Haßfurt

Der Landkreis Haßberge bleibt Unterfrankens Corona-Hotspot

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 276, dem höchsten Wert im ganzen Regierungsbezirk. Dennoch können die Behörden im Landkreis keine Brennpunkte ausmachen.
Dass der Landkreis Haßberge der am meisten von Corona betroffene Kreis in ganz Unterfranken ist, stellt das Landratsamt vor eine Herausforderung. Zusätzliche Maßnahmen wurden bisher aber nicht beschlossen.
Foto: René Ruprecht | Dass der Landkreis Haßberge der am meisten von Corona betroffene Kreis in ganz Unterfranken ist, stellt das Landratsamt vor eine Herausforderung. Zusätzliche Maßnahmen wurden bisher aber nicht beschlossen.

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Haßberge steigt weiter: Das Gesundheitsamt meldet 28  weitere Neuinfektionen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Personen, die im Landkreis positiv auf das Virus getestet wurden, auf 913 (Stand: Dienstag, 24. November 2020, 13 Uhr). 542 Bürgerinnen und Bürger sind laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes inzwischen wieder genesen, insgesamt zehn Corona-Patienten aus dem Haßbergkreis sind bisher verstorben.

19 Menschen im Krankenhaus, vier auf der Intensivstation

Demnach sind aktuell 361 Personen infiziert. In 19 Fällen ist der Verlauf so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, vier davon auf der Intensivstation. In häuslicher Isolation befinden sich 1744 Personen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt für die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Haßberge aktuell einen Wert von 276,12 an – den höchsten in ganz Unterfranken.

Wie das Landratsamt Haßberge in einer Pressemitteilung berichtet, haben die Verantwortlichen im Kreis in verschiedene Richtungen überlegt, "inwieweit gezielte zusätzliche Maßnahmen die Situation verbessern könnten". In den Blick genommen wurden die Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten und Betriebe. Dabei sei aber herausgekommen, dass es – bis auf den größeren Ausbruch in einer stationären Einrichtung – keine weiteren "Brennpunkte" gibt, sondern dass sich die positiven Corona-Fälle breit über den ganzen Landkreis verteilen und keine bestimmte Altersstruktur betroffen ist. Mit der Einrichtung ist das Zeiler AWO-Heim gemeint, in dem sich 43 Bewohner und 23 Mitarbeiter infiziert hatten. "Deswegen wurde entschieden, vorerst keine weitergehenden punktuellen Maßnahmen zu treffen, weil diese bei einem solch diffusen Ausbruchsgeschehen nicht greifen würden", heißt es in dem Schreiben von Behördensprecherin Moni Göhr.

"Gemeinsam einen großen Beitrag leisten"

Aktuell betroffen seien zwar mehrere Schulen und Kindergärten, allerdings gebe es hier keine Hinweise, dass sie die Quelle vieler Infektionsherde sind. "Wir werden die Lage aber weiterhin genau beobachten und ständig neu bewerten", wird Landrat Wilhelm Schneider in der Pressemitteilung zitiert. Abgewartet werden müsse in diesem Zusammenhang auch, was die Ministerpräsidenten beschließen.

Trotz der angespannten Lage zeigt sich der Landrat optimistisch, dass eine Trendwende möglich ist, wenn sich die Menschen weiter an Kontaktbeschränkungen, AHA-Regeln und das regelmäßige Lüften halten. "Wir brauchen weiterhin Disziplin. Alle sind aufgefordert, mitzuhelfen, um die Zahl der Infektionen schnell und wirksam einzudämmen. Minimieren Sie bitte Ihre Kontakte und beachten Sie die geltenden Regeln", lautet sein dringender Appell. Der Landrat hofft, dass der Inzidenzwert wieder nach unten geht. "Wir können gemeinsam einen großen Beitrag leisten."

Viel Arbeit für das Gesundheitsamt

Wie das Landratsamt berichtet, laufen im Landkreis aktuell die Vorbereitungen zur Einrichtung eines Impfzentrums auf Hochtouren. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit der Detailplanung und der Standortsuche befasst. „Wir wollen impfen können, sobald der Impfstoff bereit steht“, so der Landrat.

Die Behörde bittet außerdem um Verständnis dafür, wenn es im Kontakt mit dem Gesundheitsamt zu Verzögerungen kommt. Das Arbeitsaufkommen sei dort derzeit sehr hoch und so würden in der Bearbeitung "gezwungenermaßen Prioritäten gesetzt".

Fragen zur Corona-Situation im Landkreis Haßberge beantworten die Mitarbeiter des Bürgertelefons unter (09521) 27-600, montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie am Freitag von 9 bis 12.30 Uhr.

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