HAßFURT

Wie eine Handpuppe das Publikum in Haßfurt fasziniert

Uhu „Schuhu“ (Patrick L. Schmitz) ist der beste Freund des kleinen Gespenstes (Felix Pielmeier). Foto: Ulrike Langer

Premiere gut – alles gut! Zumindest ließen die Reaktionen der vielen Kinder und ihrer erwachsenen Begleiter am Samstagnachmittag darauf schließen, dass ihnen die Premiere der Geschichte „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler im Gewölbekeller der Stadthalle ausnehmend gut gefallen hatte. Der Applaus für alle Mitwirkenden der Theaterwerkstatt Haßfurt jedenfalls war herzlich und lang anhaltend.

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Theater: "Das kleine Gespenst"

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„Das Theater war sehr schön. Mal komisch und mal lustig“, sagte der sechsjährige Samuel aus Schweinfurt, der in Haßfurt die Schule besucht und mit seinem Vater die Aufführung erlebte. Wie all die anderen Zuschauer ließ er sich von Beginn an in die Geschichte des kleinen, weißen Gespenstes ziehen, das alltäglich zur Mitternachtsstunde auf Burg Eulenstein zum Leben erwacht. Zwar kann es sich in der Burg mit seinem Freund, dem Uhu „Schuhu“, sowie dem ehemaligen General Torsten Torstenson und der Pfalzgräfin Genoveva gut unterhalten, doch der Wunsch, die Stadt Eulenberg einmal am Tag zu sehen, ist riesengroß.

Gespenst stiftet Unheil

Eines Tages erwacht es mittags Schlag zwölf Uhr. Doch von einem Sonnenstrahl getroffen, verfärbt sich das kleine Gespenst schwarz. Es springt in den Burgbrunnen und gelangt durch einen Geheimgang in die Stadt Eulenberg. Dort stiftet es bei den Bewohnern, die es „Schwarzer Unbekannter“ nennen, jede Menge Unheil und verwandelt auch noch die 325-Jahr-Feier der Belagerung Eulenbergs durch die Schweden in ein Desaster. Schließlich kommen dem kleinen, verzweifelten Gespenst die Kinder Jutta und Günther zu Hilfe.

Die Schauspieler, die teils mehrere Rollen personifizierten, entführten die kleinen und großen Besucher mit ihrem fröhlichen Auftreten, mit Schabernack, Komik, Liedern und Tänzen mitten hinein in das Geschehen. Felix Pielmeier ließ das kleine Gespenst als Handpuppe verschmitzt agieren und lieferte sich tolle Verfolgungsszenen mit den von ihm erschreckten Personen, was der kleine Samuel als „das Witzigste überhaupt“ bezeichnete. Aline Joers hatte wunderbare Auftritte als exaltierte Bürgermeisterin, die fest an Gespenster glaubt, „aber bitte nicht in meinem Büro!“ Daneben verkörperte sie kichernd die Pfalzgräfin und spielte das Mädchen Jutta, das so gerne mal ein Gespenst sehen will, dann aber erst einmal Angst vor ihm hat. Sehr wandlungsfähig präsentierte sich zudem Patrick L. Schmitz in der Rolle des bunten Uhus, des unbedarften Herrn Zifferle, des Polizisten Holzinger, des Generals sowie des Jungen Günther.

Faszinierendes Bühnenbild

Die Aufführung lebte von der hervorragenden Gestik, Mimik und Artikulation der Schauspieler, die in ihren Rollen aufgingen und selbst einmal wieder Kind sein konnten, vom Tempo der gekürzten Erzählung und von der fantasievollen und detailreichen Umsetzung der Geschichte. So konnten die Jungen und Mädchen und auch die Erwachsenen an diesem Nachmittag viel lachen und manches Kind sparte auch nicht mit lustigen Kommentaren.

Faszinierend war das detailreiche Bühnenbild, das die Schauspieler während des Spiels umbauen konnten: Möglich machten das die aufklappbaren Bühnenteile von Lena Kalt. Die Fantasie anregen konnten die Kostüme, die Nikola Voit entworfen hatte. Komplettiert wurde das bezaubernde Spiel durch Musikstücke und gesungene Lieder aus der Feder von Florian Berndt.

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