Haßfurt

Dreiste Lüge nach Schlägerei in Knetzgau kostet 750 Euro

Ein Diskobesucher machte sich der Strafvereitelung schuldig, als er nach einer Schlägerei in Knetzgau aussagte, den Täter nicht zu kennen. Das war gelogen.
Eigens aus Bochum reiste ein junger Mann nach Haßfurt, weil er einen Strafbefehl über 1500 Euro wegen Strafvereitelung nicht akzeptieren wollte. Die Fahrt hat sich gelohnt: Das Gericht reduzierte die Strafe um die Hälfte.
Foto: René Ruprecht | Eigens aus Bochum reiste ein junger Mann nach Haßfurt, weil er einen Strafbefehl über 1500 Euro wegen Strafvereitelung nicht akzeptieren wollte.

Der Besuch einer Diskothek in Knetzgau im November 2019 kommt einen 23-jährigen Gebäudereiniger aus Bochum jetzt teuer zu stehen. Weit nach Mitternacht kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Eine Polizeistreife rückte an und als die Beamten den 23-Jährigen fragten, ob er den Haupttäter kenne, verneinte er die Frage mehrmals.

Strafbefehl über 1500 Euro

Das war allerdings gelogen. Die beiden Männer hatten den ganzen Abend zusammen in der Disco verbracht. Dies belegen auch Videoaufzeichnungen. Der 23-Jährige erhielt daher in der Folge einen Strafbefehl über 1500 Euro wegen versuchter Strafvereitelung. Gegen diesen legte er Einspruch ein, was zu der Gerichtsverhandlung führte. So reiste der junge Mann zusammen mit seinem Vater von Bochum ans Haßfurter Amtsgericht an, um sich zu verteidigen.

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Er sei an jenem Abend stark alkoholisiert gewesen, gab er vor Gericht zu Protokoll. Den Täter habe erst an jenem Abend erst unter dessen Spitznamen kennengelernt. Er kenne jedoch weder den richtigen Namen des Täters, noch wisse er, wo dieser wohnt. Er habe mit der Sache nichts zu tun haben wollen, da er 400 Kilometer entfernt wohne.

Angeklagter gibt klein bei

Dass er den Täter nicht näher kannte, spiele keine Rolle, belehrte ihn die Vorsitzende Richterin Kerstin Leitsch. Er habe ihn gekannt und dies geleugnet. Zudem sei der Alkoholpegel des Angeklagten mit 1,6 Promille nicht so hoch gewesen, dass er nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen sei, warf der Staatsanwalt ein. "Wenn wir die Verhandlung hier durchziehen, wird es nur teurer", drohte er dem Angeklagten, der daraufhin klein beigab und nur um eine Reduzierung der Strafe bat.

Dies bewilligte das Gericht und passte die Tagessatzhöhe dem Einkommen des Angeklagten an, der nun nur noch die Hälfte, nämlich 750 Euro zahlen muss. Die lange Anreise hatte sich daher für ihn gelohnt. "Die Bürgerpflicht erfordert ein Mitwirken bei der Aufklärung von Straftaten", gab ihm die Richterin mit auf den langen Heimweg.

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