Ibind

Endlich freie Fahrt auf der HAS 46 zwischen Ibind und der B303

Sieben Monate lang mussten die Verkehrsteilnehmer Umwege fahren. Seit Weihnachten können sie eine Straße in Topzustand nutzen.
Burgpreppachs Bürgermeister Hermann Niediek (links) und Landrat Wilhelm Schneider (rechts) beseitigten persönlich im Beisein von Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (Mitte) die Straßenabsperrung und gaben wieder freie Fahrt auf dem sanierten Teilstück der Kreisstraße HAS 46 bei Ibind.
Foto: Christian Licha | Burgpreppachs Bürgermeister Hermann Niediek (links) und Landrat Wilhelm Schneider (rechts) beseitigten persönlich im Beisein von Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (Mitte) die Straßenabsperrung und gaben wieder freie ...

Anders als gewohnt hat die Freigabe der Kreisstraße HAS 46 zwischen der B 303 und Ibind in kleinsten Kreise stattgefunden. Landrat Wilhelm Schneider und Burgpreppachs Bürgermeister Hermann Niediek haben persönlich die letzte Absperrung an der Strecke beseitigt und somit die Straße kurz vor Heilig Abend wieder für den Verkehr freigegeben.

Lange Umwege mussten während der über sieben Monate andauernden Baumaßnahme in Kauf genommen werden. Groß waren die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich auch deshalb, weil auf dieser Strecke auch die Kreisstraße HAS 49 in Richtung Hohnhausen und weiter nach Bramberg beziehungsweise Bischwind abzweigt.

Bürgermeister Hermann Niediek bedankte sich beim Landkreis Haßberge für die gute Zusammenarbeit, insbesondere bei der Tiefbauverwaltung und der Kreisverwaltung. Ebenso galt sein Dank der Bayerischen Staatsregierung für die finanzielle Unterstützung und dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel für seinen Einsatz. Den beteiligten Baufirmen zollte er großes Lob, wie auch den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofes, die bei der Maßnahme tatkräftig mitgeholfen haben. "Das, was wir hier in einem gemeinsamen Projekt geschaffen haben, das kann uns keiner mehr nehmen", so das Burgpreppacher Gemeindeoberhaupt stolz. Die Gelder, die hier ausgegeben wurden, seien mit Blick auf die Zukunft vernünftig angelegt. 

Maßnahme kostete insgesamt 3,2 Millionen Euro

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 3,2 Millionen Euro. Hiervon übernimmt der Freistaat Bayern insgesamt 1,9 Millionen Euro, wovon 1,6 Millionen Euro nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und 300 000 Euro nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz gefördert werden. Der verbleibende Betrag von 1,3 Millionen Euro teilen sich der Markt Burgpreppach und der Landkreis Haßberge, wobei dieser 70,6 Prozent übernimmt. Somit investiert hier der Landkreis Haßberge knapp 918 000 Euro an Eigenmitteln und gewährt der Gemeinde Burgpreppach außerdem einen einmaligen Unterhaltskostenzuschuss in Höhe von 150 000 Euro für den Radwegbau.

"Diese Maßnahme belegt wieder einmal, dass dem Landkreis Haßberge sehr viel an ein gut ausgebautes Straßennetz gelegen ist, um den Bürgern des Landkreises eine bestmögliche Infrastruktur zu bieten, so dass auch die etwas abgelegeneren Orte immer gut erreichbar sind", erklärte Landrat Wilhelm Schneider. Sein Dank galt auch den Grundstückseigentümern, die durch den Verkauf von benötigten Flächen den Weg für dieses zukunftsweisende Projekt freigegeben haben.

HAS 46 als kürzeste Verbindung zwischen Hofheim und Ebern

Die Kreisstraße HAS 46 führt von der B 303 über Ibind, Burgpreppach, Leuzendorf, Kraisdorf und weiter über Lichtenstein nach Untermerzbach in den Itzgrund. Sie stellt auch die kürzeste Verbindung zwischen Hofheim und Ebern dar. Im Ausbaubereich dient sie aber auch als Umleitungsstrecke für die B 303.

Während einige Teilstrecken zwischen Ibind und der B 279 bereits erneuert wurden, wurde die Strecke im Bereich dieser Maßnahme in den letzten Jahren nur notdürftig repariert. Die Fahrbahnschäden für die rund zwei Kilometer lange Kreisstraße sind in den vergangenen Jahren stetig angewachsen, so dass auch der Unterhaltsaufwand ständig gestiegen ist. Schlaglöcher mussten regelmäßig geschlossen, Absenkungen aufgeholt, Bankette aufgefüllt und Risse immer wieder vergossen werden.

Trassierung entsprach schon lange nicht mehr den Standards

Enge Kurven und zu geringe Kuppenausrundungen sorgten für unzureichende Sichtverhältnisse, die zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Die völlig unzulänglichen Sichtverhältnisse an Wirtschaftsweg-Zufahrten waren nicht länger hinnehmbar. Die Trassierung entsprach schon lange nicht mehr den heutigen Standards, so Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises.

Im Rahmen der Baumaßnahme wurden die Entwässerungseinrichtungen neu angelegt, im Bereich eines Geländeeinschnitts wurde eine größere Stützwand angeordnet, der Abzweig nach Fitzendorf wurde an eine übersichtliche Stelle verlegt. Die Fahrbahnbreite wurde von fünfeinhalb Meter auf sechs Meter angehoben und die Trassierungselemente wurden den heutigen Anforderungen angepasst. Auf diese Weise wurde die Verkehrssicherheit spürbar verbessert.

Teure Überraschungen bei den Baumaßnahmen

Während der Baumaßnahme kam es aber auch zu Überraschungen, die zu nicht unerheblichen Mehrkosten geführt haben. So sind beim Rückbau der alten Straße erheblich größere Mengen an teerhaltigem Material angefallen als angenommen. Zudem war die vorhandene Rollschicht so mit teerhaltigem Material versetzt, dass dieses ausgebaut und aufbereitet werden musste, so dass es anschließend wieder als Tragschichtmaterial verwendet werden konnte. Insgesamt sind Mehrkosten in Höhe von über 600 000 Euro entstanden.

Tiefbauleiter Alfons Schanz attestierte der bauausführenden Firma Stolz aus Hammelburg eine Spitzenleistung, sowohl in terminlicher als auch in qualitativer Hinsicht. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro TBW aus Eltmann beauftragt, für die Bauleitung und Abrechnung zeichnete die Tiefbauverwaltung des Landkreises verantwortlich.

Großer Schritt in Richtung Radweg-Lückenschluss

Mit dieser Maßnahme wurde auch ein erster großer Schritt für den Lückenschluss einer Geh- und Radwegverbindung zwischen Burgpreppach und Hofheim getätigt. Im Jahr 2021 wird das Staatliche Bauamt Schweinfurt, im Auftrag der Bundesrepublik, die Querung der B 303 sowie die Verbindung zwischen dem jetzigen Radwegende und dem Abzweig der Kreisstraße HAS 46 in Richtung Goßmannsdorf (auch als Goßmannsdorfer Höhe bekannt) herstellen, so dass eine gefährliche Überquerung der B 303 für den Radfahrer nicht mehr erforderlich ist. In einem weiteren Schritt ist vorgesehen, den Radweg vom Abzweig Goßmannsdorf entlang der B 303 hinab nach Goßmannsdorf zu führen.

Man kann sagen, dass die Marktgemeinde Burgpreppach die Zeichen der Zeit erkannt hat, indem sie eine für den Alltags-Radverkehr taugliche Verbindung in Richtung Hofheim bauen lässt. Nicht erst seit Corona ist festzustellen, dass die Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis das Fahrrad als umweltfreundliches Verkehrsmittel entdeckt haben und immer mehr im Alltagsverkehr nutzen.

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