Haßfurt

Grüne: Stationäre Versorgung auf dem Land wird abgewickelt

Rita Stäblein, Kreisrätin, Krankenschwester und Ethikberaterin aus Eltmann
Foto: Michael Mößlein | Rita Stäblein, Kreisrätin, Krankenschwester und Ethikberaterin aus Eltmann

„Der Beschluss, den Krankenhausstandort Hofheim ganz aufzugeben und in Haßfurt die Geburtshilfe aufzulösen, bedeutet einen tiefen Einschnitt für die Gesundheitsversorgung der Menschen im Landkreis Haßberge“, stellen die Grünen-Bundestagskandidatin Manuela Rottmann und die Kreistagsfraktion der Grünen Haßberge in einer Stellungnahme fest.

Rita Stäblein trug im Verwaltungsrat der Klinik die Entscheidungen mit, „damit unkalkulierbare finanzielle Belastungen nicht weiter den Kreishaushalt einschränken“. Die Gesundheitsversorgung auf dem Land müsse aufrecht erhalten werden, aber auch finanzierbar sein. Stäblein, selbst Krankenschwester und daher mit den Vorgängen in Krankenhäusern bestens vertraut, zeigt sich froh, dass das Haus Ebern nicht zur Diskussion steht, auch, „weil die dortige Palliativ-Station in diesem Haus bestens aufgehoben ist“.

Stäblein und die Kreistagsfraktion hoffen, dass die Bevölkerung in und um Ebern durch die Diskussion nun aufwacht und das Einrichtungsangebot „Krankenhaus am Ort“ mehr nutzt. Dass der Raum Hofheim künftig nicht ohne Gesundheitsversorgung da stehe, sondern diese nur von stationär auf ambulant verändert werde, ist für Rita Stäblein ein Lichtblick: „Damit wird das ambulante Versorgungsangebot im Haßgau erheblich ausgeweitet.“

Die Bundestagskandidatin Manuela Rottmann kritisiert die geplante Schließung der Geburtenstation in Haßfurt. Die Entfernungen, die Schwangere dann überwinden müssten, um in ihr Krankenhaus zu kommen, seien unzumutbar. „Im Kreis Bad Kissingen gibt es seit zwei Jahren keine Geburtshilfestation mehr. Während früher die Geburt im Rettungswagen dort die absolute Ausnahme war, kommt dies mittlerweile etwa zehn Mal pro Jahr vor. Die Frauen schaffen es schlicht nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus. Im Rettungswagen haben sie von der angeblich höheren Versorgungsqualität in den großen Geburtsstationen aber rein gar nichts. Das ist ein Skandal für ein hoch entwickeltes, reiches Land wie Deutschland.

“ Die 44-jährige Juristin war selbst sechs Jahre lang als Gesundheitsdezernentin in Frankfurt/M. für die Krankenhausversorgung und die kommunalen Krankenhäuser verantwortlich. Die Kreispolitiker im Landkreis Haßberge seien an einer unlösbaren Aufgabe gescheitert. Die derzeitige Krankenhausfinanzierung führe dazu, dass die stationäre Versorgung auf dem Land Stück für Stück abgewickelt werde. Das lässt sich mit besserem Management vor Ort genauso wenig lösen wie mit einer Privatisierung.“

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