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Bamberg: Erzbischof Ludwig Schick äußert sich zu Kardinal Marx

Erzbischof Ludwig Schick
Foto: Marion Krüger-Hundrup | Erzbischof Ludwig Schick

Tagelang hatte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, die Schlagzeilen beherrscht, weil er Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten hatte. Der Pontifex hat dieses Angebot abgelehnt. Erzbischof Ludwig Schick äußert sich dazu im Gespräch mit dieser Redaktion.

Frage: Papst Franziskus hat das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx nicht angenommen. Was bedeutet das jetzt in Ihren Augen für die Zukunft der Kirche?

Erzbischof Ludwig Schick: Die Ablehnung des Rücktrittsangebotes von Kardinal Marx war zu erwarten. Der Papst ist souverän und hat entsprechend gehandelt. Er will Kardinal Marx als Erzbischof von München-Freising behalten und ihm kein anderes Amt übertragen. Interessanter als die Personalie ist der Inhalt des Briefes. In ihm stellt der Papst seine Sicht der gegenwärtigen Situation der Kirche dar. Er verlangt Aufklärung und Aufarbeitung des Missbrauchs. Die Opfer müssen im Mittelpunkt stehen und nicht die Institutionen.  

Und das wird jetzt plötzlich so geschehen?

Erzbischof Schick: Dazu braucht es radikale Bekehrung aller Einzelnen zu den Werten und Tugenden des Evangeliums und auch Reform der kirchlichen Institutionen. Der Papst erinnert an den Auftrag Jesu Christi, das Reich Gottes auszubreiten, den die Kirche zu erfüllen hat. Dazu muss die Kirche ein zukunftsfähiges und für das Evangelium brauchbares Instrument sein, beziehungsweise wieder durch ständige Bekehrung und Reformen werden. Dabei soll Kardinal Marx an seinem Platz weiterhin mitwirken.

Was heißt das für Sie konkret?

Erzbischof Schick: Für mich wie für alle anderen bedeutet diese Entscheidung nichts Konkretes. Jeder muss seine Aufgaben so gut wie möglich an seinem Platz erfüllen. Personalentscheidungen sind immer individuell und werden bei Bischöfen individuell mit dem Papst besprochen und von ihm entschieden. Mit Köln hat die Entscheidung des Papstes nichts zu tun. Jede Personalie muss eigens entschieden werden.“

Kardinal Marx spricht von einem „toten Punkt“, an dem die römisch-katholische Kirche angekommen sein soll. Sehen Sie das auch so?

Erzbischof Schick: Mit Jesus gibt es keinen toten Punk. Er ist im Heiligen Geist lebendig und macht lebendig. Er überwindet tote Punkte in unserem Leben und dem Leben der Kirche.

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