Haßfurt

Haßfurter können der Zeit in die Karten schauen

Die Organisatoren der Postkarten-Ausstellung (von links) Matthias Heyn, Thomas Schindler, Wolfgang Jäger, Petra Hahn-Stöhr, Richard Frantzen, Klaus Kunkel und Annelie Ebert, mit einigen Besuchern, darunter Renate Ortloff vom Landratsamt Haßberge.
Foto: historischer verein | Die Organisatoren der Postkarten-Ausstellung (von links) Matthias Heyn, Thomas Schindler, Wolfgang Jäger, Petra Hahn-Stöhr, Richard Frantzen, Klaus Kunkel und Annelie Ebert, mit einigen Besuchern, darunter Renate ...

Am Donnerstagabend wurde im BIZ Haßfurt eine Ansichtskartenausstellung eröffnet. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des BIZ Haßfurt, der Vhs Haßberge und des Historischen Vereins Landkreis Haßberge. Die Präsentation basiert auf der Wanderausstellung der Kulturstiftung des Bezirks „Der Zeit in die Karten geschaut“ und zeigt auf 15 Schautafeln Entwicklung und Bedeutung der Ansichtskarten. Der Charme der Ansichtskartenausstellung besteht darin, dass die Besucher in der Ausstellung nicht nur allgemein etwas über die Entstehung und Entwicklung der Ansichtskarten erfahren, sondern in einer Zusatzausstellung die örtlichen Veränderungen des Ortsbildes in der Stadt Haßfurt und ihren Stadtteilen beobachten können. Zu den einzelnen Ansichtskarten der Stadt Haßfurt gibt es in zwei Heften, die an den Vitrinen hängen, Informationen, die vom Historischen Verein, genauer gesagt von Petra Hahn-Stöhr, Richard Frantzen und Thomas Schindler, zusammengestellt wurden. In Vitrine 1 ist eine kurzgefasste Geschichte der Postkarte mit Originalbeispielen zu sehen. In Vitrine 2 befinden sich Ansichtskarten mit Motiven der Ritterkapelle und Christuskirche. Hier können die Besucher bei genauem Hinschauen zum Beispiel noch das von Karl Alexander Heideloff entworfene Marienfenster sehen, das im Zweiten Weltkrieg zu Bruch ging. In Vitrine 3 sind vor allem historische Haßfurter Gaststätten abgebildet. Dort sind unter anderem Gasthäuser zu sehen, die es schon lange nicht mehr gibt. Vitrine 4 zeigt die Hauptstraße mit Türmen, Rathaus, Pfarrkirche. Vitrine 5 ist der Stadtsilhouette am Mainufer und den Brücken gewidmet. Vitrine 6 zeigt Ansichtskarten aus den Stadtteilen Augsfeld, Mariaburghausen, Prappach, Ober- und Unterhohenried, Sailershausen, Sylbach, und Uchenhofen. Und in Vitrine 7 sind Lithografien aus den Jahren 1896 bis 1907 sowie Ansichtskarten ausgestellt, die Bezug auf bestimmte Jubiläen und Veranstaltungen in der Stadt Haßfurt nehmen. Die Postkarten wurden von Richard Frantzen, Matthias Heyn, Thomas Schindler, dem Stadtarchiv Haßfurt und dem Historischen Verein zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu einem Brief bieten Ansichtskarten die Möglichkeit, nicht nur Worte, sondern auch bildliche Eindrücke von den Reisen an Freunde und Verwandte zu schicken. Dadurch konnte man früher, als Fotoapparate noch teuer waren und die Fotografien noch chemisch entwickelt werden mussten, einfach und schnell Bilder von den Reisezielen nach Hause schicken. Und es waren ja auch Bilder, die Profis gemacht hatten, die die Reiseziele von ihren besten Seiten und unter guten Wetterbedingungen festhielten. So konnte das Urlaubsziel zu Hause in bestem Licht erscheinen und entsprechenden Eindruck machen.

Gesammelte Ansichtskarten bieten nicht nur einen Blick auf die vermeintlich interessantesten Objekte einer Gegend, sie bieten auch einen Blick auf deren Geschichte. Denn die Abbildungen zeigen typischerweise berühmte Bauwerke, bekannte Plätze, Sehenswürdigkeiten oder charakteristische Ansichten der besuchten Gegend. Der Siegeszug der Ansichtskarte erfasste auch die Stadt Haßfurt. Inzwischen war der Tourismus angewachsen, der besonders durch den Bau der Eisenbahn gefördert wurde. 1852 wurde die Strecke von Bamberg über Haßfurt nach Schweinfurt eröffnet. Zwei Jahre später, 1854, kam der Abschnitt von Schweinfurt nach Würzburg und Aschaffenburg dazu und damit waren 1854 die Stadt Haßfurt und ihre Umgebung näher an die Welt herangerückt. Neben dem aufkommenden Tourismus förderten Kriegsereignisse die Verbreitung der Postkarte. Während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 gab es die erste Verwendung von Postkarten in größerem Umfang, da die Feldpost gebührenfrei befördert wurde. Die Blütezeit der Ansichtskarten war von 1897 bis 1918. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Ansichtskarte mit der Reisewelle der 1950er und 1960er Jahre einen erneuten Aufschwung.

Die Ansichtskartenausstellung kann bis zum 19. April während der Öffnungszeiten im Untergeschoss des BIZ am Marktplatz in Haßfurt kostenlos besichtigt werden.

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