HUMPRECHTSHAUSEN

Wie knüpft man ein Flämisches Auge mit einem Stahlseil?

Beim Seilwindenkurs der FBG-Haßberge wurden die verschiedenen Arbeitstechniken bei einer seilwindenunterstützten Baumfällung gezeigt. Foto: Ulrich Kind

Gerade wie in diesem Jahr, wenn durch Käferbefall oder Windwurf umgehend die betroffenen Bäume aus einem Waldbestand geholt werden müssen, gibt es für die Waldbesitzer oder Holzrechtlergruppen Arbeitssituationen, in denen Bäume entgegen ihrer wuchsbedingten Richtung gefällt oder aus dem Bestand herausgeholt werden müssen und die üblichen Arbeitsmittel an ihre Grenzen stoßen. Auch verlangt die Risikoeinschätzung die Prüfung alternativer Arbeitsverfahren wie den Einsatz einer Forstseilwinde, die bei fachgerechtem Einsatz die Sicherheit einer Baumfällung erhöht und das Stammrücken erleichtert.

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Seilwindenkurs der FBG Haßberge

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Die Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge (FBG) veranstaltete am Mittwoch im Riedbacher Ortsteil Humprechtshausen einen Seilwindenkurs für Privatwaldbesitzer sowie Mitglieder von Waldkörperschaften und Gemeindeholzrechtler.

Im Gemeindehaus Alte Schule konnte Patrick Valtenmeier von der FBG Haßberge 13 Teilnehmer begrüßen. Am Vormittag stand der theoretische Teil des Seilwindenkurses auf dem Schulungsprogramm. Frank Friedrich von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft vermittelte den Kursteilnehmern zunächst die theoretischen Kenntnisse, darunter die einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie Informationen zum technischen Zustand einer normgerechten Seilwinde mit Schutzgitter. Dazu gehört auch die jährliche Sachkundeprüfung (TÜV) der Forstseilwinde.

Friedrich erinnerte bei der seilwindenunterstützten Baumfällung auch an die grundsätzlichen Sicherheitsvorschriften einer fachgerechten Baumfällung unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Zur Theorie gehörten schließlich noch Informationen über die Gefährdungsbeurteilung vor Ort im Wald sowie den betriebssicheren Geräteeinsatz von Forstseilwinden als Anbaugerät am Schlepper. Am Nachmittag folgte im Humprechtshäuser Gemeindewald der praktische Teil des Kurses mit Forstwirtschaftsmeister Christoph Schlereth vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Bad Neustadt. Neben der sicheren Aufstellung der Winde sowie der Funktion von verschiedenen Arten von Windenzubehör wie Umlenk- oder Seileinlaufrolle wurde der Einsatz von Seilgleitern, Forstketten sowie Kunststoff- und Stahlseilen besprochen. Neuland war für viele Kursteilnehmer das Kennenlernen einer Stahlseilendverbindung in Schlaufenform, die als sogenanntes „flämisches Auge“ bezeichnet wird. Diese Endverbindung am Stahlseil kann sogar selbst hergestellt werden. Hier konnten die Teilnehmer beim Probeflechten den Umgang mit den Stahlseilen üben. Auch auf die regelmäßige Kontrolle des Forstwindenseiles auf Abnutzungsschäden durch Verschleiß wurde hingewiesen.

Neben der sachgerechten Anbringung des Baumzugseiles in fünf bis sechs Meter Höhe wurden dazu die verschiedenen Arbeitstechniken bei einer seilwindenunterstützten Baumfällung gezeigt. Zunächst frischten die Kursteilnehmer noch einmal kurz ihre Grundkenntnisse bei der Baumfäll-Schnitttechnik und der Stammholzaufarbeitung auf. Abschließend stand das sichere Rücken eines Baumstammes mit der Forstseilwinde auf dem Programm.

Forstwirtschaftsmeister Christoph Schlereth erklärt den Kursteilnehmern an einem Stahlseil die Herstellung eines „flämis... Foto: Ulrich Kind

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