Steinbach

Geheimnis gelüftet: Das ist das neue Steinbacher Träublmadla

Das neue Träublmadla: Sonora Virnekäs.
Foto: Roland Mayer | Das neue Träublmadla: Sonora Virnekäs.

Zum 14. Male wird in der Winzergemeinde Steinbach der Brauch der Segnung der ersten Trauben begangen. Hierzu findet am Sonntag, 15. September, um 10 Uhr ein Festgottesdienst statt, der vom „Stabacher Kirchenblech“, Bläsern aus Steinbach und Ebelsbach, musikalisch umrahmt und von Steinbacher Winzern mitgestaltet wird. Dies wird in einer Mitteilung der Presse bekanntgegeben. Anschließend werden auf dem Platz vor der Kirche die neuen Früchte zusammen mit Brot und einem Gläschen des vorjährigen Weins verkostet.

Weinprinzessin Anna-Lena kommt

Begleitet werden die Winzer jedes Jahr vom „Träublmadla“. Bisher hätten sich Lisa Fischer, Anna-Lena Werb, Antonia Brech und Julia Meyer als würdige Repräsentantinnen erwiesen, heißt es in der Verlautbarung. Ab diesem Jahr habe Sonora Virnekäs das Amt übernommen und wird mit einem Prolog die Veranstaltung eröffnen. Aufgewertet wird die Traubensegnung durch den Besuch von Anna-Lena Werb, die als Weinprinzessin das Abt-Degen-Weintal repräsentiert. Bereits mehrere Male hat „Abt Degen“ in Person von Richard Schlegelmilch teilgenommen.

Schon in Rom wurde der erste Traubenschnitt gefeiert

Die Weihe der ersten Trauben ist ein neuer, jedoch auf frühchristlicher Tradition beruhender kirchlicher Brauch. Bereits im heidnischen Rom wurde das Fest des ersten Traubenschnitts begangen. Im 3. Jahrhundert verwandelte die Kirche dieses Fest zu einer sakramentalen Handlung. Jedes Jahr fand am 6. August die Weihe der ersten Trauben statt.

Wie Roland Mayer vom Historischen Arbeitskreis Ebelsbach berichtet, findet sich im Missale Bambergense von 1490 in lateinischem Wortlaut folgendes Traubenweihe-Gebet: „Benedice Domine et hos fructus novos uve quos tu, Domine, rore celesti et inundatione pluviarum et temporum serenitate atque tranquillitate ad maturitatem perducere dignatus es et dedisti eos ad usus nostros cum graciarum actione percipere in nomine Domini nostri Jesu Christi.“

In deutscher Übersetzung lautet das Gebet laut Roland Mayer: „Segne, Herr, auch diese neuen Trauben, die Du, Herr, mit himmlischem Tau, mit Regen und in mildem und ruhigen Wetter zur Reife zu bringen Dich gewürdigt hast und sie uns gabst zu unserem dankerfüllten Gebrauch im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“

Weinzehnt nach Bamberg

Steinbach zahlte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Weinzehnt nach Bamberg (Kloster Michaelsberg, Katharinenspital). Der Brauch der Traubenweihe dürfte folglich auch in Steinbach eine lange Tradition haben.

Der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis hat nach eigenen Angaben den Brauch 2006 mit Unterstützung der Winzer in Steinbach wieder aufleben lassen. Die eucharistische Würdigung von Brot und Wein sowohl in der katholischen als auch in der evangelisch-lutherischen Kirche, unterstrichen die besondere Stellung dieses alten, 2006 wieder belebten Brauches. (mcs)

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