NASSACH

Zur Tracht gehört ein Lebensgefühl

Jutta Meierott präsentierte in der Pfarrscheune in Nassach alte Gewänder aus dem Ort. Im Bild (vordere Reihe von links) Lena Elsner, Jutta Meierott und Lisa Elsner, hintere Reihe: Bürgermeister Dieter Möhring, Trachtendamen aus Aidhausen und Heike Piechaczek (Vierte von links) vo... Foto: Ina Elsner

Wie schwarze Vögel mit ungewöhnlich langen Schwanzfedern wirken die auf einem Tisch versammelten Hauben. Eingehend werden ihre bestickten Spiegel betrachtet und die feine Handarbeit bewundert.

Auf großes Interesse stieß die von Jutta Meierott organisierte Trachtenausstellung in Nassach. Gemeinsam mit Heike Piechaczek von der VHS Aidhausen hatte Meierott zahlreiche Zeugnisse vergangener Zeiten anschaulich präsentiert. Vom schlichten weißen Hochzeitskleid über farbenprächtige Tücher und Schürzen, kunstvoll gearbeitete Hochzeitskronen bis hin zu Unterkleidern und Nachtgewändern waren von Nassacher Einwohnern und vom historischen Dorfladen in Friesenhausen die Schätze aus alten Zeiten zur Verfügung gestellt worden. „Wer ist wer?“, wurde vor den alten Fotos gerätselt. Immer wieder diskutierten Besucher darüber, aus welchem Anwesen die abgebildeten Personen wohl stammten.

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Trachtenausstellung

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„In unserer hektischen Zeit besinnt man sich immer mehr auf Traditionen“, eröffnete Bürgermeister Dieter Möhring die Ausstellung. Mit vielen Abbildungen und Fotos ging Jutta Meierott auf die Entwicklung von Kleiderverhalten ein. Königin Victoria von England, verheiratet mit Prinz Albert vom Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, sei begeistert gewesen von den Trachten der Coburger Landbewohner, hat Meierott recherchiert. Für Victoria waren die Trachten Symbol für die aus ihrer Sicht heile Welt in der Heimat ihres Ehemannes.

Wie in manchen Dörfern und Regionen noch altes Brauchtum gepflegt werde, zeigte Meierott mit Bildern aus Ochsenfurt, Geldersheim und Gochsheim. Mit dem Tragen einer Tracht sei immer auch ein Lebensgefühl verbunden. „Man empfindet sich zugehörig, weiblich, festlich.“ Dies bestätigten auch die beiden jungen Frauen Lena und Lisa Elsner aus Rottenstein. Sie waren in zwei der alten, aufwändig gefertigten Gewänder geschlüpft und trugen Bänderhauben. „Man fühlt sich ehrwürdig, fast majestätisch und besonders schick.“

Der Aidhäuser Rudi Then sorgte auf dem Akkordeon für die musikalische Unterhaltung.

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