Zeil

Großbaustelle beendet: Endlich wieder freie Fahrt über den Main zwischen Sand und Zeil

Die Sanierung der Kreisstraße hatte sich über mehrere Jahre hingezogen. Was die Ursachen für die Verzögerungen waren und wie viel das Projekt gekostet hat.
Die Straße nach Abschluss der Sanierung: Zwei barrierefreie Bushaltestellen sowie sechs Querungsstellen für Menschen mit Behinderungen wurden angelegt.
Foto: Christian Licha | Die Straße nach Abschluss der Sanierung: Zwei barrierefreie Bushaltestellen sowie sechs Querungsstellen für Menschen mit Behinderungen wurden angelegt.

Die Herausforderungen waren groß für die Anlieger und Verkehrsteilnehmer während der lange andauernden Sperrung der Sander Straße in Zeil. In den vergangenen zwei Jahren hatte sich wohl so mancher Anwohner gedacht: "Geht das denn nie vorbei?"

Lesen Sie auch:

Doch nun ist es soweit. Seit Kurzem ist der 545 Meter lange und nach dem neuesten Stand der Technik sanierte Straßenabschnitt fertiggestellt. Am Mittwoch konnte die Kreisstraße offiziell freigegeben werden, es war ein Großprojekt.

Hohe Verkehrsbelastung mit rund 4200 Fahrzeugen am Tag

Die Kreisstraße HAS 16, die als "Sander Straße" durch Zeil verläuft, verknüpft in Nord-Süd-Richtung die Stadt Zeil mit den Orten Sand und Zell am Ebersberg. Zugleich stellt sie eine wichtige Verbindung zwischen der ehemaligen Bundesstraße 26, der Hauptdurchfahrt von Zeil, der Umgehungsstraße und der auf der linken Mainseite verlaufenden Staatsstraße von Knetzgau über Sand nach Eltmann dar. "Mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von circa 4200 Fahrzeugen zählt sie zu den stärker belasteten Kreisstraßen im Landkreis Haßberge", sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU), der auch die Erschließungsfunktion für die zahlreichen Gewerbebetriebe entlang dieser Strecke hervor hob.

"Die Straße war abgelebt und musste erneuert werden."
Wilhelm Schneider, Landrat (CSU)

Vor der Sanierung wies die Sander Straße auf ihrer ganzen Länge zahlreiche Rissbildungen, Verdrückungen der Fahrbahnoberfläche sowie Asphaltabplatzungen und einige Mängel mehr auf, die eine komplette Erneuerung nötig machten. Die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit hatte immer wieder durch kostenintensive Fahrbahnunterhaltungsmaßnahmen gesichert werden müssen. "Die Straße war abgelebt und musste erneuert werden", so Schneider.

Überhitzte Baubranche verzögerte Beginn der Arbeiten

Schon 2008 gab es erste Überlegungen zur Sanierung dieser Kreisstraße. Das erklärte Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises Haßberge. Im Jahr 2019 -  nach umfangreichen Vorplanungen - sollte der eigentliche Bau beginnen. Doch das Projekt geriet ins Stocken: Der Markt in der Baubranche war seinerzeit so erhitzt, dass sich die Verantwortlichen entschlossen, die Ausschreibungen um ein Jahr zu verschieben. Schließlich erhielten die Firmen Krumpholz Rohrbau in Kronach und HART Bau in Stettfeld den Zuschlag. Die Planung übernahm die ortsansässige SRP Schneider und Partner Ingenieur-Consult GmbH. Die Ausschreibung und Bauüberwachung fiel in die Verantwortung der Tiefbauverwaltung des Landkreises.

Die sanierte Sander Straße in Zeil wurde offiziell für den Verkehr freigegeben. Im Bild von links: Andreas Rubenbauer (Geschäftsführer Firma Krumpholz), Roland Hartlieb (Geschäftsführer HART-Bau), Dritter Bürgermeister Peter Pfaff, Landrat Wilhelm Schneider, Hans-Joachim Brandt (Geschäftsführer Büro SRP), Alfons Schanz (Leiter Tiefbauverwaltung Lkr. Haßberge), Markus Frank (Bauamt Zeil), Hubert Schramm und Marco Behringer (beide Tiefbauverwaltung Lkr. Haßberge).
Foto: Christian Licha | Die sanierte Sander Straße in Zeil wurde offiziell für den Verkehr freigegeben. Im Bild von links: Andreas Rubenbauer (Geschäftsführer Firma Krumpholz), Roland Hartlieb (Geschäftsführer HART-Bau), Dritter ...

Im Zuge der damaligen Vorbereitungen stellten die Verantwortlichen fest, dass die Entwässerungskanäle ebenfalls starke Schäden aufgewiesen. Die Erneuerung dieser Anlagen aus den 1950er Jahren konnte noch einige Zeit aufgeschoben werden, so dass sie gleichzeitig mit dem Straßenbau starten konnte.

Lange Bau-Pause im vergangenen Jahr

Die Bauarbeiten begannen schließlich Ende Februar 2020. Den ersten Abschnitt stellten die Arbeiter im Dezember 2020 fertig. Nach einer Winterunterbrechung und den Kanalbauarbeiten im zweiten Bauabschnitt nördlich der Bahnlinie, wurden die Straßenbauarbeiten in diesem Bereich Mitte August 2021 wieder aufgenommen. Sie konnten erst mit Verzögerungen - offenbar aufgrund von Corona-Ausfällen und Fachkräftemangel - Mitte März 2022 fertiggestellt werden.

Die Ausleitung des Radweges aus Richtung Sand wurde verbessert. Stadteinwärts gibt es nun einen Fahrstreifen für die Radfahrer, der bis zur Einmündung des Allmilmö-Geländes führt.
Foto: Christian Licha | Die Ausleitung des Radweges aus Richtung Sand wurde verbessert. Stadteinwärts gibt es nun einen Fahrstreifen für die Radfahrer, der bis zur Einmündung des Allmilmö-Geländes führt.

Den heutigen Ansprüchen gemäß, wurde die Fahrbahn um einen halben Meter verschmälert. Die Arbeiter legten zudem zwei barrierefreie Bushaltestellen sowie sechs Querungsstellen für Menschen mit Behinderungen an. Auch die Ein- beziehungsweise Ausleitung des Radweges in Richtung Sand wurden verändert. Stadteinwärts gibt es nun einen Fahrstreifen für die Radfahrer, der bis zur Einmündung des Allmilmö-Geländes führt.

Zuschuss des Freistaats in Höhe von 730.000 Euro

Der Landkreis Haßberge investierte in den Ausbau der Ortsdurchfahrt Zeil 830.000 Euro, wovon rund 314.000 Euro aus eigenen Mitteln finanziert werden müssen. Der Anteil der Stadt Zeil für den Ausbau von Gehwegen und Seitenflächen beläuft sich insgesamt auf 403.000 Euro, davon sind 189.000 Euro Eigenmittel. Zusammen erhalten die beiden Baulastträger nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 730.000 Euro.

Eine besondere Herausforderung stellte der Bahnübergang dar, unter dem die Versorgungsleitungen verlegt werden mussten, ohne den Bahnverkehr
zu behindern.
Foto: Christian Licha | Eine besondere Herausforderung stellte der Bahnübergang dar, unter dem die Versorgungsleitungen verlegt werden mussten, ohne den Bahnverkehr zu behindern.

Eine besondere Herausforderung stellte offenbar der Bahnübergang dar, unter dem Arbeiter die Versorgungsleitungen verlegen mussten - jedoch ohne den Bahnverkehr zu behindern. Hierzu sei ein altes Kanalrohr benutzt worden, das unter den Schienen verläuft und durch das die zuständige Firma die Wasser- und Stromleitungen verlegte, erklärte Markus Frank vom Technischen Bauamt der Stadt Zeil. Die hatte rund 1,6 Millionen Euro für den Tiefbau aufwenden müssen. Verlegt wurden in einer Tiefe von bis zu fünf Metern insgesamt 330 Meter Kanalleitungen einschließlich der Hausanschlüsse (680.000 Euro), 505 Meter Wasserleitungen ebenfalls mit Hausanschlussleitungen (640.000 Euro) und 730 Meter Kabelleitungen für 20 Kilovolt Niederspannung und Straßenbeleuchtung (280.000 Euro). An Stellen, an denen es notwendig war, verlegte die Telekom außerdem Glasfaserkabel.

Betroffene Bürger waren von Beginn an "mit im Boot"

"Wir haben die Anwohner von Anfang an mit ins Boot geholt", sagte bei der Straßeneröffnung der  dritte Bürgermeister Peter Pfaff, der das terminlich verhinderte Stadtoberhaupt vertrat. Die Einschränkungen in der Bauzeit hätten die Anlieger mit sehr viel Kompromissbereitschaft und in einer sehr vorbildlichen Art und Weise mitgetragen, wie es nicht besser hätte sein können, so Pfaff weiter. Vor Beginn der Arbeiten hatte speziell zum Ausbau der Sander Straße eine Bürgerversammlung stattgefunden. Daran teilgenommen hatten damals rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Weitere Artikel
Themen & Autoren / Autorinnen
Zeil
Christian Licha
Bauleitung
CSU
Deutsche Telekom AG
Euro
Markus Frank
Straßenbau
Tiefbau
Wilhelm Schneider
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!