HAßFURT

Warum es strikte Verbote für Diabetiker nicht mehr gibt

Moderne Ernährung bei Diabetes kommt ohne strikte Verbote aus, wenn sich Patienten intensiv mit Lebensmitteln beschäftig... Foto: Sabine Weinbeer

Strikte Ernährungsregeln galten jahrzehntelang für Diabetes-Patienten. Generelle Verbote gibt es heute nicht mehr, aber Diabetiker müssen diszipliniert auf ihre Ernährung achten, erklärte Diabetesberaterin Diana Kerzinger im Rahmen des VdK-Gesundheitsforums in Haßfurt.

Diabetes-Kekse, Diabetes-Säfte, Süßstoffe – die Palette an Diabetiker-Produkten ist groß, aber viele davon gerieten durch Studien auch in Verruf. Der Grund dafür sei unter anderem, dass jeder Menschen unterschiedlich auf verschiedene Nahrungsmittel reagiert, erklärte die Diabetes-Fachfrau. Wichtig sei, die Inhaltsstoffe zu lesen. Wer saisonal und regional mit einem Schwerpunkt auf Gemüse kocht, also eher mediterran als fränkisch, der könne auch seinen Langzeitzucker gut regulieren. Selbst kochen und backen sei ohnehin ein guter Weg, versteckten Zuckern und Fetten aus dem Weg zu gehen.

Kerzinger ging durch die Jahreszeiten und damit auch durch die Lebensmittelgruppen. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass man zwar Kohlehydrate reduzieren soll, Roggen oder Dinkel, Buchweizen und Emmer aber gute Alternativprodukte sind und dass dem Diabetiker festkochende Kartoffeln eher zu empfehlen sind als mehlig kochende.

Bitterstoffe sind sehr hilfreich, Äpfel haben nur die Hälfte Fruchtzucker von Bananen und Quark hat keinen Milchzucker. Walnüsse und Haferflocken empfahl die Expertin ebenso wie Kokosblütenzucker oder Birkenzucker, der zwar teuer ist, aber nur ganz geringe Auswirkungen auf den Diabetiker hat.

„Mehr Eiweiß, gute Öle und Nüsse, weniger Fleisch, viel Ballaststoffe“, das war die Empfehlung von Diana Kerzinger. „Wenn Sie feiern, feiern Sie mit Genuss, essen Sie mit Achtsamkeit“, bat sie ihre Zuhörer. Das bedeute, Verantwortung für die eigene Lebensqualität zu übernehmen. „Und denken Sie positiv“, war ihr abschließender Rat nach einer angeregten Diskussionsrunde.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende des VdK, Elfriede Kerker, dankte Kerzinger für ihren Vortrag und lud gleich zum nächsten Gesundheitsforum ein. Am 16. Oktober referiert der Chefarzt der orthopädischen Unfallchirurgie an den Haßberg-Kliniken, Dr. med. Steffen Amend, zum Thema „Hüfterkrankung und deren Erneuerung“ (15.00 Uhr, VdK-Kreisgeschäftsstelle Haßfurt). (swe)

Schlagworte

  • Haßfurt
  • Sabine Weinbeer
  • Diabetes
  • Diabetespatienten
  • Diabetiker
  • Fleisch
  • Kartoffeln
  • Lebensmittel
  • Orthopädie
  • Roggen
  • Unfallchirurgie
  • Ärzte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!