KREIS HAßBERGE

Wie die Haßberg-Kliniken Demenz in den Fokus rücken

Im September findet im Freistaat erstmals die Bayerische Demenzwoche statt. Auch die Haßberg-Kliniken beteiligen sich mit einigen Veranstaltungen daran – unter anderem mit einem Aktionstag am Sonntag, 15. September, von 10 bis 17 Uhr im Haus Ebern der Haßberg-Kliniken. Foto: Sybille Thomé

Im September findet im Freistaat auf Initiative der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml erstmals die Bayerische Demenzwoche statt. Auch die Haßberg-Kliniken beteiligen sich laut einer Pressemitteilung mit einigen Veranstaltungen an der Aktion, unter anderem mit einem großen Aktionstag am Sonntag, 15. September, von 10 bis 17 Uhr im Haus Ebern der Haßberg-Kliniken.

„Wir wollen die Menschen vor Ort informieren und für Demenz sensibilisieren“, zitiert die Ankündigung Stephan Kolck. Für den Vorstand des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken seien der Aktionstag und die Veranstaltungen in der Woche bis 20. September ein wichtiges Instrument, um eine Krankheit in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, die für viele Menschen noch immer ein Tabuthema ist: Demenz. Allein in Bayern gebe es aktuell gut 240 000 Patienten, die an Demenz leiden. Tendenz eher steigend. „Der Umgang mit der Krankheit ist eine der großen Herausforderungen, vor der wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft stehen“, erklärt der .

Gottesdienst zum Auftakt

Beim Aktionstag am Sonntag würden Demenz und Altersmedizin in den unterschiedlichsten Facetten beleuchtet. Zum Auftakt gibt es laut der Ankündigung in der Kapelle des Krankenhauses einen Gottesdienst mit Krankenhausseelsorger Manfred Griebel. Im Anschluss stehe mit dem Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Prof. Dr. Peter Bauer, ein hochrangiger Ansprechpartner Rede und Antwort. Er werde das Thema aus Sicht des Patienten und seiner Angehörigen beleuchten. Im Foyer zeigen die Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule die Ergebnisse ihrer Projektarbeit zum Thema „Alter Mensch“.

Nach einem Frühstück gibt es laut der Ankündigung ab 13 Uhr Aktionen im gesamten Eberner Krankenhaus. Die Kapelle wird dabei zum Vortragssaal. Um 12.45 Uhr wird Landrat Wilhelm Schneider dort ein Grußwort sprechen und in das Vortragsangebot einführen. Im Anschluss informieren vier Referenten über unterschiedliche Aspekte der Krankheit. Den Reigen eröffnet um 13 Uhr Nadine Hagemann. Die stellvertretende Pflegedirektorin am Bezirksklinikum Lohr widmet sich der Frage, wie man in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit dementen Patientinnen und Patienten umgeht. Um 14.00 Uhr berichten Waltraud Schraudner und Jens Valtenmeier, die Stationsleitungen der Akutgeriatrie in Haßfurt, über die Validation, eine wertschätzende Haltung, die für die Begleitung von Menschen mit Demenz entwickelt wurde. Ab 15 Uhr befasst sich Dr. Tamara Gehring-Vorbeck von der IC Innova CareConsult mit der Frage, wie man Patienten mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase würdevoll begleiten kann.

Infostände und Gespräche

Den Abschluss der Vorträge bildet um 16 Uhr Claudia Stadelmann. Die Koordinatorin des Malteser Hilfsdienstes widmet sich den Möglichkeiten, mit denen Angehörige von Demenz-Patienten in der schwierigen Phase des Abschiednehmens unterstützt werden können. Neben den Vorträgen in der Kapelle gibt es im Krankenhaus ab 13 Uhr ein breites Angebot an Infoständen und Möglichkeiten, mit Ärzten und dem Pflegepersonal ins Gespräch zu kommen. Unter anderem bietet Ants Lohmus, Chefarzt der Inneren Abteilung am Haus Ebern der Haßberg-Kliniken, von 13 bis 15 Uhr Sprechstunden zur Palliativ- und Altersmedizin an. Die Physiotherapie stellt Möglichkeiten vor, wie Patienten auch im hohen Alter mobilisiert werden können. Mit aktivierender Pflege bei Menschen mit Demenz befassen sich Sarah Popp und Jennifer Kuhn. Ab 12 Uhr können Besucher einen Film der „Pflegegruppe International“ zum Thema „Demenz und Migration“ in Augenschein nehmen. Von 16 bis 17 Uhr gibt es zudem eine Fotodokumentation zum Thema „Demente Menschen gehen sehen“. Im Bistro des Krankenhauses stellt der Betreuungsdienst die Memore-Box vor, eine Videospiel-Plattform, die über Gesten verschiedene computerbasierte Trainingsprogramme lebensnah steuern kann.

Darüber hinaus können sich die Besucher des Aktionstages an zahlreichen Infoständen über verschiedene gesundheitliche Aspekte mit dem Schwerpunkt Demenz informieren.

Weitere Veranstaltungen

Im ersten Obergeschoss des Krankenhauses präsentieren sich die Gartenstadt Apotheke Schweinfurt und die Deeskalationsbeauftragte der Haßberg-Kliniken, Katja Kaspar, informiert über „Deeskalation bei Demenzpatienten“. Im zweiten Obergeschoss finden Besucher einen Stand zur Aromatherapie mit Konstanze Heller sowie Alexander Sieber, den pflegerischen Leiter des Hospiz- und Palliativzentrums Bamberg, der über die Spezialisierte Ambulante Palliativversorung (SAPV) Auskunft gibt.

Der Aktionstag bildet aber nur den Auftakt für eine Woche, in der es im Landkreis einige Veranstaltungen rund um das Thema Demenz gibt. Am Montag, 16. September, liest ab 18 Uhr Claudia Hempfling, Diplom-Soziologin beim Diakonischen Werk Haßberge, in der Kapelle im Krankenhaus Ebern aus dem Buch „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger. Am Dienstag, 17. September, findet im Konferenzraum des Ärztehauses 1 am Haßfurter Krankenhaus ein Vortrag mit Joachim Mattheus und Florian Sessler statt. Der Seniorenkoordinator des Landkreises und der Vereinsbetreuer im Netzwerk Haßfurt informieren ab 18 Uhr über die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Am Mittwoch, 18. September, wird ab 18 Uhr im Zeiler Kino Capitol die der Dokumentarfilm „Das innere Leuchten gezeigt“, der den Lebensalltag von dementen Menschen in einem Pflegeheim begleitet.

Zum Abschluss der Aktionswoche informiert am Donnerstag, 19. September, Alexander Sieber vom Hospiz- und Palliativzentrum Bamberg, ab 18 Uhr in der Kapelle des Eberner Krankenhauses über Demenz und Palliativversorgung. (em)

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