Ebern

Warum die heimische Landwirtschaft in großer Gefahr schwebt

Bundesinnenminister Horst Seehofer versprach anlässlich des Neujahrsempfangs der Eberner CSU den vor der Halle protestierenden Landwirte, ihre Anliegen ernstzunehmen.
Bundesinnenminister Horst Seehofer nahm sich eine halbe Stunde Zeit für die Landwirte, die sich vor der Frauengrundhalle mit 50 Traktoren versammelt hatten. Mit im Bild (von links) Landrat Wilhelm Schneider und Claus Hochrein, der unterfränkische Sprecher der Organisation "Land schafft Verbindung". Foto: Christian Licha

"Sie glauben gar nicht, was das für ein erhebendes Gefühl ist, wenn man die ganze Woche in Berlin ist, wenn man am Wochenende wieder ins gelobte Land zurückkehrt." Mit diesen Worten begrüßte Bundesinnenminister Horst Seehofer eine große Gästeschar am Freitag in der Frauengrundhalle in Ebern. Über 400 Zuhörer waren zum Neujahrsempfang der CSU Ebern gekommen, um die bayerische Politgröße live miterleben zu dürfen. Zuvor nahm sich Seehofer eine knappe halbe Stunde Zeit, um den Landwirten Gehör zu verschaffen, die sich vor der Halle versammelt hatten.

Mit seiner einstündigen Rede beeindruckte Horst Seehofer die Zuhörer. "Ich kämpfe für Euch und wer mich kennt, weiß, dass ich mich auch dran messen lasse", sicherte er den vor der Halle protestierenden Landwirten zu. Foto: Christian Licha

Claus Hochrein, der Sprecher der unabhängigen und parteipolitisch neutralen Organisation "Land schafft Verbindung" für Unterfranken machte dem Unmut seiner Mitstreiter Luft, die mit rund 50 Traktoren in die ehemalige Bundeswehrkaserne gekommen waren. Seien es die neue Düngeverordnung, ein wachsender Berg an Bürokratie oder immer mehr Importe landwirtschaftlicher Produkte, die Landwirte fordern eine Vereinfachung ihrer Arbeits- und Produktionsbedingungen.  Eine Umsetzung des Maßnahmenpaketes der Bundesregierung würde den negativen Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter anheizen, so dass die heute noch vielfach regional verankerte Landwirtschaft und somit viele Arbeitsplätze in realer Gefahr sind. Seehofer bekannte sich zu den Bauern: "Ich kämpfe für Euch und wer mich kennt, weiß, dass ich mich auch dran messen lasse." Um einem Vertrauensverlust zu begegnen, versprach der Innenminister, alle Argumente, die er gehört habe, ernst zu nehmen und zeitnah zu versuchen, den Landwirten eine Antwort für die Zukunft zu geben.

Mit dem Bayerischen Defiliermarsch zog Seehofer in die Halle ein. Foto: Christian Licha

Die Jugendblaskapelle Unterpreppach unter der Leitung von Stefan Groh bereitete dem Minister und ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten  mit dem Bayerischen Defiliermarsch einen standesgemäßen Einzug in die Halle. Mit einem einstündigen Streifzug durch die Bundespolitik zog Seehofer die Aufmerksamkeit auf sich. "Wir können nicht für die ganze Welt das Sozialamt sein", sagte der Bundespolitiker in Bezug auf die Asyl- und Migrationspolitik. Das könne kein Staat leisten, auch die nicht, die größer als die Bundesrepublik seien. Eine richtige Balance zwischen der Humanität und der Ordnung seien wichtig.

Besonders herzlich begrüßte Seehofer den ehemaligen Finanzstaatssekretär Albert Meyer, der mit seinen 93 Jahren als Urgestein der CSU gilt. Foto: Christian Licha

Eine Lanze brach Seehofer für die Polizei und deren wertvolle Arbeit. Wenn die Bevölkerung eine hochmotivierte und qualifizierte Polizei auch in Zukunft haben will, müssen zwar die Politiker dafür sorgen, dass sie die richtigen Befugnisse und eine moderne Ausrüstung habe. Gleichzeitig sei es sehr wichtig, dass die Bevölkerung hinter der Polizei steht: "Wir müssen die schützen, die uns schützen."

"Wir haben erlebt, dass man das Vertrauen der Bürger innerhalb weniger Sekunden buchstäblich zertrümmern kann."
Horst Seehofer, Bundesinnenminister

Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen bezeichnete Seehofer als eine "schändliche Angelegenheit". Die Fehler, die man hier gemacht habe, würden auf lange Zeit bleiben: "Wir haben erlebt, dass man das Vertrauen der Bürger innerhalb weniger Sekunden buchstäblich zertrümmern kann."

Eine Starke CSU repräsentieren (von links) Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, Staatsministerin Dorothee Bär, Landrat Wilhelm Schneider, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Eberns Bürgermeisterkandidat Sebastian Ott. Foto: Christian Licha

Seehofer gratulierte und dankte Landrat Wilhelm Schneider, der zusammen mit Steffen Vogel sich unermüdlich dafür einsetzte, dass nun das Technologietransferzentrum in Haßfurt entstehen wird. Ebenso sei es die richtige Entscheidung gewesen, die Landesbaudirektion nach Ebern zu verlagern, um hier die Stadt nach Abzug der Bundeswehr zu stärken.

Über 400 Gäste waren in die Frauengrundhalle gekommen. Foto: Christian Licha

Eine neue Interpretation des Parteinamens CSU hatte der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Steffen Vogel auf Lager. Mit seiner Auslegung "Charismatisch, sympathisch, umtriebig" hob er das Engagement aller Amtsträger und Kandidaten im Landkreis hervor. Auch einen kleinen Seitenhieb auf den politischen Gegner bei der Eberner Bürgermeisterwahl konnte sich Vogel augenzwinkernd nicht verkneifen: "Wenn in Ebern die Sonne lacht, hats die CSU gemacht. Gibts dagegen Frost und Schnee, wars die SPD."

Eberns Bürgermeisterkandidat Sebastian Ott, der zusammen mit seinem CSU-Ortsverband als Veranstalter für das politische Großevent verantwortlich zeichnete, erhielt von Seehofer die volle Unterstützung. Die Änderung der Rahmenbedingungen in Ebern, um hier zu leben und zu arbeiten, hat sich Ott genauso auf die Fahne geschrieben wie die heimische Kommunalpolitik transparenter zumachen: "Nichtöffentliche Stadtratssitzungen dürfen kein Mittel sein, um unpopuläre Entscheidungen zu treffen."

Auch Landtagsabgeordneter Steffen Vogel und Staatsministerin Dorothee Bär zeigten Solidarität mit den Landwirten. Foto: Christian Licha

Digitalministerin Dorothee Bär stellte heraus, dass Sebastian Ott auch schon seit langer Zeit in die große Politik hinein schnuppert. Durch die Wirtschaftsjunioren mache er jedes Jahr bei ihr ein einwöchiges Praktikum. Bär bescheinigte Ott, dass er seine Arbeit mit Herzblut mache und motiviert ist, viel zu bewegen. In sechs Jahren mehr bewegt als andere in Jahrzehnten, hat auch Landrat Wilhelm Schneider nach Aussage Bärs: "Wilhelm Schneider blickt als Landrat über den Tellerrand hinaus und hat immer die ganze Region im Focus."

Die Bedeutung des Ehrenamtes unterstrich Seehofer mit der persönlichen Begrüßung der BRK-Sanitäter, die die Veranstaltung absicherten. Foto: Christian Licha
Horst Seehofer sprach in seiner einstündigen Rede eine Vielzahl an Themen an. Foto: Christian Licha
Persönlich dankte Horst Seehofer dem Jugendblasorchester Burgpreppach mit seinem Dirigenten Stefan Groh für die glanzvolle musikalische Umrahmung des Abends. Foto: Christian Licha

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