Haßfurt

Amtsgericht Haßfurt: Müllwagen beschädigt in Zeil eine Hauswand

Der Fahrer eines Müllfahrzeugs stand vor Gericht, weil er in Zeil eine Hauswand angefahren und den Vorfall nicht der Polizei gemeldet hatte.
Vor dem Amtsgericht Haßfurt musste sich ein Berufskraftfahrer wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten.
Foto: Peter Schmieder | Vor dem Amtsgericht Haßfurt musste sich ein Berufskraftfahrer wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten.

Ein 44-jähriger Berufskraftfahrer aus dem Maintal hatte sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht in Haßfurt wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu verantworten. Ihm wurde von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, dass er im vergangenen Jahr in Zeil mit seinem Lkw ein Haus touchiert und sich dann unerlaubt von der Unfallstelle entfernt habe.

Auf die Frage von Richterin Kerstin Leitsch, ob sich der Angeklagte äußern wolle, verlas sein Verteidiger, Rechtsanwalt Willy Marquardt, eine Erklärung. Danach räumte sein Mandant ein, zur Tatzeit mit dem Lkw in besagter Straße in Zeil unterwegs gewesen zu sein. Dass er mit dem Lkw das Haus erfasst hatte, darauf habe ihn sein Kollege, der hinter dem Müllfahrzeug stand, aufmerksam gemacht. Deshalb sei der Angeklagte ausgestiegen und habe sich den Schaden angesehen, den er als gering einschätzte.

Meldung an die Firma muss "untergegangen" sein

Weiter habe er dann versucht, die Geschädigte ausfindig zu machen, indem er an deren Haustür klingelte, geöffnet habe jedoch niemand. Daraufhin sei er weiter gefahren, habe jedoch das Büro seiner Firma über den Vorfall verständigt. Dort, so der Verteidiger, müsse das aber "untergegangen" sein, jedenfalls wusste dort niemand etwas von der Sache.

Als Zeugin wurde die geschädigte Rentnerin vernommen. Sie erklärte, dass den Vorfall ihre Nachbarin beobachtet habe und ihr die entsprechenden Hinweise gegeben habe, was zur Ermittlung des Verursachers führte. "Ich habe mich geärgert, weil innerhalb eines Jahres bereits mein Haus zum zweiten Mal angefahren wurde und die Verursacher verschwanden", sagte die Rentnerin. Der Schaden wurde vom Staatsanwalt mit über 2000 Euro beziffert, dürfte letztlich jedoch bei etwas über 1000 Euro gelegen haben. Ihr Geld hat die Geschädigte von der Versicherung bekommen, den Schaden habe ihr jemand gerichtet.

Mehrere Vorstrafen

Laut Bundeszentralregister, welches Richterin Kerstin Leitsch verlas, hatte der Angeklagte sieben Eintragungen, mehrmals wegen Diebstahls und Betrugs. In seinem Plädoyer sah der Staatsanwalt den Tatbestand des unerlaubten Entfernen vom Unfallort erfüllt und wertete zu Gunsten des Angeklagten dessen Geständnis. Er beantrage 25 Tagessätze zu je 35 Euro, also eine Geldstrafe in Höhe von 875 Euro, sowie zwei Monate Fahrverbot und die Kosten des Verfahrens.

Der Verteidiger wies in seinem Plädoyer darauf hin, dass sein Mandant geständig war und dass auch der Schaden relativ gering gewesen sei, was in die rechtliche Beurteilung mit einfließen müsse. Mehr als 20 Tagessätze hielt er nicht für angebracht und sein Mandant solle seinen Führerschein behalten können, weil er sonst, wie einem Schreiben seines Arbeitgebers zu entnehmen war, seine Arbeit verlieren würde.

Was wäre gewesen, wenn es keine Zeugin gegeben hätte?

Richterin Kerstin Leitsch verurteilte den Angeklagten, der sich in seinem letzten Wort den Ausführungen seines Verteidiger anschloss, zu 25 Tagessätzen zu je 30 Euro, insgesamt also zu einer Geldstrafe von 750 Euro. Sie wies darauf hin, dass sich der Verurteilte nicht entsprechend seiner Verpflichtungen verhalten habe. "Was wäre gewesen, wenn die Nachbarin den Vorfall nicht beobachtet hätte? Dann wäre die Geschädigte vermutlich auf ihrem Schaden sitzen geblieben", sagte die Richterin. Deshalb setze das Gesetz enge Grenzen und die Verständigung der Polizei sie immer möglich, wenn man den Geschädigten nicht ausfindig machen könne. Weder der Angeklagte noch sein Verteidiger äußerten sich hinsichtlich der Annahme des Urteils.

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