Haßfurt

Ein Schiff voller Symbolik

Das symbolträchtige Schiff „BEN“ entstand in einer Kooperation des UBiZ und der Künstlergruppe Kasa-Nova aus Ebern mit dem P-Seminar „Nachhaltigkeit“ des Regiomontanus-Gymnasiums.
Foto: Sabine Weinbeer | Das symbolträchtige Schiff „BEN“ entstand in einer Kooperation des UBiZ und der Künstlergruppe Kasa-Nova aus Ebern mit dem P-Seminar „Nachhaltigkeit“ des Regiomontanus-Gymnasiums.

Eine Schiffstaufe zum Abschluss eines P-Seminars, das hat es am Regiomontanus-Gymnasium am Dienstag zum ersten Mal gegeben. „Wir hatten auch noch nie ein Praxis-Seminar mit so vielen externen Partnern“, freute sich Maria Eiring für die Schulleitung des RMG, über „BEN“, das Schiff, das Beschleunigung, Entschleunigung und Nachhaltigkeit symbolisiert.

Die Künstlergruppe „Kasa Nova“ aus Ebern um Bernd Niklaus hat gemeinsam mit Schülern des Regiomontanus-Gymnasiums unter Anleitung des UBiZ im Projekt „KunstWerk Zukunft – Von der Beschleunigung zur Entschleunigung nachhaltig im Gleichgewicht“ ein außergewöhnliches Kunstwerk erschaffen, das jetzt auf eine besondere Reise geht.

Zur Vorgeschichte: Die Gesellschaft beschleunigt uns – immer wieder, jeden Tag aufs Neue. Wer langsam ist, wird von der Gesellschaft abgehängt. Schule, Studium, Ausbildung, Beruf – ein entschleunigtes Leben ist schwierig, eine ausgewogene Work-Life-Balance unter den gesellschaftlichen Voraussetzungen kaum möglich. Doch Werte anstatt Konsum, Familie anstatt Karriere, Miteinander anstatt Gegeneinander müssen wieder mehr in den Lebensmittelpunkt rücken. Das UBiZ, in Oberschleichach fokussiert dieses Jahr das Thema Entschleunigung. Für das Projekt „Von der Beschleunigung zur Entschleunigung: Nachhaltig im Gleichgewicht“ waren schnell Künstler, die Achtsamkeitstrainerin Julia Schmitt und motivierte Schüler gefunden.

Beim Startschuss im März bekamen die Schüler der Nachhaltigkeitsarbeitsgruppe von Lehrer Marco Hartmann mithilfe von Dr. Christine Thorn (UBiZ) einen ersten Einblick in die Themenfelder Beschleunigung und Entschleunigung. Die Achtsamkeitstrainerin Julia Schmitt übernahm die Praxiseinheiten und zeigte Übungen zum Entschleunigen und Innehalten.

Zwei unterschiedliche Seiten

Dann kamen die Künstler ins Spiel: Die Schüler waren sich schnell einig, dass es ein Schiff werden soll. Ein Schiff, das mit dem Strom schwimmt, getrieben von den gesellschaftlichen Verpflichtungen, aus dem man nicht einfach aussteigen kann. Doch es war auch klar: Das Schiff muss zwei Seiten besitzen: Eine entschleunigte aus Naturmaterialien, wie Holz, und eine aus künstlichen Materialien, wie Plastik – die beschleunigte Seite. Auch ein Segel, welches aus Stoffresten genäht wurde, durfte nicht fehlen. Um die zwei gegensätzlichen Seiten des Schiffes noch besser darzustellen, wurde auf den Schiffsboden der Plastikseite das Wort „Beschleunigung“ und auf die Holzseite „Entschleunigung“ geschrieben. Dann wurden alle Zitate und Sprüche zur Thematik gesammelt und der jeweiligen Seite zugeordnet: „In der Ruhe liegt die Kraft“ oder „Abwarten und Tee trinken“ stehen „Von nichts kommt nichts“ und „Den Letzten beißen die Hunde“ gegenüber. Nach vier Monaten gemeinsamer Arbeit war es dann soweit: Das Schiff war fertig.

In einem feierlichen Akt wurde das Schiff – bevor es seine Reise antrat – von den Schülern auf den Namen „BEN“ getauft, was für Beschleunigung, Entschleunigung, Nachhaltigkeit steht. Der Kooperationspartner des UBiZ, das Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald, holte das Schiff am Schulzentrum ab und bringt es Mitte August zusammen mit einem zweiten Kunstwerk, das im Schweinfurter Raum mit Schülern und der Künstlerin Maja Issing entstand, auf die Landesgartenschau nach Würzburg. Dort können alle Interessierten am 17. August an der Vernissage der beiden Kunstwerke aus dem Projekt „Von der Beschleunigung zur Entschleunigung: Nachhaltig im Gleichgewicht“ teilnehmen. Die Vernissage findet im Klimawäldchen der Landesgartenschau statt. Auf Balancebrettern betrachtend kann dann jeder für sich herausfinden, mit welcher Seite von „BEN“ er sich mehr identifiziert.

Danach wird „BEN“ zunächst am 3. Oktober beim Tag der offenen Tür und anschließend beim Haßfurter Straßenfest zu sehen sein. Im UBiZ wird es dann noch einige Zeit zu bewundern sein, bevor es weitere Ausstellungsorte ansteuert.

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