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Eltmann: Fahrbahn über den Marktplatz soll asphaltiert werden

Für weniger Lärmbelastung wurde das Großsteinpflaster schon durch Kleinsteinpflaster ersetzt, das allerdings gegenüber Verdrückungen wiederum anfälliger ist. Das Bild entstand im Jahr 2008 kurz nach der Sanierung.
Foto: Archivfoto Sabine Weinbeer | Für weniger Lärmbelastung wurde das Großsteinpflaster schon durch Kleinsteinpflaster ersetzt, das allerdings gegenüber Verdrückungen wiederum anfälliger ist. Das Bild entstand im Jahr 2008 kurz nach der Sanierung.

Mit 12 zu acht Stimmen fiel nach Jahren der Diskussion und Abwägung am Mittwoch im Eltmanner Stadtrat eine richtungsweisende Entscheidung zum künftigen Aussehen des Marktplatzes, aber auch für die Wohnqualität der Anlieger. Das Gremium gab dem Staatlichen Bauamt grünes Licht, das Pflaster der über den Marktplatz verlaufenden Staatsstraße durch einen optisch angepassten Asphaltbelag zu ersetzen.

Seit Jahren ringen Bürgermeister Michael Ziegler und die Stadtratsmitglieder um die Ortsdurchfahrt, die früher schon asphaltiert war, dann im Zuge der Stadtsanierung gepflastert wurde, um zwischen den vielen Einzeldenkmälern wie Rathaus, Stadtpfarrkirche und Stadthalle einen optisch geschlossenen Marktplatz zu generieren.

Stellvertretender Bürgermeister Hans-Georg Häfner (SPD) bekannte sich zu dieser Gestaltung, deren Umsetzung auch damals schon nach vielen Diskussionen entschieden wurde. Stadtrat Josef Schellerer hingegen erklärte für die Fraktion der ÜPL, dass man mit einer asphaltierten Fahrbahn dem hohen Verkehrsaufkommen gerechter werde und die Lärmbelastung der Anwohner verringern könne.

Bauamt übernimmt nur noch Kosten für Asphaltierung

Während der Sitzung in der Stadthalle war deutlich zu hören, welchen Lärm vor allem Lkw und wenig beladene Anhänger auf dem Pflasterbelag verursachen – verstärkt durch die derzeit schadhafte Fahrbahn. "Den Verkehr werden wir im Gegensatz zu anderen Kommunen nicht vom Marktplatz wegbekommen, da müssen wir uns keine Illusionen machen", so Josef Schellerer, "aber es gibt auch optisch ansprechende Asphaltvarianten wie die in der Engstelle". Dieses Teilstück der Ortsdurchfahrt wurde vor wenigen Jahren asphaltiert, wie auch schon ein Teilstück am anderen Ende des Marktplatzes von Limbach kommend.

Die Sanierungsabstände des Pflasterbelags haben sich für das Staatliche Bauamt ständig verringert, deshalb forderte Baudirektor Manfred Rott jetzt eine Entscheidung der Stadt ein. Das Staatliche Bauamt machte deutlich, dass es nur noch die Kosten für eine Asphaltierung übernimmt. Mehrkosten für Pflaster müsse die Stadt tragen.

Durch den Pflasterbelag auf der Staatsstraße 2277 bekam der Eltmanner Marktplatz aus denkmalpflegerischer Sicht ein geschlossenes Erscheinungsbild. Den täglichen Verkehrsanforderungen ist der Pflasterbelag jedoch nur bedingt gewachsen.
Foto: Archivfoto Sabine Weinbeer | Durch den Pflasterbelag auf der Staatsstraße 2277 bekam der Eltmanner Marktplatz aus denkmalpflegerischer Sicht ein geschlossenes Erscheinungsbild.

Inzwischen steht eine grundlegende Sanierung der Straße im Raum. Seit Sommer 2020 laufen deshalb intensive Gespräche. Anwohner beschwerten sich über die Lärmbelastung von der Straße, die entsprechend einer Zählung auch nachts zwischen 22 und 6 Uhr noch von 189 Fahrzeugen genutzt wird.

Keine Möglichkeit der Umfahrung

Eine Sperrung der Ortsdurchfahrt scheitert an einer Umfahrungsmöglichkeit. Nur überörtlichen Verkehr könne man nicht aussperren, so eine Stellungnahme der Verkehrsbehörde auf eine entsprechende Anfrage hin – wer will das auch kontrollieren? Die Möglichkeit von Granitplatten wie am Schweinfurter Roßmarkt wurde auf Vorschlag von Stadtrat Joachim Stark (CSU) ebenfalls geprüft.

Aus Schweinfurt kam jedoch die Information, dass die Instandhaltung dort jährlich rund 140 000 Euro verschlingt, weil die Platten den Schwerkräften der Busse nicht gewachsen seien. Das Staatliche Bauamt erklärte, sich auch mit Platten anfreunden zu können, die Mehrkosten jedoch müssten Denkmalpflege oder Stadt tragen.

Tempo 30 bisher abgelehnt

Dass auch Asphalt dem Schwer- beziehungsweise Busverkehr nachgibt, das zeige die Einmündung aus Richtung Schule, so Hans-Georg Häfner. Hier wellt sich der Asphaltbelag der Straße zunehmend. Stadträtin Julia Müller (CSU) befürchtet wie andere Mitglieder des Gremiums, dass auf einer Asphaltfahrbahn noch schneller gefahren würde als auf dem Pflaster. Dass das Landratsamt eine Beschränkung auf Tempo 30 bisher ablehne, stieß bei ihr auf Unverständnis.

Eine Mehrheit von zwölf Stadtratsmitgliedern (ein Mitglied des Gremiums war aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt) sprach sich schließlich für einen Asphaltbelag, allerdings einen optisch aufgewerteten mit eingerolltem Granitkiesel, aus. Gleichzeitig soll ein Antrag auf Tempo 30 gestellt werden. Das Staatliche Bauamt möchte die Straße noch in diesem Jahr neu ausbauen.

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