Breitbrunn

Breitbrunner wollen die Energiewende mitgestalten

Der Geschäftsführer der GUT Haßberge, Marco Siller, informierte über Energiewende-Pläne im Landkreis.
Der Geschäftsführer der GUT Haßberge, Marco Siller, informierte über Energiewende-Pläne im Landkreis. Foto: Günther Geiling

"Wir müssen die Energiewende gestalten und versuchen, einen Energiemix im Landkreis zu ermöglichen. Dazu gilt es auch, die Flächennutzungspläne mit einem Sondergebiet Photovoltaik anzupassen und Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung zu realisieren." Dies betonte Marco Siller, Geschäftsführer der GUT Haßberge, der "Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte", bei der Präsentation der Energiewende-Pläne für den Landkreis Haßberge vor dem Gemeinderat von Breitbrunn.

Bürgermeisterin Ruth Frank sagte, das Thema Energiewende sei nun überall angekommen. "Wir werden nicht mehr so weiterwirtschaften können wie bisher. Deswegen müssen auch wir überlegen, was können wir vor Ort ganz konkret dazu leisten."

Geschäftsführer Siller erinnerte eingangs daran, dass es die GUT seit dem Jahre 2011 gebe und er nun seit Mai deren Geschäftsführer sei. Für die Energiewende im Landkreis Haßberge mit einem Stromverbrauch von 429 900 Megawattstunden (MWh) sei ein Energiemix notwendig. Bei den Photovoltaik-Freiflächen ging er von 200 Megawattpeak (MWp) installierter Spitzenleistung aus, 10 MWp installierter Leistung in jeder Gemeinde und zehn Hektar Landverbrauch pro Kommune. Ziel sei es, mindestens 20 Bürgerbeteiligungsanlagen mit einer Gesamtleistung von 200 MWp im Landkreis zu errichten und über eine Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) zu betreiben.

Im Rahmen eines Energienutzungsplanes gehe es nun um die Auswahl der Standorte und die Kennzeichnung der Anschlussflächen. Dabei müsse auch die Konfliktfreiheit geprüft werden mit dem Erhalt des Ortsbildes, der Berücksichtigung der Erholungseignung und der Beachtung von Respektabständen. Notwendig seien die Anpassung der Flächennutzungspläne mit einem "Sondergebiet Photovoltaikanlagen" und eine Bürgerbeteiligung mit mindestens 6 bis 15 Megawattpeak (MWp) pro Gemeinde. Die Windenergie sei bekanntlich ein sehr kritisches Thema, sagte Siller. Hier werde derzeit von Projektierern sehr viel Druck aufgebaut, auch mit dem Pachtpreis von 2000 Euro pro Hektar. Dies erzeuge auch Druck bei den Bürgermeistern und er wünsche sich, dass man in dieser Diskussion vorankomme.

Bei der Windenergie ging Siller von 100 Megawatt (MW) installierter Leistung aus und dass man 75 MW zusätzlich zu Sailershausen im Landkreisgebiet installiere. Dies wären 15 x 5 MW-Anlagen oder drei Standorte mit jeweils fünf Anlagen. Ziel müsse auch hier die Änderung des Regionalplanes sein, um die ausgewählten Windkraftstandorte verfügbar zu machen. Zur Tiefengeothermie äußerte Siller etwas Bedenken, zumal hier der Transport der Wärme das Problem sei. Hier laufe das Projekt auf wissenschaftlicher Basis weiter. Wichtig wäre es auf jeden Fall, die Bürger bei einem solchen Renditeobjekt mitzunehmen und die Energiewende mitzugestalten.

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