Haßfurt

Für jedes Wetter das richtige Modell

Leidenschaft Modellfliegerei: Der RC Elektrosegler, den Steffen Hoch auch mit in den Urlaub nimmt, ist nur eines von mehreren Flugzeugen des Ebelsbachers.
Foto: Ralf Naumann | Leidenschaft Modellfliegerei: Der RC Elektrosegler, den Steffen Hoch auch mit in den Urlaub nimmt, ist nur eines von mehreren Flugzeugen des Ebelsbachers.

Nachdenken muss er nicht. Steffen Hoch findet „alles schön.“ Seine Autos, seine Boote, seine Flieger. Nein, der 41-Jährige aus Ebelsbach ist kein Millionär, auch wenn er insgesamt aktuell 16 (!) Land-, Wasser- und Luftfahrzeuge besitzt. Doch diese sind alle einige Nummern kleiner als üblich: Steffen Hoch ist leidenschaftlicher „Modell-Pilot“.

„Ich fahre Modellautos, Speedboote und fliege Elektrosegler“, erklärt der gelernte Tischler, ehe er schon mit ein bisschen mit Stolz auf seinen Fuhrpark hinweist, der in den letzten zehn Jahren kräftig angewachsen ist. Darin befinden sich je ein Elektro-Segelflieger mit zwei Metern Spannweite, eine Cessna, ein Wasserflugzeug, ein Elektro-Motorboot, ein Benzin-Verbrennerauto im Maßstab 1:5, ein DTM Opel Calibra, ein Nitroverbrenner-Buggy (1:10) sowie jeweils zwei Elektro-Segelflieger mit 80 Zentimeter Spannweite, „Brushless“-Boote, Elektrobuggys (1:8 und 1:10), DTM-Elektroautos und Formel 1-Autos (jeweils 1:10).

Vor 31 Jahren hat ihn das „Modellfieber“ gepackt, erinnert er sich zurück an seine Kindheit. „Ich hatte damals von einem Nachbarn davon gehört und war davon fasziniert, Modellautos mit echten Öldruckstoßdämpfern, einstellbarem Fahrwerk selbst zusammenzubauen.“ Noch spannender wurde für den damals zehnjährigen Steppke die ganze Geschichte durch verschiedene Getriebeübersetzungen, mit denen er die Modelle „so umbauen konnte, um am Ende schnelle und hohe Leistungen zu erzielen“, sagt er. Natürlich schaffte er das noch nicht ohne fremde Hilfe. Wie gut, dass Vater Albert sein Wissen als Fahrzeugmechaniker mit einbringen konnte.

Doch Autos alleine? Das ist mit der Zeit ein wenig eintönig, dachte sich Steffen Hoch. Er wollte etwas Neues ausprobieren und kaufte sich dann ein Motorboot. Als ihm dieses zu langsam war, wurde es in seiner „Werkstatt“ allmählich ein Speedboot. Und weil ihm auch Land- und Wasser noch nicht genug waren, hatte der Familienvater noch den Himmel im Visier. „Beim Fliegen hat mich schon immer das Dreidimensionale fasziniert“, macht er deutlich und fügt hinzu: „Denn da muss man nicht nur links und rechts steuern wie bei den anderen Modellen, sondern auch auf und ab. Man unterstützt Bewegungen oder man wirkt dagegen.“ Am schönsten ist es für ihn, wenn er im ruhigen Gleitflug die Thermik ausnutzen und mit wenig Motorkraft so lange wie möglich lautlos am Himmel bleiben kann. „Für mich ist dies der perfekte Ausgleich zum manchmal so stressigen Alltag“, sagt er.

Steffen Hoch hat keinen einzelnen Favoriten, sondern drei: „Schön ist alles, da man es an unterschiedlichsten Klimabedingungen anwenden kann.“ Mit seinen Autos könne er beispielsweise immer fahren. Segeln dagegen nur bei guter Thermik und wenig Wind. Beim Bootfahren komme es auf die Wasserbedingungen an, so ist etwa bei Starkregen oftmals viel Treibgut im Gewässer, so dass „schon mal ein Boot zu Bruch“ gehen könne. „Somit gibt es für alle Wetterbedingungen das richtige Modell.“ Und der Vorbereitungsaufwand ist bei allen gleich: „Akku rein oder tanken, und schon kann es losgehen“, lacht er.

Wie hoch ist eigentlich der Wartungsaufwand? „Am Aufwendigsten sind die Modellautos“, erklärt der 41-Jährige. Er reinigt sie nach Gebrauch mit Druckluft, ehe eine grobe Durchsicht erfolgt. Falls Schrauben locker sind, zieht er diese nach. „Bei erkennbaren Mängeln werden sie natürlich gleich behoben.“ Jeweils im Winter steht dann der große „Check“ an. Die Fahrzeuge werden komplett zerlegt, geschmiert und Dämpfer neu geölt. Falls notwendig, gibt es auch neue Federn. Einfach ist die „Inspektion“ bei den Booten. Hier fettet er einmal jährlich die Antriebswelle. „Ansonsten wird es nach der Fahrt getrocknet und mit einem Lappen gereinigt.“ Zudem imprägniert Steffen Hoch „von Zeit zu Zeit“ die Elektronikteile, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Seine Flugzeuge sind dahingehend am unkompliziertesten. „Wenn nicht bei Landung oder beim Start etwas kaputt geht, sind sie fast wartungsfrei.“ Bei allen Modellen sei die Wartung der Akkus am Wichtigsten. „Sie besitzen besondere Sicherheitsvorschriften, die man einhalten sollte“, verweist er auf das Laden oder die richtige Lagerung.

Der Ebelsbacher hat viel Spaß mit seinem Hobby, das, so räumt er ein, nicht billig ist. „Die Anschaffungskosten meiner Modelle belaufen sich so zwischen 100 und 500 Euro. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt, je nachdem was man noch verbaut.“ Ersatzteile seien „meist günstig“ zu bekommen. Wenn er mit Autos, Flieger oder Booten unterwegs ist, hat er den Umweltgedanken im Hinterkopf. „Ich finde es wichtig, dass bei diesem Hobby auch auf die Umwelt geachtet wird“, sucht sich Steffen Hoch seine Gebiete immer so aus, „dass ich Mensch, Tier und Natur so wenig wie möglich störe.“ Bei Flugmodellen gibt es zudem Regeln, die man seiner Meinung nach einhalten sollte. „Verbrenner-Modelle etwa dürfen nur auf Modellflugplätzen geflogen werden.“ Und eine Haftpflichtversicherung für Modelle „ist zu empfehlen.“

Wie bei einem Benzinrasenmäher: Mit dem Seilzugstarter wirft Steffen Hoch den Motor seines Opel Calibra an.
Foto: Ralf Naumann | Wie bei einem Benzinrasenmäher: Mit dem Seilzugstarter wirft Steffen Hoch den Motor seines Opel Calibra an.
Wie der Vater, so die Tochter: Auch Melissa (11) ist schon eifrig dabei. Vor dem Start dichten sie die Boote zum Spritzwasserschutz ab.
Foto: RN | Wie der Vater, so die Tochter: Auch Melissa (11) ist schon eifrig dabei. Vor dem Start dichten sie die Boote zum Spritzwasserschutz ab.
Das „Speedboot“ in voller Fahrt. Mit knapp 60 Stundenkilometer kann es über das Wasser sausen.
Foto: R. Naumann | Das „Speedboot“ in voller Fahrt. Mit knapp 60 Stundenkilometer kann es über das Wasser sausen.
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