BAMBERG

Zeitgemäße Räume für 200 Schülerinnen und Schüler

Die Schüler und Schülerinnen freuen sich über die zeitgemäßen Klassenräume. Foto: Marion Krüger-Hundrup

– Es wird noch einige Wochen dauern, bis die letzten Feinarbeiten erledigt sind. Doch ohne Baulärm, wie Wilhelm Schmidt versichert. Gern führt der Leiter der Berufsfachschule Mariahilf auf dem Stephansberg durch das frisch sanierte, denkmalgeschützte Gebäude: „Die Schulräume sind jetzt am Puls der Zeit, modern und attraktiv“, sagt Schmidt. Und den knapp 200 Schülern und Schülerinnen – genau: 190 – lässt sich die Freude über die Chance, auch in zeitgemäßer Umgebung lernen zu dürfen, an den freundlichen Gesichtern ablesen.

Smartboards statt Kreidetafeln

In sämtlichen Klassenräumen haben Smartboards die Kreidetafeln ersetzt, Netzwerkanschlüsse allerorten, optimale Beleuchtung, neues Mobiliar, augenfällige Farbgebung in warmen Grau- und Petroltönen, angelegte Außenanlagen für das Wohlfühlen in Pausen, edelstahlblitzende Kücheneinrichtung und vieles mehr erleichtern das Pauken.

Auf 8,5 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten der Renovierung dieser Schule in Trägerschaft der Erzdiözese Bamberg. Mariahilf vermittelt in drei Zweigen neben einer hauswirtschaftlichen Ausbildung einen sozialpädagogischen sowie einen sozialpflegerischen Berufsabschluss. Als besonders begehrt hat sich die Möglichkeit erwiesen, die Ausbildung zur Kinderpflegerin in Teilzeit zu absolvieren. Gerade junge Mütter – einige Väter sind ebenso vertreten – nutzen dieses Angebot.

Erst zu Beginn des Schuljahres 2019/20 im September konnte die Schulfamilie, zu der 27 Lehrkräfte zählen, aus ihrem dreijährigen Exil im „Schul-Village“ am Heinrichsdamm in das sanierte Gebäude zurückkehren. Bis zur letzten Minute vor dem offiziellen Festakt zur erneuten Besitzübernahme werkelten noch die Handwerker in der schmucken Aula.

Erzbischof weiht die Räume

Erzbischof Ludwig Schick höchstpersönlich nahm die Einweihung vor. „Kirchliche Schulen und christliche Pädagogik wollen und sollen eine integrale Erziehung und Bildung vermitteln“, sagte er. Sowohl bei der Vermittlung von Fachwissen als auch der Persönlichkeitsbildung müsse eine kirchlich geführte Schule spitze sein, meinte der Erzbischof. Dazu gehöre die Charakterbildung, die Treue, Ehrlichkeit und Einsatzbereitschaft, Respekt und Achtsamkeit, Gelassenheit und Humor anstrebe.

Zum Festakt kamen auch die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, und der Zweite Bürgermeister Christian Lange. Schulleiter Schmidt begrüßte ebenso den Projektleiter, Diözesanarchitekt Claus Trübenbach, und das ausführende Architekturbüro Nickel und Wachter.

1887 gegründet

Mariahilf wurde im Jahr 1887 von Erzbischof Friedrich von Schreiber gegründet mit dem Zweck, arbeitslosen Hausangestellten Unterkunft und Verpflegung zu gewähren und dienstunfähige Dienstboten zu versorgen. Es folgte die Ausbildung junger Mädchen für das Hauswesen und den Dienstbotenstand. So entstand im Laufe von Jahrzehnten neben dem Schwesternwohnheim – Dillinger Franziskanerinnen führten bis 2003 die Stiftung Mariahilf – die Haushaltsschule mit Schülerinnenwohnheim und Altenheim. Es folgte die Umstrukturierung zur Berufsfachschule für Hauswirtschaft, später auch für Kinderpflege. Anfang der 90er Jahre kam die Berufsfachschule für Sozialpflege dazu. Seit 2009 ist das Erzbistum Bamberg Träger von Mariahilf. (MKH)

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