Hofheim

Eine Hauptabteilung in Hofheim rechnet sich nicht

In einem Gespräch mit Vertretern des FUKS (Förderkreis zur Unterstützung des Hofheimer Krankenhauses) ging es am Montagnachmittag auch um die Frage, ob das Krankenhaus Hofheim nicht eine Zukunft hätte, wenn es eine gastroenterologische Hauptabteilung würde. Bislang gibt es hier die Praxis Leucht, die sich auf Gastroenterologie spezialisiert hat.

Er habe bei den Gutachtern darauf gedrungen, dass auch die Variante mit einer Hauptabteilung in Hofheim durchgerechnet werde, sagte Landrat Wilhelm Schneider. Das Ergebnis ist allerdings ernüchternd: „Das Defizit würde weiter anwachsen mit weit über eine Million Euro pro Jahr.“ Bis zum Jahr 2021 wären es weitere sieben Millionen Euro Miese.

Die Gutachter hatten ein Modell gerechnet mit einer gastroenterologische Hauptabteilung mit den bestehenden 25 Betten. „Das ist die teuerste Variante, die man sich vorstellen kann“, sagte Gutachter Jochen Baierlein. Man müsse nämlich in Hofheim 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr ein Team an Oberärzten, Pflege und Funktionsdiensten bereithalten. Alleine diese Personalkosten würden sich auf 2,3 Millionen im Jahr belaufen. Auf der Gegenseite könnte man maximal einen Erlös von 1,7 Millionen Euro erzielen. Nicht einmal die Personalkosten wären zu erwirtschaften.

Die Gründe: „Das Haus ist einfach zu klein, um einen Erlös zu erzielen“, sagte Jochen Baierlein. Und überhaupt würden viel zu wenige potenzielle gastroenterologische Patienten in der Region leben, Tendenz fallend. Außerdem sei es „kaum realistisch“, für so einen Kleinststandort noch ärztliches Personal zu finden. Ein größere Haus wie in Haßfurt habe den Vorteil, dass es bestehende Strukturen gibt, die sich im Fall der Fälle auch mal gegenseitig aushelfen können, die „interdisziplinär mal über den Gang arbeiten“.

Der richtige Weg sei es vielmehr, die innere Abteilung des Hauses Haßfurt zu stärken, so Baierlein. Dazu ist geplant, die drei Säulen der inneren Medizin (Herz, Magen/Darm und Lunge) zu stärken. Dazu soll auch noch ein neuer Facharzt für Gastroenterologie (Magen/Darm) eingestellt werden. „Wir sehen, dass es bei der Inneren in Haßfurt noch großen Handlungsbedarf gibt“, sagte Wilfried Neubauer.

Für das Haus Ebern soll bis zum 30. April 2018 ein Zukunftskonzept entwickelt werden, sagt Neubauer. Chirurgie und Innere Medizin werden fortgeführt. In der Chirurgie legen man den Schwerpunkt auf planbare Operationen in Zusammenarbeit mit dem MVZ Haßfurt und Eltmann. In der Inneren werde man sich auf die Betreuung alter Menschen spezialisieren.

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