Ermershausen

Der Ermershäuser Wald trotzt dem Klimawandel

Die Protagonisten des Waldbegangs bei Ermershausen (von links): Bürgermeister Günter Pfeiffer, Bastian Betz und Jürgen Hahn vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung, Revierförster Wolfgang Meiners und Naturpark-Rangerin Katja Winter.
Die Protagonisten des Waldbegangs bei Ermershausen (von links): Bürgermeister Günter Pfeiffer, Bastian Betz und Jürgen Hahn vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung, Revierförster Wolfgang Meiners und Naturpark-Rangerin Katja Winter. Foto: Martin Schweiger

Negative Bilder von abgestorbenen Fichten, dürren Kiefern oder durstigen Buchen wollte Revierförster Wolfgang Meiners beim Waldbegang am Donnerstag den neuen Gemeinderäten ersparen. Er suchte sich als Besichtigungsorte der Waldbegehung die "Sahnestücke" des Ermershäuser Gemeindewaldes heraus: einen Mischwald mit Buchen, Eichen, Kiefern und vor allem der Elsbeere, die mit der Trockenheit gut leben kann.

Unter den schattigen Bäumen am ersten Haltepunkt bei der Rundfahrt durch den Gemeindeforst wachsen Elsbeere, Buche und weitere Pflanzenarten wie der Weißdorn, Maiglöckchen oder Seidelbast nach, die ein gesundes Ökosystem belegen. Ein weiterer Haltepunkt war die rund 160 Jahre alte Weißtanne, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist und weit in den Himmel ragt. Rund 250 000 "Nachkommen" wurden aus ihrem Samen bereits gezüchtet, teilte Meiners der neuen Naturpark-Rangerin Katja Winter mit, die erstmals bei dem Waldbegang in Ermershausen dabei war.

Uralter Eichenwald

Nicht weniger prominent war ein anderer Haltepunkt, der nach Auskunft von Meiners schon Studenten aus ganz Deutschland angelockt hat: ein Eichenwald mit bis zu 500 Jahre alten Bäumen, in dem aufgrund der vielen nachwachsenden Bäume – der "Naturverjüngung" – kaum ein Durchkommen ist.

Weil es für die neuen Gemeinderäte der erste Waldbegang war, wartete in der Lichtung vor den altehrwürdigen Eichen ein Sektempfang auf die Bürgervertreter. Meiners leugnete natürlich nicht, dass Trockenheit und Borkenkäfer auch dem Ermershäuser Wald zusetzen. Vor allem die Fichten würden den Klimawandel nicht überstehen, waren sich die Förster Meiners und Jürgen Hahn vom ALE (Amt für Landwirtschaft und Ernährung) einig. Dennoch stehe der Ermershäuser Wald besser da als viele benachbarte Wälder. In Ermershausen habe man seit langem auf Mischwälder gesetzt, die sich durch Naturverjüngung erhalten. Angepflanzte Elsbeeren seien zu 80 Prozent angewachsen, sagte Meiners. Sie seien vital und hätten einen Schuss von 35 Zentimetern gemacht. Auch Eichen würden durch Naturverjüngung nachwachsen und hätten bereits tiefe Wurzeln geschlagen. Wegen ihres tiefen Wurzelwerks seien sie die Zukunft des Waldes. Zudem seien Eichen in allen Altersstufen im Ermershäuser Forst zu finden.

Eichenprozessionsspinner nicht vorhanden

Mit dem Eichenprozessionsspinner gebe es noch keine Probleme. Diese könnten jedoch mit fortschreitendem Klimawandel noch entstehen. Die Holzpreise seien nach wie vor im Keller und würden nur noch ein Viertel vom Normalpreis betragen. Mittlerweile habe man bereits das 4,5 fache der durchschnittlichen Einschlagmenge erreicht, sagte Hahn. Vom Käfer befallene Fichten müssten 500 Meter vom Wald entfernt gelagert werden, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Dennoch sah Hahn auch Licht am Horizont: "Wir haben Wiebke, Kyrill und andere Stürme überstanden. Der Wald wird auch die derzeitige Krise überleben", machte Hahn Hoffnung.

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