Haßfurt

Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ für die Haßberg-Kliniken

Freuen sich in gebührendem Abstand über die Auszeichnung als 'Selbsthilfefreundliches Krankenhaus' (von links): Die Vorstandsvorsitzende der Haßberg-Kliniken, Dr. Vera Antonia Büchner, Landrat Wilhelm Schneider, Monika Strätz-Stopfer, Leiterin der KOS und die Selbsthilfebeauftragte der Haßberg-Kliniken Natalja Kruppa.
Freuen sich in gebührendem Abstand über die Auszeichnung als "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" (von links): Die Vorstandsvorsitzende der Haßberg-Kliniken, Dr. Vera Antonia Büchner, Landrat Wilhelm Schneider, Monika Strätz-Stopfer, Leiterin der KOS und die Selbsthilfebeauftragte der Haßberg-Kliniken Natalja Kruppa. Foto: Marco Heumann/Haßberg-Kliniken

Das Netzwerk für Patientenorientierung und Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen in Trägerschaft der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) hat den Haßberg-Kliniken am 30. April als viertem Krankenhaus in Bayern das Gütesiegel "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" für die kommenden drei Jahre verliehen. Darüber informiert die Klinik in einer Pressemitteilung.

"Das ist eine wirklich gute Nachricht in nicht einfachen Zeiten", freut sich Landrat Wilhelm Schneider über die Auszeichnung, die die Haßberg-Kliniken als drittes Krankenhaus  in Unterfranken erhalten haben. "Die Haßberg-Kliniken sind ein Krankenhaus, in dem Ärzte, Pfleger und das gesamte Personal ganz nah am Patienten dran sind", lobt Schneider die Mitarbeiter, die gerade in den Zeiten von Covid-19 gezeigt hätten, mit wieviel Einsatz und Leidenschaft sie ihren Beruf leben. Die Auszeichnung als "Selbsthilfefreundliches Krankenhaus" sei eine Belohnung für die gesamte Belegschaft.

Die Haßberg-Kliniken mit den Häusern Haßfurt und Ebern arbeiten seit Oktober 2018 noch intensiver mit der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Landkreis Haßberge (KOS/Haßfurt) zusammen. Kooperierende Selbsthilfegruppen, KOS sowie Vertreter des Krankenhauses haben ein umfassendes Konzept gemäß der acht Qualitätskriterien erarbeitet, wie Selbsthilfeaktive die Arbeit der Ärzte, Krankenschwestern, Therapeuten und Sozialdienstmitarbeiter unterstützen und ergänzen können.

Imagefilm im Klinik-TV

Die Palette der Bereiche, in denen Veränderungen vorgenommen wurden, ist breit.  Informationsmaterialien (Flyer, Aufsteller oder Roll-Ups), wurden gemeinsam entworfen, produziert und stehen jetzt an prominenter Stelle im Krankenhaus. Ein Imagefilm, der im Klinik-TV läuft, gibt Auskunft über die Zusammenarbeit und das Angebot der Selbsthilfegruppen. Interessierte Patienten und Angehörige können  sich über die Selbsthilfebeauftragte der Kliniken, Natalja Kruppa, oder die KOS über die Arbeit der kooperierenden Selbsthilfgruppen informieren und sich bereits während ihres stationären Aufenthaltes konkrete Hilfestellungen für die Bewältigung ihres Alltags zu Hause geben lassen.

In vierteljährlich tagenden Qualitätszirkeln findet ein regelmäßiger Austausch zwischen der Selbsthilfebeauftragten Natalja Kruppa, KOS-Leiterin  Monika Strätz-Stopfer, den kooperierenden Selbsthilfegruppen und weiteren Mitarbeitern der Haßberg-Kliniken statt. Für das Klinikpersonal bieten Vertreter der Selbsthilfegruppen in Vorträgen ihren Erfahrungsschatz als Betroffene von unheilbaren Krankheiten und mit der Bewältigung ihrer Krankheit an, im Gegenzug stehen Ärzte und Pflegende der Haßberg-Kliniken den Selbsthilfegruppen mit ihrem Expertenwissen zur Verfügung.

Kooperationsvertrag als i-Tüpfelchen

Das i-Tüpfelchen der Bewerbung war der Kooperationsvertrag, der im Oktober 2019 von Landkreis und Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken unterzeichnet wurde. In diesem formalen Beschluss wird der Wille zur dauerhaften Zusammenarbeit und Umsetzung der Qualitätskriterien schriftlich fixiert.

"Wir hatten in all den Monaten immer sehr engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter", freut sich Natalja Kruppa. "Nur miteinander und im steten gegenseitigen Austausch ist es uns gelungen, die Kriterien nachhaltig zu erfüllen." Sichtbar wird die Arbeit nicht nur durch das Zertifikat im Eingangsbereich, sondern auch durch Flyer, den Film oder Wegweiser, die auch für Menschen mit Handicap nutzbar sind. 

"Sie haben große und sehr wirksame Anstrengungen unternommen, die Integration und Beteiligung der Selbsthilfe in ihrem Haus voranzubringen und damit die Patientenorientierung zu verbessern", erklärt Antje Liesner, Koordinatorin des Netzwerkes für Patientenorientierung und Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen, von dem das Gütesiegel vergeben wurde.

"Selbsthilfefreundlichkeit ist ein Bereich, an dem wir weiter dranbleiben werden", macht Dr. Vera Antonia Büchner klar. Die neue Vorstandsvorsitzende freut sich, dass unter ihrem Vorgänger Stephan Kolck die Weichen zum Qualitätssiegel gestellt wurden. "Jetzt wollen wir auch nachhaltig zeigen, dass wir uns die Auszeichnung verdient haben. Das Erfahrungswissen der Selbsthilfe-Aktiven ist für das Fachwissen der Klinik und zum Wohle der Patienten von großem Nutzen."

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