Haßfurt

Schulzweckverband Haßfurt: Hoffen auf Normalität

Die Verbandsversammlung tagte in der Ganztagesstätte "Silberfisch" mit Räumen für Hausaufgaben und Freizeitgestaltung sowie der Mensa. Diese wurde im Jahre 2008 ihrer Bestimmung übergeben.
Die Verbandsversammlung tagte in der Ganztagesstätte "Silberfisch" mit Räumen für Hausaufgaben und Freizeitgestaltung sowie der Mensa. Diese wurde im Jahre 2008 ihrer Bestimmung übergeben. Foto: Günther Geiling

Die Corona-Pandemie waren für die Schulfamilie bisher eine besondere Herausforderung und das für Lehrer, Schüler und Eltern gleichermaßen. Dies konnte man den Berichten der Schulleiter entnehmen, die alle die Hoffnung aussprachen, dass zu Beginn des neuen Schuljahres im September wieder eine gewisse Normalität eintreten möge. Die Auswirkungen der Pandemie hätten das schulische Lernen verändert und deswegen war die Freude groß, dass der Bayerische Staat noch zusätzlich 98 436 Euro für das "Sonderbudget Leihgeräte" zur Verfügung stellt.

Landrat Wilhelm Schneider meinte, dass man dafür auch einmal dankbar sein sollte und dies so kurzfristig geschehe. "Dies ist ein warmer Regen für uns und ohne ihn hätten wir das selbst finanzieren müssen. Dabei wäre es um einen sechsstelligen Betrage gegangen. Jetzt erhalten wir aber eine 100-prozentige Förderung und müssen keinen Eigenbeitrag zu leisten." Das Sonderbudget verteilt sich entsprechend der Schülerzahlen von 1904 Schülern auf die Mittelschule mit 14 631 Euro (283 Schüler), die Realschule mit 30 141 Euro (583 Schüler) und auf das Gymnasium mit 53 664 Euro (1038 Schüler).

Schule mit anderer Atmosphäre

Landrat Schneider nannte dann "die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für alle, die mit Schule zu tun haben. Für alle Eltern, die Lehrer und Schüler war das schon eine besondere Situation. Aber in Summa ist es bei uns doch gut gelaufen und wir leisteten dazu auch unseren Beitrag. Bei der Digitalisierung waren wir schon einige Meter weit, aber wir haben noch viel Potential vor uns. Da ist es sehr positiv, dass wir durch Fördermittel so gut unterstützt werden. Wir haben nun die Aufgabe, diese Mittel intensiv einzusetzen."

Die Schulleiter der verschiedenen Schulen beleuchteten dann aus ihrer Sicht die vergangenen Monate. Studiendirektorin Maria Eirich gestand ein, dass das auch Auswirkungen auf die Atmosphäre in der Schule hatte. Sowohl die Aufmerksamkeit als auch der Unterricht hätten sich verändert durch das Auseinandersitzen der Schüler. In der sonst so quirligen Schulstraße habe man fast keine Schüler gesehen, aber diese hätten sich an die Maskenpflicht gehalten. Digital habe man bis Ostern über EMail, aber dann auch mit Videokonferenzen Kontakt aufgenommen und hier habe sich viel getan.

Grundschulrektorin Gisela Schott ging auf die andere Struktur ihrer Schule ein und auf die Notbetreuung, die man über vier Gruppen anbot, auch über die Oster- und Pfingstferien. Mit der Digitalisierung sei man gut vorangeschritten und deswegen freue man sich über die neuen Gelder.

Stellenwert der Schule stieg

Rektor Matthias Weinberger von der Albrecht-Dürer-Mittelschule unterstrich die Bedeutung der sozialen Kontakte und man habe gespürt, "wie gerne die Schüler wieder in ihre Schule gekommen sind und die Schule auch einen anderen Stellenwert erlangt hat. Die Stimmung ist gut und wir hoffen, dass im September eine gewisse Normalität eintritt ohne Kontaktbeschränkungen."

Schulleiter Dr. Hartmut Hopperdietzel von der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule erwähnte den großen Aufwand, aber auch die Tatsache, dass manche Schüler 13 Wochen keine Schule gesehen hätten. Die Aufnahme des Schulbetriebes habe so auch große Dankbarkeit ausgelöst. Die Schwierigkeit sei aber auch, wie die einzelnen Orte durch Internet zu erreichen sei. So sei es ein Unterschied, ob man in Haßfurt oder Prappach wohne. Beim Elternhaus sprach er von einem Copyshop oder von Hilfslehrern. Man müsse zukünftig schauen, wie man die Belastung der Eltern reduzieren könne. "Die Ausstattung unserer Schule ist hervorragend, aber es stellt sich die Frage, wie es mit den Elternhäusern ist."

Unklarheit über Notbetreuung in den Ferien

In diesem Zusammenhang kam man auch auf die Notbetreuung in den nächsten großen Ferien zu sprechen, die ja unmittelbar anstünden. Das Kultusministerium habe hier zwar eine Umfrage bei den Schulen gemacht, "aber auf Kreisebene ist bei uns noch nichts aufgeschlagen", meinte Landrat Wilhelm Schneider. Es kam dann der Hinweis auf den Kreisjugendring, wozu Vorstandsmitglied Susanne Makowski meinte "vom Bayerischen Jugendring aus sollen wir nur ein Angebot machen". Bernhard Ruß hielt es für schwierig, das geeignete Personal zu finden, denn es sei ja nur noch wenig Zeit.

Michael Schlegelmilch interessierte noch die Frage, wie denn die Rektoren das neue Schuljahr angehen wollten. Dabei komme es natürlich darauf an, ob nach den Ferien eine neue Welle komme. Man müsse sich eben auf verschiedene Szenarien vorbereiten, die auch vom KM so gesehen würden. Man fange an wie normal mit veränderten Hygienekonzepten und vielleicht nur der Maske. Die anderen Alternativen wären partielle Schließungen von Schulen oder im schlimmsten Falle flächendeckende Einschränkungen.  Auf jeden Fall sollten auch die Abstände bei den Schülern verringert werden.

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