GOSSMANNSDORF

Zerstörungswut am Badesee: Dieser Sommer war heftig

Rot-weiße Absperrbänder warnen vor eventuell angesägten Brettern am Badesteg.
Rot-weiße Absperrbänder warnen vor eventuell angesägten Brettern am Badesteg. Foto: Martin Schweiger

„Das war der Wahnsinn heuer“, zeigt sich René Löther verärgert. Er ist zuständig für die Verwaltung des Grillplatzes am Goßmannsdorfer See und kümmert sich auch um die Sauberkeit rund um den Badesee. Der Grund für seine Verstimmung: Immer wieder kam es in diesem Jahrhundertsommer dort zu sinnlosen Zerstörungen.

Wiederholt wurden – fast immer in der Nacht – Bretter auf den Einstiegen mutwillig zerstört. Fünf Mal mussten in diesem Sommer bereits Mitarbeiter des Hofheimer Bauhofs die Bretter erneuern, berichtet Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst. Es handele sich offensichtlich um gezielten Vandalismus, denn kaum habe der Bauhof die Stege gerichtet, würden wieder Bretter herausgebrochen. „Offenbar“, so mutmaßt der Bürgermeister, „fühlt sich jemand durch den in diesem Jahr intensiven Badebetrieb gestört.“

Dass es sich bei den Vandalen um Mitglieder von Gruppen handelt, die den Grillplatz gebucht haben, glaubt René Löther nicht. „Die zahlen eine Kaution zwischen 50 und 100 Euro, gestaffelt nach der Gruppengröße“ sagt der Platzwart. „Die lesen sogar die Zigarettenkippen auf und hinterlassen alles sauber, damit sie die Kaution wiederbekommen“, berichtet er von seinen Erfahrungen. Löther vermutet eher, dass es sich bei den Zerstörern um betrunkene Jugendliche oder junge Erwachsene handelt, die sich nachts dort herumtreiben.

Stege werden abgebaut

Die bislang letzte Schadensmeldung über beschädigte Bretter an zwei Einstiegen erreichte die Stadtverwaltung Ende September. Da die Badesaison weitgehend abgeschlossen ist, werde man diese Stege jetzt abbauen, kündigt Borst an.

Das weitere Vorgehen für die Badesaison 2019 werde man mit der Anglergemeinschaft Goßmannsdorf absprechen. Diese habe den See seit Jahren gepachtet und toleriere das Baden dankenswerterweise – zur Freude vieler Badegäste, die speziell in diesem Hitzesommer die – zumal kostenfreie – Abkühlung in der Natur suchten.

Offizielle Besucherzahlen gibt es für den See nicht, wohl aber für das Hofheimer Freibad, in dem in diesem Sommer 36 000 Besucher gezählt wurden, rund 25 Prozent mehr als in den Vorjahren. Neu und modern gestaltet, hat es sich nach der Sanierung und dem Umbau zu einem „Allianzbad“ für die Mitgliedsgemeinden der Hofheimer Allianz als Attraktion für Wasserratten bewährt. Viele aber, die es etwas ruhiger mögen und zudem auf Erholung und Entspannung in der freien Natur stehen, schwören auf den See bei Goßmannsdorf.

Den Badesee hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bei einer „72-Stunden-Aktion“ im Jahr 2013 auf Vordermann gebracht. Durch den Einbau mehrerer hölzerner Einstiegsmöglichkeiten wurde der See durch Mitarbeiter des Hofheimer Bauhofs aufgewertet.

Dadurch wurde er zu einer willkommenen Ausweichmöglichkeit, als das Hofheimer Freibad zwischen den Jahren 2013 und 2016 wegen des Komplett-Umbaus nicht zur Verfügung stand. Mit sauberem und durchwegs zwischen 20 bis 24 Grad warmem Wasser bot der See in den zurückliegenden sechs Monaten eine Erfrischung in den heißen Sommertagen.

Die Wasserqualität wird vom Gesundheitsamt in Haßfurt regelmäßig überprüft. Bakteriologisch gab es dabei nichts zu beanstanden.

Bretter auf den Einstiegsstegen wurden wiederholt mutwillig zerstört.
Bretter auf den Einstiegsstegen wurden wiederholt mutwillig zerstört.

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