Ebern

Der Bund Naturschutz erfasst alte Birnbäume im Raum Ebern

Birnbaum am Losberg bei Ebern, eingerahmt von Kirsch- und Schlehenblüte.
Foto: Harald Amon | Birnbaum am Losberg bei Ebern, eingerahmt von Kirsch- und Schlehenblüte.

Kirschbäume und Schlehenhecken stehen schon in voller Blüte, in den nächsten Tagen werden auch die Birnbäume mit ihrer weißen Pracht die Landschaft bereichern. Das nimmt der Bund Naturschutz Ebern zum Anlass, in einer Pressemitteilung über sein Projekt "Birnbäume im Eberner Bereich" zu informieren. Gleichzeitig bittet er um Mithilfe.

Alte Birnbäume stehen, ob als Hausbaum, Einzelbaum oder in der Reihe, als Zeugen einer vergangenen Zeit als prägende Elemente in der Landschaft, so der BN. Ihre knorrigen Äste recken sie in den Himmel und trotzen widrigen Wachstumsbedingungen. Gleich einer Oase stellten Birnbäume als Biotopbäume wertvolle Rückzugsorte für Tierarten dar. Höhlenbrütende Vögel finden in Baumhöhlen Zuflucht, seltene Insektenarten in der rissigen Borke, der Eremiten-Käfer im Mulm.

Im vergangenen Jahr wurden 150 Birnbäume für das Projekt erfasst. Daten wie Höhe, Stammumfang, Krondurchmesser, Standort und Zustand wurden für ein "Baumporträt" bestimmt. Nun sollen notwendige erhaltende Maßnahmen dazukommen und die Besitzverhältnisse geklärt werden. Außerdem wollen Eberhard Ponader und Harald Amon Erfassungslücken im Bereich des Altlandkreises Ebern schließen.

Sorten werden bestimmt

Dazu bittet der Bund Naturschutz um Meldungen alter Birnbäume mit dem genauen Standort (Beschreibung oder Koordinaten) unter Tel.: (09531) 8606 oder Tel.: (09531) 1737) oder E-Mail: vorstand@bund-naturschutz-ebern.de. Erfreulich wäre es, wenn die Meldung eines Baumes mit Details wie Besonderheiten, Geschichte, Besitzer oder Foto versehen werden könnte, so der BN. Auch Interessenten, die am Projekt als Kartierer oder in anderer Funktion mitarbeiten wollen, sind willkommen, heißt es in der Pressemitteilung.

In Zusammenarbeit mit Robert Lauer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt sollen im September vom Pomologen Wolfgang Subal die Birnensorten bestimmt werden. Da Birnbäume oft weit über 50 Jahre alt sind, interessiere besonders, welche Sorten um Ebern angebaut und genutzt wurden, so der BN. Es werde auch Wissen vor Ort über regionale Sorten gesucht. Bisher konnten bereits 13 Sorten identifiziert werden.

Auch Fotos von Birnbäumen gesucht

Um der Bevölkerung die Sortenvielfalt nahezubringen, sind im Herbst zwei bis drei Verkaufsaktionen geplant, um die Unterschiede in Reifezeit, Haltbarkeit und Geschmack von Birnensorten wie Gute Graue, Pastorenbirne, Minister Dr. Lucius oder Gräfin von Paris zu zeigen. Der BN hofft, so die Leute wieder auf den Geschmack zu bringen.

Es ist auch geplant, "zwei besondere Birnbäume auszuzeichnen, um die Eigenschaften, Geschichten und Besonderheiten dieser landschaftlichen Mammuts exemplarisch darzustellen", heißt es in der Pressemitteilung.

Die Birnenfreunde rufen die Bevölkerung auch auf, attraktive Bilder von Birnbäumen aufzunehmen und einzuschicken an E-Mail: vorstand@bund-naturschutz-ebern.de. Die Bilder will man beim Apfelfest im Oktober in einer Birnenausstellung zeigen.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Haßberge und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Ebern
Naturschutz
Naturschutzbehörden
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!