Wülflingen

Wülflingen: Wie kommt Sterneküche in die Wässernachhalle?

Die Wässernachhalle hat einen neuen Pächter. Die Wahl der zehn Wülflinger Vereine fiel auf Christian Vollkommer aus Theres, der schon ein paar Ideen für die Halle hat.
Bürgermeister Günther Werner (2. von links) und Detlef Jäger (links), Leiter des Liegenschaftsamtes der Stadt Haßfurt, überreichten den symbolischen Schlüssel für die Wässernachhalle an den neuen Pächter der Halle, Christian Vollkommer (2. von rechts), und Klaus Schnitzer (rechts), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wässernachhalle der zehn Wülflinger Vereine. Foto: Wolfgang Sandler

Bürgermeister Günther Werner freute sich, "dass es übergangslos weitergeht". Die Stadt Haßfurt habe sich mit der Arbeitsgemeinschaft Wässernachhalle darauf verständigt, dass die zehn Wülflinger Vereine, die in diesem Hallenausschuss vereint sind, sich selbst einen Pächter für die Halle suchen durften. "Es nützt ja nichts", so der Bürgermeister, "wenn die Stadt einen Pächter aussucht und der kann dann nicht mit den Vereinen." Gleichzeitig seien sämtliche alten Pachtverträge aufgelöst und stattdessen nur noch ein Vertrag abgeschlossen worden. Ab sofort fungiert die Arbeitsgemeinschaft Wässernachhalle als Pächter der Halle gegenüber der Stadt, in deren Besitz sich die Halle befindet. Der Hallenausschuss wiederum hat die Halle an Christian Vollkommer aus Theres verpachtet. Bürgermeister Günther Werner und Detlef Jäger, Leiter des Liegenschaftsamtes des Stadt, überreichten deshalb an Christian Vollkommer und Klaus Schnitzer als Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft den symbolischen Schlüssel und eine Erinnerungstafel.

Klaus Schnitzer teilte die Euphorie von Günther Werner aber nicht ganz. So unproblematisch, wie es nun den Anschein habe, sei der Übergang nicht über die Bühne gegangen. Schnitzer erinnerte daran, dass lange Zeit in Wülflingen die Befürchtung vorgeherrscht  habe, die Stadt Haßfurt, gegenüber den Wülflingern in Verhandlungen vertreten durch den Stadtkämmerer, könne die Wässernachhalle veräußern. Schnitzer lobte in diesem Zusammenhang den Bürgermeister, der das Thema zur Chefsache gemacht und den dann doch reibungslosen Übergang ermöglicht habe, und Liegenschaftsamtsleiter Jäger, der gute Verträge ausgearbeitet habe, sowie den Wülflinger Stadtrat Joachim Schwach, der sich ebenfalls sehr intensiv für diese Lösung stark gemacht habe. "Er hätte sich früher einschalten müssen", war der einzige Vorwurf des Vereinsvertreters an das Stadtoberhaupt.

Schnitzer erläuterte in dem Zusammenhang die wesentlichen Bestandteile des Vertrages. Die Arbeitsgemeinschaft verpflichtet sich, zweimal pro Jahr einen großen Arbeitseinsatz an der Halle durchzuführen, beispielsweise Laub aus der Dachrinne zu entfernen, um das Gebäude in Schuss zu halten. Zudem tagt - wie gewohnt - der Hallenausschuss, in dem jeweils ein Vertreter der zehn Wülflinger Vereine tätig ist, alle Vierteljahre mit dem Pächter. Als Gegenleistung für die Arbeitseinsätze der Vereine wurde mit dem neuen Pächter vereinbart, dass jeder Verein jeweils eine Veranstaltung pro Jahr durchführen kann, ohne Hallenmiete dafür entrichten zu müssen. Die Vereine müssen dann nur die Nebenkosten zahlen.

Jetzt, mit einem neuen Pächter, sei ohnehin daran gedacht, etliche Feste, die in Wülflingen etwas in Vergessenheit geraten sind, wiederaufleben zu lassen. Joachim Schwach erinnerte beispielsweise an das frühere Sommerfest, Christian Vollkommer könnte sich Faschingsveranstaltungen vorstellen oder eine italienische Nacht. Vornehmlich steht der neue Pächter mit Küche und Keller den Vereinen für deren Veranstaltungen an zumeist feststehenden Tagen zur Verfügung. Aber Christian Vollkommer zieht durchaus in Erwägung, auch immer wieder eigene Veranstaltungen zu organisieren, sei es ein Spanferkelessen, eine Schlachtschüssel oder Ähnliches, zu denen sich interessierte Bürger jeweils anmelden könnten.

Den neuen Pächter haben die Wülflinger per Inserat gefunden. Für Christian Vollkommer eröffnet die Wässernachhalle nun ganz neue Möglichkeiten. Der Betreiber eines Partyservices kann nun Interessenten auch einen sogenannten Vollservice anbieten. Das heißt, er kann für Veranstaltungen nicht nur Speis und Trank liefern, sondern auch geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Vollkommer wies dabei darauf hin, dass er den Beruf des Kochs erlernt und als solcher in renommierten Häusern in Österreich, der Schweiz und in Spanien gearbeitet habe. Darunter sei sogar ein Sterne-Restaurant gewesen. So gesehen kann es sein, dass in die Wülflinger Wässernachhalle auch mal internationales gastronomisches Flair Einzug hält.

Währen die Vertragssituation nun geklärt ist, zuvor gab es abenteuerliche Querverträge zwischen Stadt, Vereinen und Pächtern, sind die Arbeiten um die Wässernachhalle noch nicht abgeschlossen. "Der große Parkplatz wird auf jeden Fall noch hergerichtet", so Bürgermeister Werner. Ursprünglich war hier eine Asphaltierung vorgesehen. Nun brachte der Bürgermeister aber eine neue Lösung mit Schotterrasen ins Gespräch nach dem Muster des Lindenhains in Augsfeld. Darüber können die Planer aber noch ein bisschen nachdenken, denn "damit warten wir auf jeden Fall noch bis zum Abschluss der Dorferneuerung", so Bürgermeister Günther Werner.

Für die Wässernachhalle in Wülflingen wurde ein neuer Pächter gefunden. Damit sind nun auch die Befürchtungen der Wülflinger Vereine, die Stadt würde die Halle verkaufen, entkräftet. Foto: Ewald Reitwiesner

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