HASSFURT

Erster Preis ist ein Kamel

Als am gestrigen Freitag unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen in Oberstaufen die „Allgäu-Orient-Rallye 2008“ in Richtung Amman in Jordanien startete, waren unter den 55 Teams auch Margot Weigand aus Haßfurt und ihre 19-jährige Tochter Larissa. Die beiden erwartet nicht nur eine zehntägige, abenteuerliche Reise mit dem Automobil. Sie unterstützen auch die humanitären Ziele der Rallye.
Unterwegs zum großen Abenteuer: Margot Weigand und ihre Tochter Larissa aus Haßfurt (von links) nehmen an der Allgäu-Orient-Rallye 2008 von Oberstaufen nach Amman in Jordanien teil.
Foto: FOTO Ulrike Langer | Unterwegs zum großen Abenteuer: Margot Weigand und ihre Tochter Larissa aus Haßfurt (von links) nehmen an der Allgäu-Orient-Rallye 2008 von Oberstaufen nach Amman in Jordanien teil.

Die Old- und Youngtimerrallye vom Allgäu in den Orient gilt als eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt, dass einen guten Zweck erfüllt. Denn am Ende der Reise werden die Autos der Teilnehmer versteigert und der Erlös einer Hilfsorganisation übergeben. „Uns haben beide Aspekte gereizt“, erzählten Margot und Larissa Weigand vor ihrer Abfahrt. „Uns lockt das Abenteuer und wir wollen auch gerne anderen Menschen helfen.“

Sich für andere einzusetzen, ist ein Anliegen von Margot Weigand, die sich auch als 3. Vorsitzende des Vereins „Partnerschaft dritte Welt e.V.“ und als Mitarbeiterin im Weltladen in Haßfurt einsetzt. Durch einen Zeitungsbericht aufmerksam geworden, hatte sie sich vor einem Jahr auf der Internetseite der Veranstalter als Mitfahrerin in einem der Teams angemeldet.

„Im November 2007 bekam ich dann einen Anruf von Susanne Grund und ihrem Mann Kilian Rembold-Grund aus dem Schwarzwald, die mich kennenlernen wollten.“ Mit ihrer Tochter fuhr sie zum Treffen nach Tauberbischofsheim, bei dem sich beide spontan entschieden, im Team der beiden mitzufahren. Später lernten sie auch die beiden anderen Teammitglieder kennen. „Wir waren uns alle sympathisch und beschlossen, unter dem Namen Blackforesttour ein Team zu bilden.“ Denn starten dürfen nur Teams mit vier Personen und zwei Autos oder mit sechs Personen und drei Autos.

„Das größte Problem war dann, ein passendes Auto zu finden“, erzählt Margot Weigand. Denn das Fahrzeug musste mindestens 20 Jahre alt und straßentauglich oder weniger als 2000 Euro wert sein. „Wir fanden in Jürgen Hetterich von der Schreinerei Hetterich in Zeil einen großartigen Helfer“, berichtete Larissa Weigand. „Er stellte uns mit einem Opel Omega Kombi Baujahr 1993 ein ehemaliges Firmenfahrzeug gegen einen kleinen Obolus zur Verfügung.“ Sollte eines der drei Autos des Teams „Blackforesttour“ unterwegs liegen bleiben, müssen dessen Fahrer in den Autos ihrer Teamgefährten Platz nehmen. Denn es kommt darauf an, dass das Team komplett am Ziel ankommt.

Aufgaben in jedem Land

„Wir müssen in jedem durchreisten Land Aufgaben erfüllen und unsere Aktivitäten mit einer Fotokamera festhalten“, erzählte Larissa Weigand. „Dazu halten wir unsere Erlebnisse in einem Roadbook, eine Art Tagebuch, fest.“ Sieger ist das Team, das komplett am Ziel angekommen ist und alle Aufgaben im Roadbook und die Sonderprüfungen am besten erfüllt hat.

Als erster Preis winkt ein echtes Kamel, auch wenn dieses aufgrund der Einfuhrbestimmungen Deutschlands wohl in Jordanien bleiben muss. Doch im Vordergrund soll ja der Spaß stehen.

Die Route führt durch Mitteleuropa, die Türkei und Syrien und schließlich quer durch die Wüste nach Amman. Im dortigen Königshaus findet am 12. Mai die Siegerehrung statt. Margot und Larissa Weigand freuen sich riesig auf die Reise.

Erstklassige Fotoausrüstung

Larissa, die derzeit eine Ausbildung zur Mediengestalterin bei Foto Schneyer in Zeil absolviert, hat von ihrem Chef Bruno Schneyer nicht nur sofort den nötigen Urlaub, sondern auch eine erstklassige Fotoausrüstung zur Dokumentation erhalten. Denn jedes Teammitglied hat eine Spezialaufgabe übernommen: Margot Weigand fungiert als Teamcoach und ist für die Küchenplanung zuständig, während Larissa Weigand als Pressesprecherin tätig ist und die Gestaltung des Roadbook übernimmt. Mit im Gepäck haben die beiden auch zwölf Paar Krücken und einen Sack voll Brillen, die sie im Weltladen in Haßfurt gesammelt haben und in Jordanien ebenfalls spenden werden.

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