Haßfurt

Erster Fachtag der Jugendsuchtberatung in Haßfurt

Der erste Fachtag der Jugendsuchtberatung fand mit 2G Plus-Regeln, Abstand, durchgängiger Maskenpflicht auch am Platz und Testung zu Veranstaltungsbeginn im großen Saal der Haßfurter Stadthalle statt.
Foto: Christine Vogl | Der erste Fachtag der Jugendsuchtberatung fand mit 2G Plus-Regeln, Abstand, durchgängiger Maskenpflicht auch am Platz und Testung zu Veranstaltungsbeginn im großen Saal der Haßfurter Stadthalle statt.

Um 2G ging es beim Fachtag Jugendsuchtberatung, nicht nur bei der Anmeldung und Teilnahme an der Veranstaltung, im Sinne von geimpft und genesen, sondern auch inhaltlich im Verlauf des Tages. Um G wie Genuss und um dass andere Extrem, um G wie Gift. Darüber informiert der Caritas-Kreisverband in einer Pressemitteilung. Es sei um Jugendliche und junge Erwachsene, deren Konsumverhalten sowie spezifische Beratungs-, Betreuungs-, und Hilfsangebote gegangen.

Trotz der kurzfristigen Ankündigung, die Veranstaltung mit 2G-plus-Regel und Maskenpflicht durchzuführen, hätten sich 25 Fachkräfte aus Ober- und Unterfranken beim ersten Fachtag der Jugendsuchtberatung Haßberge eingefunden, so die Caritas. Dorothea Walter, Jugendsuchtberaterin und federführende Organisatorin der Veranstaltung erläutert in der Pressemitteilung, warum es wichtig war, das Ganze durchzuführen, trotz der angespannten Corona-Lage in den Haßbergen: "Der Austausch war - gerade jetzt - wichtig, weil viele der Jugendlichen, vor allem während der Schulschließungen, unter der Corona-Pandemie gelitten haben und noch leiden. Da merkt man gerade jetzt den Bedarf und das mangelnden Angebot für Jugendliche in einer seelischen Notlage."

Dass es  zu wenige Angebote zur Suchtberatung, speziell für Jugendliche und junge Erwachsene gibt, habe gleich der erste Beitrag des Tages gezeigt. In ganz Bayern stünden lediglich 17 Jugendsuchtberatungsstellen zur Verfügung. In Franken gar nur drei, wobei Unterfranken hier mit zwei Stellen in Würzburg und Haßfurt noch vergleichsweise gut da stehe, während es in Oberfranken keine und in Mittelfranken nur eine Jugendsuchtberatungsstelle in Nürnberg gebe.

Dass sich der Landkreis Haßberge hier hervorhebe, liegt laut dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel, Schirmherr der Veranstaltung, auch an der Eigeninitiative des Caritas-Kreisverbandes: "Und deshalb: vielen Dank für Eure Arbeit", wird er in der Pressemitteilung zitiert. Er gehe davon aus, dass man aus Projektphase und Projektfinanzierung vieles lernen und Rückschlüsse ziehen könne. Er sei gerne bereit, das Thema auch in die bayerische Politik einzubringen. Dass er das Thema Jugendsuchtberatung für wichtig hält, habe der Familienvater und Fachanwalt für Strafrecht in seinem Grußwort unterstrichen. "Wenn man schon im Jugendalter auf die schiefe Bahn gerät, dann zieht sich das durchs ganze Leben. Deshalb müssen wir schauen, dass Jugendliche gar nicht in den Suchtbereich fallen, sondern dass das starke Persönlichkeiten werden, die den Versuchungen des Lebens wiederstehen können. So wie bei dem Sprichwort ,Wehret den Anfängen'", wird er zitiert.

Die Jugendsuchtberatung des Caritas-Kreisverbandes sei für die Dauer von vier Jahren bis 2023 projektfinanziert. Eine dauerhafte Weiterführung sei ohne Spenden nicht möglich, so die Pressemitteilung. Mit 140 Beratungsfällen seit 2019 zeige sich der Bedarf für den Landkreis Haßberge aber deutlich.

Das Ansinnen, mit dem Fachtag inhaltlich zu informieren und auf den Mangel an zielgerichteten Beratungsangeboten aufmerksam zu machen, sieht Dorothea Walter laut Pressemitteilung als erfüllt: "Neben allgemeiner Informationen zu den Themen Jugend und Konsum gab es zahlreiche über  zielgerichtete Methoden für die alltägliche Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch die Notwendigkeit einer flächendeckenden Versorgung mit Jugendsuchtberatungsstellen konnte herausgearbeitet werden." Während und auch im Nachgang des Fachtages habe ein reger Austausch und eine Vernetzung der Fachkräfte stattgefunden, wobei es sogar zur Vermittlungen von Klienten gekommen sei. Der Bedarf an adäquaten Angeboten für die Jugendlichen sei von allen Teilnehmenden betont worden.

Der Schirmherr, der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel, betont in seinem Grußwort die Bedeutung von Unterstützungsangeboten für Jugendliche, um das Entstehen einer Abhängigkeitserkrankung zu verhindern oder bei einer bereits bestehenden Erkrankung Hilfestellungen zu geben.
Foto: Christine Vogl | Der Schirmherr, der Landtagsabgeordnete Steffen Vogel, betont in seinem Grußwort die Bedeutung von Unterstützungsangeboten für Jugendliche, um das Entstehen einer Abhängigkeitserkrankung zu verhindern oder bei einer ...
Hinweis auf den Fachtag der Jugendsuchtberatung in Haßfurt.
Foto: Christine Vogl | Hinweis auf den Fachtag der Jugendsuchtberatung in Haßfurt.
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