Obertheres

Autobahnlärm in Horhausen bleibt unter den Grenzwerten

Die Bürger von Horhausen (rechts hinten im Bild) fühlen sich seit vielen Jahren vom Lärm der Autobahn A 70 massiv gestört. Laut jüngsten Messungen liegt der Geräuschpegel aber unter den zulässigen Grenzwerten. Das Bild entstand im Jahr 2018.
Foto: Ulrike Langer | Die Bürger von Horhausen (rechts hinten im Bild) fühlen sich seit vielen Jahren vom Lärm der Autobahn A 70 massiv gestört.

Manch ein Bürger aus Horhausen (Gemeinde Theres) fühlt sich durch den Verkehrslärm der nahen Autobahn A 70 gestört. Einer von ihnen berichtete in der Gemeinderatssitzung am Montag im Sportzentrum, dass er den Lärm nachts in seinem Schlafzimmer höre, trotz extra eingebauter Schallschutzfenster. Bei geöffnetem Fenster könne er überhaupt nicht schlafen, sagte er.

Die Gemeinde hatte daher ein Ingenieurbüro damit beauftragt, Schallmessungen in Horhausen durchzuführen. Ein Mitarbeiter der Firma stellte die gemessenen Werte während der Gemeinderatssitzung vor und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Fast alle Werte, die tagsüber zwischen 6 und 22 Uhr gemessen wurden, lagen bei 50 Dezibel oder darunter und damit erheblich unter dem Grenzwert von 64 Dezibel, den der Gesetzgeber für ein Mischgebiet ausgibt. Sie lagen auch deutlich unter dem sogenannten "Orientierungswert" von 60 Dezibel. Die Werte nachts zwischen 22 und 6 Uhr lagen bei 45 Dezibel oder darunter und damit ebenfalls unter dem nächtlichen Grenzwert von 54 Dezibel. Auch der nächtliche Orientierungswert von 50 Dezibel wurde deutlich unterschritten.

K.O.-Kriterium für Klagen

Die Dauermessung wurde in der Mühlenstraße in Horhausen außerhalb der Ferien zwischen dem 12. und 25. Oktober vergangenen Jahres durchgeführt. Es handelt sich dabei nicht um ein reines Wohngebiet, sondern ein sogenanntes "Mischgebiet". Gemessen wurde auf Erdgeschoss-Höhe. An Samstagen und Sonntagen waren die Werte noch niedriger. "Es sind Werte, die auch einem reinen Wohngebiet gut zu Gesicht stehen", sagte der Mitarbeiter des Ingenieurbüros aus Würzburg. Die Werte seien gleichzeitig auch ein K.O.-Kriterium für Klagen oder Beschwerden. Ganz konnte er den Gemeinderat jedoch nicht überzeugen. Bei der Messung auf Erdgeschoss-Ebene könnten Bäume oder Sträucher Schallwellen schlucken oder vermindern. Das Gremium entschloss sich daher, zwei weitere Messungen durchführen zu lassen. Eine davon in rund sechs Metern Höhe auf Höhe eines ersten Gebäudestocks.

Nina Streng aus Altenstein ist seit Jahresbeginn die neue Allianzmanagerin der Allianz Main & Haßberge und stellte sich im Gemeinderat vor.
Foto: Martin Schweiger | Nina Streng aus Altenstein ist seit Jahresbeginn die neue Allianzmanagerin der Allianz Main & Haßberge und stellte sich im Gemeinderat vor.

Als neue Managerin der Gemeindeallianz Main & Haßberge stellte sich Nina Streng aus Altenstein (Markt Maroldsweisach) vor. Sie verwies darauf, dass auch in diesem Jahr Kleinprojekte im Bereich der Allianz über das Regionalbudget des AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) gefördert werden. Die Fördersumme beträgt 100 000 Euro. Anträge können bis 15. Februar 2021 bei der Verwaltungsgemeinschaft Theres eingereicht werden. Es werden nur Kleinprojekte im Wert von 500 bis 20 000 Euro gefördert. Die Projekte müssen bis zum 20. September 2021 durchgeführt und abgerechnet sein. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise der Dorfgemeinschaftsplatz in Horhausen neugestaltet oder Ruhebänke aufgestellt.

Anwohner werden befragt

Lebhaft diskutiert wurde die zukünftige Nutzung des Spielplatzes "Wengert" in Untertheres. Eine Alternative wäre, den Spielplatz mit einer Sitzgruppe und Outdoor-Sportgeräten für Senioren zum Mehrgenerationenplatz aufzuwerten. Die andere Option wäre den Platz mit rund 680 Quadratmetern als Bauplatz zu verkaufen. Das Gremium einigte sich darauf, Anwohner nach deren Meinung zu befragen. Eine Entscheidung soll dann in der nächsten Sitzung fallen.

Bürgermeister Matthias Schneider informierte, dass der Mobilfunkanbieter Vodafone den Funkmast bei Horhausen an das Glasfasernetz anschließt. Als Entschädigung für coronabedingte Gewerbesteuerausfälle erhält die Gemeinde vom Freistaat Bayern knapp 168 000 Euro. Sportvereine wie der Schützenverein, die Tischtennisabteilung oder der Kegelclub erhalten für Erfolge im Jahr 2019 Fördergelder. Der TV Obertheres erhält für sein 125. Jubiläum im vergangenen Jahr 500 Euro. Die SpVgg Untertheres wurde 100 Jahre alt und erhält ebenfalls 500 Euro.

Positive Bilanz

Im Rückblick auf das Jahr 2020 zeigte sich Schneider trotz Corona zufrieden. Zahlreiche Projekte wie die Sanierung der Brunnenstraße in Untertheres oder der Sporthalle in Obertheres wurden durchgeführt, 16 Baugenehmigungen erteilt. Im neuen Jahr stehen neue Aufgaben an, wie die Erschließung von Bauland, die Sanierung der Maintalhalle in Untertheres sowie der Ortsdurchfahrten in Horhausen und Wagenhausen. Schneider bedankte sich bei seinen Stellvertretern und dem Gemeinderat für die konstruktive Mitarbeit.

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