Dank sprach der Bürgermeister dem Ortssprecher und Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Manfred Finster, sowie den Anwohnern und freiwilligen Helfern aus, die dazu beigetragen haben, die neuen Grünflächen in der Brauhausstraße herzurichten und zu pflegen. Die für die punktuelle Dorferneuerung ausgegebenen 80 000 Euro seien gut angelegtes Geld, sagte Werner.

Auch den sechs Ehrenamtlichen, die momentan ihre Atemschutzausbildung machen, dankte der Bürgermeister für ihren selbstlosen Einsatz bei der Feuerwehr Uchenhofen. Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), das für den Ortsteil bestellt wurde, werde voraussichtlich noch dieses Jahr ausgeliefert.

Startschuss im Baugebiet

Im neuen Baugebiet „Nördlich der Waldstraße“ sind die Erschließungsmaßnahmen abgeschlossen und es könne ab sofort gebaut werden, wenn die Baugenehmigung vorliege. Die Hälfte der Bauplätze sei bereits verkauft, erklärte Werner und freute sich auch, dass ansonsten im Dorf der Leerstand mit nur drei unbebauten Grundstücken sehr niedrig sei. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass zur Erhaltung, Erneuerung, Verbesserung und Neuschaffung von Bausubstanz zur Wohnnutzung von der Stadt ein Zuschuss von zehn Prozent (maximal 10 000 Euro) möglich sei. Auch Scheunen, die zu Wohnzwecken umgebaut werden, zählen dazu.

Die Gemeinde Riedbach wird einen Fahrradweg nach Uchenhofen bauen. Dieser soll westlich der Kreisstraße verlaufen und in Höhe des Kleintierzuchtvereins in Uchenhofen eine Querung beziehungsweise Fahrbahnteiler bekommen. Auch werde geprüft, ob das Ortsschild weiter nach außerhalb versetzt werden könne. Die Kosten für die Stadt sind auf 175 000 Euro gedeckelt.

Bürgermeister Werner bei seinem Vortrag. Foto: Christian Licha

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