Untersteinbach

Ausflug der Bürgermeister aus dem Haßbergkreis

Auch die Ruine der Burg Bramberg besichtigten die Oberhäupter der Landkreiskommunen bei ihrem dreitägigen Bürgermeisterausflug.
Foto: Christian Licha | Auch die Ruine der Burg Bramberg besichtigten die Oberhäupter der Landkreiskommunen bei ihrem dreitägigen Bürgermeisterausflug.

Bürgermeister Thomas Stadelmann hätte die Strecke nicht mit seinem Roller abfahren dürfen: Das war aber auch schon die einzige Kritik, die die Landkreisbürgermeister an ihrem Zeiler Kollegen übten. Stadelmann, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindetags im Landkreis, organisiert alljährlich einen viertägigen Ausflug der Bürgermeister für den Bayerischen Gemeindetag Haßberge.

Bis zu 20 Bürgermeister der Haßberge-Kommunen, der Landrat und Vorstände der Sparkasse waren per pedes unterwegs. Ein vorher mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept, ließ es zu, den Ausflug durchführen zu können, nachdem die Corona-Ampel zu diesem Zeitpunkt im Landkreis Haßberge auch noch auf "grün" stand.

Weil in diesem Jahr alles anders ist, wurde keine Busreise in die weitere Umgebung geplant, sondern die Bürgermeister blieben daheim und entdeckten ihren Landkreis aus der Wanderer-Perspektive.

Jürgen Hennemann (Ebern) hatte die Tour von Ort zu Ort vorgeschlagen. Die Strecke, die am ersten Tag 25 Kilometer betrug, 16 Kilometer am zweiten und 26 Kilometer am dritten Tag, wirkte auf den ersten Blick überschaubar. Die Streckenwahl musste sich aber insbesondere nach den begrenzten Übernachtungskapazitäten im Kreis richten.

Weinprobe im Weintal

Vom Start in Untersteinbach im Steigerwald führte der Rauhenebracher Bürgermeister Matthias Bäuerlein über den Wotansborn und den Böhlgrund nach Zell am Ebersberg. Angereichert wurde die Wanderung von Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner, der die Bürgermeister über die Arbeit der Staatsforsten im Allgemeinen und im Steigerwald im Besonderen informierte.

Naturbelange und Wirtschaftlichkeit sollen in Einklang gebracht werden, dazu die Nutzung des Walds für Sport und Erholung. Hier wollen Spaziergänger genauso wie Mountainbiker auf ihre Kosten kommen.

In Zell am Ebersberg war eine Weinprobe der Abt-Degen-Weintal Winzer Peter Götz und Florian Mühlfelder angesagt, und die Bürgermeister durften noch mal auf den Schlossberg hinauf, bevor es nach Zeil zu "Bauer Robert" zum gemeinsamen Abendessen ging. Hier mussten dann schon die ersten Fußschäden verarztet werden.

Verpflegung aus dem Begleitfarzeug

Die Gesamtbefindlichkeit wurde am nächsten Tag unter der Führung vom Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann nicht besser: 15 Kilometer von Augsfeld über die Hohe Wann und auf dem Haßbergtrauf hinüber nach Königsberg und weiter nach Rügheim führten über schöne Wege und waren von der Strecke her zwar überschaubar, boten aber einige Schwierigkeiten.

Bei der Pause auf dem Königsberger Schloss informierte Burgvogt Edi Klug über die Geschichte der Anlage. Die Verpflegung gab es – wie an allen Tagen – aus dem Begleitfahrzeug von Monika Stadelmann.

Interessant war dann beim Eintreffen in Rügheim die Bierprobe bei den ortsansässigen Kommunbrauern, die nach vorheriger Anmeldung durchgeführt werden konnte. Die Bürgermeister hörten aber gern die Geschichte, wie es gelang, das Brauhaus zu renovieren und wiederzubeleben. Die Förderung des Ehrenamts ist in allen Gemeinden ein Thema.

Der "Hofheimer Weg"

Bürgermeister Wolfgang Borst informierte über den Hofheimer Weg: "Wenn die Dorfgemeinschaft eines Stadtteils Geld für ein Projekt aufbringt, gibt die Stadt einen Anteil dazu."

Im Landhotel Rügheim informierte Vorstandsvorsitzender Peter Schleich von der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge über die aktuelle Situation im Bankensektor und die zurückliegenden Monate. Er ging dabei insbesondere auf die Fusion der beiden Institute und die daraus resultierenden Veränderungen ein. Insgesamt habe man sich mit dieser Fusion gestärkt für die Aufgabe der Finanzierung der regionalen Wirtschaft.

Von Landwirtschaft geprägter Ort

Die dritte Etappe von Rügheim über Bramberg, Bischwind und Brünn nach Ebern, von Eberns Bürgemeister Jürgen Hennemann geplant, wurde schließlich großenteils per Fahrzeug zurückgelegt. Zum einen, weil Knie, Rücken, Füße und Schuhe vielfach gelitten hatten und es mit 26 Kilometern die weiteste Strecke der Drei-Tage-Wanderung gewesen wäre. Und zum anderen, weil in diesen Tag auch viel Programm gepackt war.

So zum Beispiel eine Besichtigung der Burgruine Bramberg und ein Zwischenstopp bei dörflichen Produkten in Bischwind am Raueneck in der Alten Schule beim SV Bischwind. Informationen über den Stadtteil Bischwind und den Herausforderungen eines landwirtschaftlich geprägten Dorfes gab der Eberner Stadtrat und Biolandwirt Klaus Schineller.

Es folgte die Besichtigung eines weiteren Brauhauses, natürlich mit einem Probeschluck bei der Braugemeinschaft Brünn. Hier braut die Dorfgemeinschaft in einem historischem Brauhaus, das der Stadt Ebern gehört, seit 1730 nach der überlieferten Methode im festgemauerten Sudkessel Bier.

Weiter folgte ein Informationsbesuch auf der Ruine Raueneck, wo der frühere Kreisheimatpfleger Günther Lipp die Führung übernahm und die Bürgermeister mit etlichen Anekdoten und Geschichten in die Vergangenheit der Burg versetzte. Schlussendlich noch stand die Besichtigung des Garnisonsmuseums unterm Hotel "Stadl" in Ebern auf dem Plan. Dort endete die Wandertour.

Gastronomisch noch "Luft nach oben"

Abschließend kam der eine oder andere Bürgermeister bei der Tour zu dem Schluss, dass Wanderer im Steigerwald und in den Haßbergen zwar schöne Landschaften und gepflegte Wege vorfinden, dass aber bei der gastronomischen Versorgung unterwegs noch Luft nach oben ist.

Dem Vernehmen nach sind die Bürgermeister einer Wiederholung dieses "Ausflugs daheim" nicht abgeneigt. Nur soll dann weniger gelaufen werden, vielleicht große Strecken mit dem Rad überwunden werden.

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