Ziegelanger

FC Ziegelanger: Raser sorgt für schwere Schäden am Sportplatz

Mit dem Auto auf dem Trainingsplatz: Es wird den Verein wohl einiges kosten, die Reifenspuren zu beseitigen. Bis dahin können die Fußballer den Platz nicht nutzen.
Es wird länger dauern, bis die Fußballer des FC Ziegelanger wieder auf diesem Rasen spielen können: Ein Autofahrer hat auf dem Trainingsplatz des Vereins Reifenspuren hinterlassen.
Foto: René Ruprecht | Es wird länger dauern, bis die Fußballer des FC Ziegelanger wieder auf diesem Rasen spielen können: Ein Autofahrer hat auf dem Trainingsplatz des Vereins Reifenspuren hinterlassen.

Der FC Ziegelanger wird seinen Trainingsplatz vorerst nicht mehr benutzen können: Als in der vergangenen Woche der erste Schnee gefallen war, drehte ein Autofahrer in der Nacht zum Donnerstag mit dem Fahrzeug seine Runden auf dem Sportgelände. Der Rasen wurde dabei erheblich beschädigt.

Genaue Schadenshöhe ist noch unklar

FC-Vorsitzender Andreas Markert war der erste, der die Reifenspuren bemerkte und fotografierte. Die Bilder stehen nun auch auf der Facebook-Seite des Vereins, wo die FC-Mitglieder ihrem Ärger Luft machen: "In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben unbekannte Id****n mutwillig unserem Trainingsplatz erheblichen Schaden zugefügt und dabei einen Sachschaden von etwa 3000 Euro verursacht."

Der Spielbetrieb ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Das Verbot, den Platz zu betreten, schien einen Autofahrer allerdings nicht zu interessieren.
Foto: René Ruprecht | Der Spielbetrieb ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Das Verbot, den Platz zu betreten, schien einen Autofahrer allerdings nicht zu interessieren.

"Die 3000 Euro sind eine grobe Schätzung", sagt Vorstandsmitglied Thomas Machwitz im Gespräch mit dieser Redaktion. Wieviel es genau kosten wird, den Fußballplatz wieder herzurichten, werde sich zeigen. "Wir müssen es beheben lassen, der Rasen muss neu angesät werden", sagt Machwitz. Damit muss der FC bis zum Frühjahr warten, denn jetzt im Winter dürfte das kaum funktionieren.

Bande schützt den Hauptplatz

Zwar ist aufgrund von Corona derzeit ohnehin kein Spiel- und Trainingsbetrieb möglich. Doch sollte sich die Situation bis zum Frühjahr soweit entspannt haben, dass es wieder losgehen kann, wird der FC Ziegelanger nur seinen Hauptplatz zur Verfügung haben. Der ist in einem besseren Zustand und wird vor allem für die Spiele der 1. Mannschaft genutzt – und er ist auch besser vor Vandalismus geschützt. Denn im Gegensatz zum Trainingsplatz gibt es hier eine Bande, die es zumindest schwieriger macht, mit einem Auto auf den Platz zu kommen.

Beim Driften auf der schneebedeckten Fläche hinterließ ein Autofahrer Reifenspuren auf dem Trainingsplatz des FC Ziegelanger.
Foto: Andreas Markert | Beim Driften auf der schneebedeckten Fläche hinterließ ein Autofahrer Reifenspuren auf dem Trainingsplatz des FC Ziegelanger.

Der Platz, der nun den Schaden abbekommen hat, dient dagegen vor allem dem Training sowie Spielen bei schlechteren Wetterbedingungen. Er hat keine Bande und keine Umzäunung, die ihn vor Eindringlingen schützen könnte. Zudem liegt das FC-Gelände direkt an einem Fahrradweg, der breit genug ist, um auch von Autos befahren zu werden. Somit ist es sehr leicht, mit einem Fahrzeug auf den Platz zu kommen.

Besserer Schutz kostet Geld

Will der Verein das Ereignis nun zum Anlass nehmen, auch um den Trainingsplatz etwas herumzubauen, das ihn vor Eindringlingen schützen könnte? "Die Sicherung ist ein Thema, aber das kostet auch Geld", sagt Thomas Machwitz. Über den Schaden, der nun entstanden ist, sagt er: "Der Platz ist nicht auf Dauer beschädigt, aber es ist halt ärgerlich, gerade in einer Zeit, in der die Vereine sowieso Probleme haben." So spricht er die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie an, die die Aktivitäten vieler Vereine erschweren oder gar unmöglich machen, und oft auch verhindern, dass beispielsweise durch Veranstaltungen Geld in die Vereinskassen kommt.

Thomas Machwitz vom FC Ziegelanger ärgert sich über den Schaden, den ein Raser auf dem Fußballplatz angerichtet hat.
Foto: René Ruprecht | Thomas Machwitz vom FC Ziegelanger ärgert sich über den Schaden, den ein Raser auf dem Fußballplatz angerichtet hat.

"Wir wollen mit dem Facebook-Post vor allem erreichen, dass die Leute sensibilisiert werden und die Augen offen halten", sagt Machwitz. Das ist nach Meinung von Kurt Etzel von der Polizei Haßfurt auch die beste Möglichkeit, den Täter vielleicht zu erwischen. "Üblicherweise sind es in solchen Fällen lokale Täter, die sich spontan dazu entschlossen haben", sagt er. Es werde kaum von langer Hand geplant, zu einem bestimmten, weit entfernten Sportplatz zu fahren. Gerade deshalb seien die Vereinsmitglieder in einem solche Fall "gute Ermittler": Sie seien "näher dran" und könnten durchaus etwas mitbekommen, das zum Täter führt, wenn sie die Ohren aufhalten.

Täter können meist nur durch Hinweise überführt werden

Ansonsten sei es in solchen Fällen schwierig, den Täter zu fassen: Bei den Reifenspuren handle es sich meistens um Driftspuren, aus denen sich kaum Rückschlüsse auf das Reifenprofil schließen lassen. Und selbst wenn ein Reifenabdruck gut zu erkennen ist, helfe das meist nicht weiter: Das Wissen, welche Art von Reifen verwendet wurde, lässt die Zahl der Verdächtigen zwar etwas eingrenzen, reicht aber auch noch nicht, um die Spuren einem bestimmten Auto zuzuordnen.

Der Schnee ist weg, doch die Schäden sind weiterhin sichtbar. Erst im Frühjahr kann hier neuer Rasen angesät werden.
Foto: René Ruprecht | Der Schnee ist weg, doch die Schäden sind weiterhin sichtbar. Erst im Frühjahr kann hier neuer Rasen angesät werden.

Wenn es also bei Autofahrten auf Sportplätzen Ermittlungserfolge gibt, dann meistens durch Hinweise von Menschen, die mitbekommen haben, wer den Schaden verursacht hat. Kurt Etzel kann sich sogar an einen Fall erinnern, in dem ein Täter überführt werden konnte, weil er ein Video von seiner verbotenen Fahrt ins Internet gestellt hatte.

Nicht der einzige betroffene Sportplatz

Und wie häufig sind solche Fälle, in denen Sportplätze auf diese Art beschädigt werden? Thomas Machwitz kann sich an einzelne Ereignisse aus den letzten Jahren erinnern. Auch Polizist Kurt Etzel meint: "Hin und wieder kommt es vor, gerade in der Winterzeit." Denn wenn Schnee liegt, wollen manche Fahrer auf der rutschigen Fläche "ihr Fahrzeug ausprobieren". Und ein Fußballplatz bietet da eben eine große, ebene Fläche, auf der nicht die Gefahr besteht, an einem Hindernis hängen zu bleiben. So war Ziegelanger nicht der einzige Ort in Unterfranken, den es bei den ersten Schneefällen dieses Winters erwischt hat: Auch im Landkreis Rhön-Grabfeld kam es zu mehreren Beschädigungen von Wiesen und Sportplätzen durch Reifenspuren.

Kein Respekt vor der Arbeit anderer

"Für den Sportverein ist es richtig ärgerlich, weil er den Schaden nicht ersetzt bekommt", sagt Kurt Etzel. Der FC Ziegelanger kommentiert auf Facebook: "Es ist sehr traurig, dass in solchen Zeiten, in denen kleine Vereine um ihre Existenz kämpfen, manche nicht einmal den kleinsten Respekt vor der Arbeit haben, die andere in solche Projekte hineinstecken."

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Haßberge und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Ziegelanger
Peter Schmieder
Auto
Facebook
Fahrzeuge und Verkehrsmittel
Frühling
Fußballfelder
Polizistinnen und Polizisten
Raser
Sportplätze
Verbrecher und Kriminelle
Winter
Ärger
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!