Maroldsweisach

Maroldsweisach: Ausgeglichener Haushalt ohne neue Schulden

Maroldsweisach: Ausgeglichener Haushalt ohne neue Schulden

Am Montag gab die neue Kämmerin Doreen Pfadenhauer im Hartlebsaal in Maroldsweisach ihr Debüt. Sie machte ihre Sache sehr gut und erntete vom Gremium, durch alle Fraktionen, viel Lob für die Ausarbeitung des umfangreichen Zahlenwerks.

Trotz Coronakrise und Klimakrise, die sich in Bezug auf die Waldbewirtschaftung im Haushalt spiegelt, ist es der Marktgemeinde gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung aufzustellen. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 6,3 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 3,1 Millionen Euro ab. Die Haushaltsansätze wurden nach Hochrechnung, Erfahrungswerten und Erfordernissen ermittelt und dementsprechend festgelegt, betonte die Kämmerin.

So geht die Marktgemeinde heuer von einem minus von rund 12 000 Euro in der Waldbewirtschaftung aus. Schon 2019 war die Situation auf dem Holzmarkt durch einen Fehlbetrag von rund 10 000 Euro im Haushalt sichtbar geworden. Keine Erfahrungen aus dem Vorjahr hat man mit den Auswirkungen der Coronakrise auf die Gewerbesteuereinnahmen. Die Gemeinde hat hier mit einem Ansatz von 450 000 Euro allerdings einen Rückgang der Einnahmen um rund 30 Prozent eingeplant. In den vergangenen zehn Jahren wurden niemals geringere Einnahmen aus der Gewerbesteuer generiert.

Schuldenstand soll sich reduzieren

Ebenfalls enorm reduziert wurde der Ansatz der Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt. 206 459 Euro wurden hier veranschlagt. Das sind 474 774 Euro weniger als im Vorjahr. Trotzdem soll der Schuldenstand der Gemeinde sich in diesem Jahr um 120 000 Euro reduzieren. Somit sollte der Schuldenstand Ende des Jahres 1,6 Millionen Euro betragen. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 500 Euro. Der Rücklagenstand Maroldsweisachs lag zu Beginn des Jahres bei 1,4 Millionen Euro.

Für das Rechnungsjahr 2020 ergibt sich aufgrund des Gewerbesteuereinbruchs eine geringere Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt. Wegen der vorhandenen Rücklagen sei es möglich, notwendige Investitionen ohne Kreditaufnahme durchzuführen und am Ende des Jahres, eine Zuführung zu den Rücklagen erfolgen zu lassen, so Pfadenhauer.

Im Sozialbereich gibt der Markt für Kindergarten- und Schulkinder 758 000 Euro aus. Das Freibad in Altenstein schlägt in Ausgaben mit 137 550 Euro zu Buche. Dem stehen heuer trotz Erhöhung der Eintrittspreise nur 23 200 Euro an Einnahmen gegenüber. Die Badesaison hatte spät begonnen und die Besucherzahl war coronabedingt reduziert. Für die Kreisumlage muss Maroldsweisach in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro berappen. Die Schlüsselzuweisungen belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Der Förderzins der Steinbruch AG für den Basaltabbau auf dem Zeilberg wurde mit 68 000 Euro veranschlagt.

Eine große Investition der Gemeinde ist die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. 106 000 Euro kostet dieses Unterfangen. Die Kosten sollten sich aber in einem Zeitraum von vier Jahren amortisieren. Mit 100 000 Euro an Ausgaben rechnet die Gemeinde auch im Zusammenhang mit der Erneuerung der Ortsdurchfahrt in Maroldsweisach und der Sanierung der Allertshäuser Straße. Für das Programm "Innen statt Außen" sind drei Projekte, verteilt auf zwei Jahre angedacht. Die Kosten dürften sich heuer auf 425 000 Euro belaufen. Man rechnet aber mit einer Abschlagszahlung von 350 000 Euro, da das Programm zu 90 Prozent gefördert wird.

Keine großen Ausgabenposten

Für weitere Erneuerungen an der Straßenbeleuchtung und Erdverkabelung in Todtenweisach wurden 62 000 Euro eingestellt. Für Planungs- und Erschließungskosten von Baugebieten werden Kosten in Höhe von 72 000 Euro erwartet. Dem sollten jedoch Kostenerstattungen in Höhe von 20 000 Euro gegenüberstehen. Für einen Radweg Richtung Birkenfeld wurden 40 000 Euro eingeplant. Genau so viel will man für die allgemeine Verbesserung der Friedhöfe ausgeben. Ein Anbau und Neuanschaffungen für den Bauhof sowie eine Leasingrate für den Traktor schlagen mit 55 000 Euro zu Buche. Geplante Pflasterarbeiten und Befestigungen in Maroldsweisach, Voccawind und Geroldswind werden mit 43 000 Euro veranschlagt.

Große Ausgabenposten finden sich im Haushalt kaum. Vor allem aber beschränke er sich auf notwendige und finanzierbare Vorhaben, so die Kämmerin. Überplanmäßige Ausgaben sind zu vermeiden. Durch die nicht vorhersehbare Coronakrise sei in diesem und im nächsten Jahr mit erheblichen Einbußen bei den Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen. Dies habe natürlich Auswirkungen auf die freie Finanzspanne für Anschaffungen und Investitionen.

Nicht zuletzt dank der Rücklagen sei die Gemeinde nicht ganz so hart durch die Coronakrise getroffen, wie es teilweise bei anderen Gemeinden der Fall sei, erklärte Bürgermeister Wolfram Thein und dankte der Verwaltung und vor allem der Kämmerin für Haushaltsplan und Vortrag. Das Gremium verabschiedete den Haushaltsplan einstimmig und bedachte die Ausführungen der Kämmerin mit Applaus.

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