ELTMANN

Wie funktioiniert der Umgang mit Facebook, Google und Co.?

Informationswissenschaftler Roland Kaiser (Dritter von links) erläuterte anhand praktischer Beispiele den Vereinsvertretern die Umsetzung der DSGVO. Die Stadt Eltmann mit ihrem Datenschutzbeauftragten Sebastian Schilling und Bürgermeister Michael Ziegler (von links) hatten dazu eingeladen; von rechts verfolgen Ortssprecher Uwe Pappenheimer und die Stadträte Jürgen Kolbert und Joachim Stark die Ausführungen. Foto: Günther Geiling

„Machen sie ihren Verein bereit für die Datenschutz-Grundverordnung!“ So lautete der Aufruf der Stadt Eltmann für ihre Vereine und Organisationen und das stieß auf große Resonanz. Über 60 Vertreter von Vereinen, Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Ehrenamtlern aus Eltmann und seinen Stadtteilen fanden sich im „Klenze-Saal“ ein und erhielten bei einem Vortrag wertvolle Informationen und Anregungen für ihre Vereinsarbeit.

Bürgermeister Michael Ziegler freute sich über das große Interesse an dieser Veranstaltung und dankte allen Vertretern der Vereine. „Ohne euch alle gäbe es nicht so ein aktives Vereinsleben in und um Eltmann. Euer Ehrenamt ist Stütze unserer Gesellschaft und bereichert unsere Stadt kulturell, sportlich oder auch in sozialen Angelegenheiten enorm.“ Er ging dabei auch auf die überbordende Bürokratie im Ehrenamt ein. Aus diesem Grund wolle die Stadt Eltmann ihre Vereine und alle ehrenamtlich Tätigen bestmöglich in ihrer Arbeit unterstützen. Dem diene auch das Thema rund um den Datenschutz.

In diesem Zusammenhang nutzte Erster Bürgermeister Ziegler auch die Gelegenheit, den Vereinsvertretern Sebastian Schilling als neuen Datenschutzbeauftragten der Stadt Eltmann vorzustellen. Hinsichtlich der Medien erinnerte er an die eigene Kindheit, als man sich abends um 19 Uhr am Marktplatz oder im Schwimmbad noch ohne Handy traf und den weiteren Abend besprach. Heute sei das ganz anderes, die Kinder seien in Social-Media zu Hause und ein Computer wichtiger als ein Partner. Auch aus dieser Situation heraus komme den Vereinen große Bedeutung zu, die Menschen zusammenzuführen und für die Menschen da zu sein. Dabei müssten die Vereine immer wieder auch neue Überlegungen anstellen, wie sie sich in die Gesellschaft einbringen könnten.

Seminarleiterin Rosi Hufnagel stellte die „Hanns-Seidel-Stiftung“ vor, die als Veranstalter auftrat und auch auf weitere Seminare für das Vereinsgeschehen hinwies. In das eigentliche Thema führte der Datenschutzbeauftragte der Stadt, Sebastian Schilling, ein und stellte den Schutz von persönlichen Daten im täglichen Umgang mit Facebook, Google, Amazon, Whatsapp und Co heraus. „Europa wollte eigentlich damit gemeinsam schlagkräftig gegen die großen Konzerne sein“ und sei deswegen zu dieser Datenschutz-Grundverordnung gekommen.

Plötzlich richtete er seine Kamera in die Reihen seiner Zuhörer und bat alle Teilnehmer, ihr Gesicht zu verdecken, sofern sie nicht auf der Aufnahme erkenntlich sein möchten. Damit lenkte er den Blick schon direkt auf den Datenschutz und das Thema „Fotos bei Veranstaltungen“, auf das im Verlauf des Abends noch näher eingegangen wurde.

Als Fachmann und „König der Datenschützer“ begrüßte er dann den Informationswissenschaftler Roland Kaiser M.A., der erst einmal klärte, wen die Datenschutz-Grundverordnung betreffe. „Es betrifft eigentlich jeden. Als normaler Bürger haben sie Rechte und als Verein mehr Rechte und Pflichten.“ Es habe auch riesige Ängste bei der Einführung gegeben, „aber sie können beruhigt sein, beim ersten Verstoß wird nicht gleich mit Strafen auf die Vereine zugegangen, sondern erst mit Beratung“. Gefahren lauerten aber immer wieder auch von Betrügern.

Vereine brauchen ein Verzeichnis

Als Verein müsse man zukünftig ein Verzeichnis führen, es gehe um Infos auf Internetseiten und vor allem um Vorgänge, wie man Daten schützen sollte. Die Daten seien eben nicht im Aktendeckel, sondern im Internet und vielen anderen Diensten.

Geschützt seien auf jeden Fall personenbezogene Daten von Namen über Gesundheitszustand bis zur IP-Adresse. Kinder seien besonders geschützt und erst ab 16 Jahren dürfe der Jugendliche selbst über seine Daten bestimmen. So müsse zwingend eine Einwilligungserklärung bei Eintritt eines Neumitgliedes in den Verein erfolgen oder auch ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten erstellt werden. Auch die Internetseiten der Vereine müssen neben einem Impressum eine Datenschutzerklärung beinhalten. (gg)

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