Sand am Main

Auch in der Gemeinde Sand steigen die Müllgebühren

Die grün markierten Flächen in der Gemarkung Sand nördlich der A 70 sind grundsätzlich für Freifeld-Photovoltaikanlagen geeignet. Der Gemeinderat beschloss diese nun näher zu untersuchen.
Foto: Visualisierung: Bayerische Vermessungsverwaltung | Die grün markierten Flächen in der Gemarkung Sand nördlich der A 70 sind grundsätzlich für Freifeld-Photovoltaikanlagen geeignet. Der Gemeinderat beschloss diese nun näher zu untersuchen.

Auch in Sand, eine der wenigen Kommunen, die die Abfallentsorgung nicht an den Landkreis zurückübertragen haben, werden ab 1. Januar 2020 die Müllgebühren steigen. Die Gemeinde Sand zahlt zukünftig eine um insgesamt rund 28 000 Euro höhere Pauschale an den Landkreis, die an die Bürger weitergegeben werden muss. Auch war eine Neubetrachtung der gesamten Gebührenkalkulation notwendig, in die auch die Abfuhrkosten des Entsorgungsunternehmens sowie allgemeine Kosten wie zum Beispiel für die Grünschnittannahme einfließen.

Um 42 Euro jährlich werden nun die Gebühren in der Gemeinde steigen. Die 60 Liter-Restmülltonne mit zweiwöchiger Leerung kostet dann 192 Euro im Jahr, während die Gebühr für die gleiche Tonne mit nur vierwöchentlicher Leerung 168 Euro beträgt. Damit liegen die Müllgebühren in Sand etwas höher als bei den Gemeinden, die über den Landkreis entsorgen lassen. Bürgermeister Bernhard Ruß betonte in der jüngsten Ratssitzung aber, dass dafür für die Bürger auch mehr Leistung geboten werden, wie zum Beispiel die Annahme von Grünschnitt.

Errichtung von Photovoltaikanlagen

Auch über den aktuellen Stand zur Planung von Freifeld-Photovoltaikanlagen entlang der Maintalautobahn A 70 wurde der Gemeinderat Sand in seiner jüngsten Sitzung informiert. Marco Siller, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologien im Landkreis Haßberge (GUT), erläuterte den Sachverhalt.

Demnach sind Flächen mit einer Gesamtgröße von 11,47 Hektar entlang der Straße Sand-Zell nördlich der Autobahn zur Errichtung von Photovoltaikanlagen geeignet. Davon sollen nach heutigem Kenntnisstand acht Hektar im Rahmen einer Bürgerenergieanlage genutzt werden. Die restlichen Flächen werden voraussichtlich von lokalen Unternehmen selbst betrieben werden.

Die Flächen liegen nur einen Kilometer zur Einspeisungsstation entfernt, was Siller als optimal bezeichnete. Das gesamte Areal soll nun näher untersucht und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes herangezogen werden. Die exakte Festlegung des Umfangs und der Aufstellungsbeschluss erfolgen dann in einem nächsten Schritt. Diesem Vorgehen stimmte der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen zu.

Keine Raumluftfilter gewünscht

Wie bereits in einer der vorausgehenden Gemeinderatssitzungen behandelt, hatte die SPD-Fraktion einen Antrag auf Beschaffung von CO²-Messgeräten und Raumluftfiltern für die Grundschule und die Kindergärten gestellt. Zu dem Thema wurden zwischenzeitlich Stellungnahmen der Schulleitungen, der Leiterinnen der Kindergärten sowie der Elternbeiräte eingeholt. Diese hielten aber die Anschaffung von Raumluftfiltergeräten nicht für angebracht. Auch für die Mittagsbetreuung und die Mensa, die im unmittelbaren Verantwortungsbereich der Gemeinde liegen, wurden Raumluftfiltergeräte nicht für erforderlich gehalten. Eine Beschaffung von CO²-Meldern wurde aber begrüßt.

Die Baugebiete "Melm", "Untere Länge I" und "Untere Länge II"

Für die Baugebiete "Melm", "Untere Länge I" und "Untere Länge II" wurden die Bebauungspläne überarbeitet und neue Richtlinien festgelegt. Unter anderem ging es hierbei um die Zahl der maximalen Wohneinheiten beziehungsweise der Stellplätze je Wohneinheit. In der "Melm" sind demnach maximal drei Wohneinheiten je Wohngebäude zulässig, wobei die Stellplätze innerhalb der Grundstücksfläche zu errichten sind. Dagegen sind in den Gebieten "Untere Länge I" und "Untere Länge II" keine Anzahlbegrenzung der Wohneinheiten vorgesehen. Jedoch sind je Wohneinheit 1,5 Stellplätze zu bauen. Bei einer bruchteilig errechneten Anzahl ist grundsätzlich auf die nächste volle Zahl aufzurunden, so der Gemeinderatsbeschluss.

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