Kirchlauter

Kirchlauter: Energetische Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums

Blick auf das Oskar-Kandler-Zentrum, das generalsaniert und dabei auch energetisch auf den neusten Standard gebracht werden soll.
Foto: Günther Geiling | Blick auf das Oskar-Kandler-Zentrum, das generalsaniert und dabei auch energetisch auf den neusten Standard gebracht werden soll.

Seit einigen Jahren diskutiert die Gemeinde über die Sanierung des „Oskar-Kandler-Zentrums“ in Kirchlauter und dazu hatte man nun auch ein energetisches Sanierungskonzept in Auftrag gegeben. „Wenn saniert wird, dann greift alles ineinander und deswegen ist eine Komplettsanierung fällig. Auch müssen wir etwas für die Energiewende tun, das muss jeder von uns. Die Gemeinde hat dabei eine Vorbildfunktion und muss vernünftige Lösungen finden.“ Dies betonte Energieberater Benjamin Knottek vom Ingenieurbüro Hahn bei der Vorstellung seines Sanierungskonzeptes vor dem Gemeinderat.

Das Gebäude in Kirchlauter geht auf das Jahr 1969 zurück, war ehemals ein Zweigbetrieb der Schuhfabrik Waldi aus Haßfurt und damit ein ehemaliger Industriebau. Später hat es dann die Gemeinde Kirchlauter übernommen, um dort ein Gemeindezentrum und eine Unterkunft für die örtliche Feuerwehr einzurichten. Man trifft dort auf ein unsaniertes massives Mauerwerk mit 40 Jahre alte Fenstern und einer Heizung, die mit Öl gespeist wird. Durch große Alu-Türen und andere Flächen gibt es Schwachstellen, durch die viel Wärme verloren geht.

Weil aber der große Saal nicht „rund um die Uhr“ genutzt wird, habe man trotzdem einen geringen Stromverbrauch und das Gebäude verliere außerhalb der Nutzung wenig Energie, weil man teilweise dann nur eine Raumtemperatur von 7 Grad habe. Die Außenwände bestehen aus Hohllochziegeln mit Stahlbetonstützen und vor allem über der Küche und dem Stellplatz der Feuerwehr gebe es Fehlstellen. Beim Energieverbrauch schlage Heizöl mit 87 Prozent und Strom mit 13 Prozent zu Buche.

Vor dieser Ausgangssituation meinte Energieberater Knottek, „dass es am meisten Sinn ergibt, eine Komplettsanierung anzugehen mit einer thermischen Hülle, einer neuen Heizungstechnik sowie Erneuerung der Beleuchtung und Lüftungsanlagen“. Dies müsste ergänzt werden durch eine Dämmung der Bodenplatte und eine Dämmung der Fehlstellen in der Geschossdecke.

Er stellte dem Gemeinderat dann die Energieeffizienz für die einzelnen Schritte vor. Dabei müsse man sich die Frage stellen, „wo möchte ich hin und worauf lege ich Wert?" Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Sanierung auf 40 bis 50 Jahre ausgelegt sei.

„Wenn saniert wird, dann greift alles ineinander und deswegen ist eine Komplettsanierung fällig.“ 
Benjamin Knottek, Energieberater

Neben der Erneuerung der Fenster und Außenwände sprach Knottek die Heizungstechnik an. Man sollte vom Heizöl weg, bisher seien rund 7500 Liter jährlich verbraucht worden. Dazu entspannte sich eine rege Diskussion von der Luft-Wasser-Wärme-Pumpe bis hin zu Pellets und Hackschnitzel. Auch eine Fußbodenheizung wurde in Erwägung gezogen. Um eine Ausfallsicherheit zu erhöhen, schlug der Energieberater auch eine „Kaskaden-Regelung“ durch zwei Wärmeerzeuger vor.

Benjamin Knottek ging dann unabhängig von den anderen Kosten auf die energetische Sanierung ein, die er auf eine Investitionssumme von 379 370 Euro bezifferte und mit der eine jährliche Einsparung von 2723 Euro erreicht werde. Circa 50 Prozent davon entfielen auf eine Einsparung im Energieverbrauch.

Dazu nannte er aber auch weitere Einsparpotenziale durch Mitarbeiterschulung zum energiebewussten Verhalten, Wassersparaufsätze bei Handwaschbecken, Umstellung der Beleuchtung auf LED, Präsenzmelder in frequenzschwachen Räumen oder Erneuerung der Kälteaggregate.

Die Gesamtkosten waren beim letzten Planungsstand auf rund 1,7 Millionen Euro beziffert worden, zu denen man eine Förderung von rund 800 000 Euro erwarten könne. Diesen Bescheid habe man schon mit einer Zusage bis zum 31. Dezember 2021. Nun müsse man in einer der nächsten Sitzungen überlegen, was man hinsichtlich der energetischen Sanierung noch angehen sollte.

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