Birkenfeld

Applaus und Bravorufe für junge Künstler

Die jungen Künstler beim Schlussapplaus des Konzerts in Birkenfeld.
Foto: Rudolf Hein | Die jungen Künstler beim Schlussapplaus des Konzerts in Birkenfeld.

Vor 22 Jahren dirigierte Lord Yehudi Menuhin bei den Wernecker Schlosskonzerten das Symphonie-Orchester Kaunas. Und dies bot Zeit und Gelegenheit, in seiner Anwesenheit den Verein Live Music Now Franken zu gründen. Für das seitdem alljährlich in Franken stattfindende Benefizkonzert wurde in diesem Jahr Schloss Birkenfeld ausgewählt. Über 100 begeisterte Zuhörer erlebten sechs junge Musiker, die ganz hervorragende Leistungen zeigten.

„Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude“ – das war eine grundlegende Erfahrung des weltberühmten Geigers Yehudi Menuhin. In seinem Namen gründete sich 1992 in München die Organisation Live Music Now, von der es allein in Deutschland 20 Vereine gibt, die im Jahr 2017 rund 2500 Konzerte organisierte, und das alles ehrenamtlich. „Jeder Eurocent, der hereinkommt, wird für die Vereinsarbeit ausgegeben, von der Verwaltung bis zu den Briefmarken – alles wird von den Vereinsmitgliedern unentgeltlich geleistet“, erläutert Gründungsmitglied Prof. Dr. Helmut Legal.

Wichtige Einnahmequelle ist das alljährliche Benefizkonzert, das am Sonntag auf Schloss Birkenfeld stattfand und sechs jungen Virtuosen, maximal 30 Jahre alt, Gelegenheit gab, vor großem und sachverständigen Publikum aufzutreten.

Normalerweise sind die Spielorte dieser Musiker eher ungewöhnlich: Krankenhäuser und Gefängnisse, Lazarette und Ghettos, Altenheime oder Flüchtlingsunterkünfte, für die die Auftritte kostenlos sind. Solche Kontakte bieten den Künstlern Gelegenheit, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, Konzerterfahrung zu sammeln und auch eine kleine Gage vom Verein zu erhalten.

Ausgewählt werden sie von Professoren der Musikhochschulen Würzburg und Nürnberg, die sehr hohe Qualitätsansprüche vor allem im spieltechnischen Bereich stellen, so die Musikwissenschaftlerin und Vorsitzende des fränkischen Vereins, Erna Rauscher.

Magdalena Steinbauer an der Oboe, Mika Yamamoto, Klavier und Shunsuke Ohmori, Fagott, beide aus Japan, Flötist Milan Jeremic aus Serbien, die Ukrainerin Olga Kalabynina am Klavier und der Russe Arseniy Strokovskiy am Akkordeon zeigten solo, als Duo oder Trio ihr überragendes Können.

Erna Rauscher führte sachkundig und amüsant durch das Programm, das einen weiten Bogen von Robert Schumanns Romanzen, den Operntranskriptionen von Renaud de Vilbac, Johann Sebastian Bach und Isaac Albeniz auf dem Akkordeon bis hin zu Francis Poulenc und Astor Piazzolla spannte – allesamt hoch anspruchsvolle Musikstücke, die souverän dargeboten wurden und dem Publikum Bravorufe und lange anhaltenden Beifall wert waren.

Die Hausherrin, Mirjam Gräfin zu Ortenburg, war so begeistert von der Veranstaltung in der ehemaligen Reithalle ihres Anwesens, dass sie die jungen Künstler am liebsten gleich für weitere Konzerte verpflichtet hätte. Und auch der anwesende Landrat Wilhelm Schneider war des Lobes voll.

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