HOFHEIM

Wie Muslime die ewige Ruhe im Landkreis Haßberge finden

Wolfgang Aull sprach beim Freundeskreis Asyl Hofheim über das Theam „Bestattungskultur in Gesellschaft und Religion“. Foto: Monika Hoffmann

Der Freundeskreis Asyl Hofheim hatte kürzlich Zuwanderern, Helfern und Interessierten auf Initiative von Vorstandsmitglied Anna Zuber angeboten, sich über das Thema Bestattungskultur in Abhängigkeit von Zeit, Ort und Religion auszutauschen. Dies schreibt der Freundeskreis Asyl Hofheim in einer Pressemitteilung.

Wolfgang Aull referierte zum Thema „Bestattungskultur in Gesellschaft und Religion“. Er schilderte, weshalb die Menschheit bereits vor mehreren hunderttausend Jahren eine Bestattungskultur entwickelte: „Wer den Tod verstehen will, muss das Leben verstehen“, sagte Aull mit Verweis auf Stonehenge. Dann erläuterte er laut der Mitteilung, wann erstmalig der Begriff „Seele“ formuliert wurde, wie sich die Bestattungskultur im christlichen und muslimischen Glauben entwickelte und wie sie sich heute darstellt.

Im Anschluss an den Vortrag wurden die Beisetzungsmöglichkeiten auf muslimischen Grabfeldern im Landkreis Haßberge besprochen. Auf dem Neuen Friedhof Haßfurt sei das erste Grabfeld entstanden, auf dem Friedhof in Hofheim ein weiteres, die Städte Ebern und Zeil würden beabsichtigen, nachzuziehen. Siza Zaby, hauptamtliche Integrationslotsin des Landkreises, berichtete laut der Mitteilung, dass das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration beeindruckt gewesen sei von der Weitsicht und Entschlossenheit der sieben Helferkreise im Landkreis, die die Einführung muslimischer Grabfelder durch ein einschlägiges Schreiben an den Landrat ins Rollen gebracht hätten.

Vereinsvorsitzende Christina Bendig zeigte sich laut der Mitteilung erfreut, dass die Politik so schnell reagiert und somit die Wege geebnet habe für eine würdevolle Beisetzung von Zuwanderern muslimischen Glaubens. Im Fall der Fälle habe man laut Bendig erfahrungsgemäß wenig Zeit zum Nachdenken und könne daher froh sein, wenn man auf geeignete Strukturen zurückgreifen kann.

Die Zuwanderer zeigten sich laut der Mitteilung erleichtert, dass entsprechende Möglichkeiten im Landkreis vorhanden sind. Denn je länger sie im Haßbergkreis leben, desto heimischer werden sie und entsprechend wachse auch die Sehnsucht, hier die letzte Ruhe zu finden. (em)

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