HASSFURT

Wie Streitschlichter Konfliktmauern einreißen

„Ich will nicht verprügelt oder erpresst werden!“ Unter diesem Motto haben am Schulzentrum Haßfurt zwei Veranstaltungen zur Sensibilisierung der fünften Klassen für das Schulartübergreifende Streitschlichterprojekt „fair's c(h)ool“ stattgefunden.
Unter Schülern gibt es immer wieder Konflikte. Streitschlichter am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt, an der Haupt- und Realschule in Haßfurt helfen, solche Konflikte zu lösen. Sie zeigten eine so genannte Konfliktmauer, die zwischen zwei Streitenden entstehen kann. Bei den Sensibilisierungsveranstaltungen für das Streitschlichterprojekt „fair's c(h)ool“ wurde sie aber nicht nur aufgebaut, sondern auch niedergerissen.
Unter Schülern gibt es immer wieder Konflikte. Streitschlichter am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt, an der Haupt- und Realschule in Haßfurt helfen, solche Konflikte zu lösen. Sie zeigten eine so genannte Konfliktmauer, die zwischen zwei Streitenden entstehen kann. Bei den Sensibilisierungsveranstaltungen für das Streitschlichterprojekt „fair's c(h)ool“ wurde sie aber nicht nur aufgebaut, sondern auch niedergerissen. Foto: FOTO Ulrike Langer

Das Projekt wurde im Jahr 2000 von Rudi Reinhart begonnen und wird nun von Christiane Jakob-Seufert, Diplom-Religionspädagogin und Beauftragte für Schulpastoral am Schulzentrum und an der Ganztagsbildung „living room“ fortgesetzt. Denn Streitschlichter, die zur Konfliktlösung unter Schülern beitragen, sind nach wie vor notwendig und leisten eine wertvolle Aufgabe.

Ziel der Sensibilisierungsveranstaltungen war, die neuen Schüler in den fünften Klassen des Regiomontanus-Gymnasiums, der Real- und der Hauptschule darüber zu informieren, dass es an ihrer Schule Streitschlichter gibt, und zu zeigen, welche Aufgaben diese übernehmen.

Streitschlichterbetreuer sind neben Leiterin Jakob-Seufert auch Herbert Selig und Uwe Kirchner vom Gymnasium, Bernd Reß und Anke Männer von der Realschule sowie Claudia Grunwald und Claudia Sandner von der Hauptschule. Bei den Veranstaltungen stellten sich insgesamt 16 der rund 60 Streitschlichter vor.

Die Theater-AG der Albrecht-Dürer-Volksschule zeigte an vier Beispielen aus dem Schulalltag auf, dass hinter unfairem Verhalten Befürchtungen und Wünsche stecken. Bereits vorher hatte Claudia Grundwald die Schüler befragt, was zu Streitereien untereinander führe. Dass sie sich mit diesen Streitpunkten die Sicht aufeinander„verbauen“, fiel eindrucksvoll ins Auge, als aus den vielfältigen Beispielen eine „Konfliktmauer“ gebaut wurde. Die „Bausteine“ hießen: „Ich will nicht getreten werden. Ich mag es nicht, wenn jemand meinen Namen verkürzt. Ich möchte nicht geschlagen, gehänselt, erpresst oder links liegen gelassen werden.“

Aufgabe der Streitschlichter sei, erklärten Anke Degel, Albin Zehe und Maximilian Hey, die Mauer einzureißen, um einen Konflikt langfristig zu lösen. Dazu seien Verständnis füreinander und für die Bedürfnisse und Gefühle des anderen notwendig.

Zum Schluss warfen Albin Zehe, Ann-Kathrin Glöckner, Franziska Räder und Maximilian Hey einen Blick hinter die sonst verschlossene Tür des Streitschlichterzimmers. Dabei wurde deutlich, dass die Schüler, die eine Schlichtung suchen, freiwillig kommen. Die Streitschlichter selbst blieben neutral, behandelten das Gespräch vertraulich und helfen den Betroffenen, eine Lösung zu finden. Darüber wird ein Einigungsvertrag niedergeschrieben, damit die Lösung des Konflikts auch überprüft werden kann.

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