BREITBRUNN

Wie viele Vollgeschosse sind zulässig?

Der Weiler Edelbrunn wurde im Jahre 1320 erstmals erwähnt. Somit steht im Jahr 2020 ein großes Jubiläum an. Foto: Günther Geiling

Um den Vollzug der Baugesetze und der Erteilungen von Befreiungen hinsichtlich der in Bebauungsplänen festgesetzten Zahl der Vollgeschosse ging es in der Gemeinderatssitzung in Breitbrunn. Das Landratsamt hatte mitgeteilt, dass man weiteren städtebaulichen Fehlentwicklungen vorbeugen wolle und deswegen die bisherige Genehmigungspraxis nicht mehr weiterführe. Trotzdem sprach sich der Gemeinderat bei einem eingereichten Bauantrag aus dem Ortsteil Lußberg für die Zulassung eines zweiten Vollgeschosses und weiterer Befreiungen für Dachneigung, Dachgauben und Errichtung eines höheren Kniestockes aus.

Bürgermeisterin Gertrud Bühl teilte mit, dass das Landratsamt seine Genehmigungspraxis hinsichtlich der Vollgeschosse geändert habe und zitierte aus einem Schreiben der Baubehörde in Haßfurt. Ob eine Genehmigung des Vorhabens in Lußberg möglich ist, sei daher sehr fraglich. Am Erweiterungsbau stelle das zweite Vollgeschoss ein Obergeschoss dar und damit werde eine Zweigeschossigkeit erreicht.

Zu einer ähnlichen Situation sei es bei einem Bauplan in der „Pfarrer Weippert-Straße“ in Breitbrunn gekommen. Hier habe aber der Bauwerber seinen Plan zurückgezogen und werde ihn so ausrichten, dass kein zweites Vollgeschoss entstehe.

Wie die Bürgermeisterin mitteilte, werde das Landratsamt hinsichtlich der Zahl der Vollgeschosse keine Befreiungen mehr erteilen, es sei denn es existierten im selben Bebauungsplan gleichgelagerte Bezugsfälle. Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes seien nur möglich, wenn die Grundzüge der Planung nicht berührt würden. Die Befreiung dürfe in solchen Fällen auch nicht aus Gründen erteilt werden, die sich in einer Vielzahl gleichgelagerter Fälle oder gar für alle von einer bestimmten Festsetzung betroffener Grundstücke aufführen ließe.

Um gleichzeitig den Ansprüchen der Bauherren und einer geordneten städtebaulichen Entwicklung gerecht zu werden, empfehle es sich deswegen bei der Ausweisung neuer Baugebiete, besonderes Augenmerk auf die Festsetzungen des Bebauungsplanes zu legen. Unter Umständen müssten alte Bebauungspläne zukunftsfähig gemacht werden, so die Meinung der Baubehörde.

Gemeinderat Thomas Schlee meinte, dass das Landratsamt feinfühliger sein müsse und dies der Gemeinde überlassen sollte. Ihn würde auch interessieren, ob diese neue Regelung bayernweit gelte oder nur im Landkreis Haßberge.

Bürgermeisterin Bühl sah ein Problem darin, wenn man solch eine Änderung von heute auf morgen vornehme. Es sei auch schon eine Bürgermeisterversammlung angesetzt, bei der man über dieses Thema sprechen werde. In der Gemeinde gehe es unter Umständen um die Bebauungspläne Schatter I und II, an der Kirche sowie dem Teichtacker I und II. In Kottendorf stehe in der Siedlung bereits ein genehmigtes Toskana-Haus. Schwierigkeiten gebe es eventuell jetzt mit dem Bauplan in der Lußberger Siedlung. Man wolle aber noch die weiteren Gespräche abwarten und sah deswegen von einer Beschlussfassung ab.

Unendliche Geschichte

Im Zusammenhang mit der Sanierung des Kindergartens kamen durchaus Meinungen, dass dies langsam zu einer „unendlichen Geschichte“ werde und vom Landratsamt immer wieder Nachfragen kämen und Forderungen zum Bauplan gestellt würden. So gehe es derzeit noch um den Kinderwagenstellplatz, um rauchdichte Türen oder Abstandsflächen zum Nachbargrundstück. Das Ingenieurbüro habe die Ausschreibungsunterlagen fertiggemacht, man könne aber erst ausschreiben, wenn die Genehmigung des Bauplanes vorliege. Eigentlich sei der Baubeginn für Mai vorgesehen.

Die Bürgermeisterin informierte dann über ein Schreiben von Josef Weigmann aus Lauter, dessen Geburtsort und ehemaliger Heimatort der Weiler Edelbrunn sei. Nach seinen geschichtlichen Nachforschungen gehe die „Erstnennung von Edelbrunn“ auf das Jahr 1319/1320 zurück, so dass man 2020 dieses Jubiläum feiern könnte. Er wäre bereit, anlässlich dieses Jubiläums seines Geburtsortes eine Chronik zusammenzustellen. Sie habe ihm hierzu eine Zusage der finanziellen Unterstützung zugesagt. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass man im Jahre 2023 auch„900 Jahre Erstnennung von Breitbrunn“ begehen könne. Dies wäre dann aber eine Sache für den neuen Bürgermeister und den neuen Gemeinderat.

Von Kreisfachberater Guntram Ulsamer lag eine Anfrage vor zur Beteiligung der Gemeinde am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Sommer 2019. Er suche fünf Gemeinden, die am Wettbewerb teilnehmen würden und sehe Breitbrunn gut gerüstet aufgrund vielfältiger Aktivitäten. Aus dem Gremium kam der Hinweis, dass man hierzu aber erst einmal die Vereine ansprechen sollte.

Schlagworte

  • Breitbrunn
  • Günther Geiling
  • Bebauungspläne
  • Gertrud Bühl
  • Kindergärten
  • Sitzungen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!