Hofheim

Hofheimer Hobby-Mineraloge stellt 200 Mineralien-Schätze aus

Der Mineraloge Klaus Haase neben einem prachtvollen Granitfindling 'Arctic green' aus dem Ort Lappeenranta (Finnland).
Der Mineraloge Klaus Haase neben einem prachtvollen Granitfindling "Arctic green" aus dem Ort Lappeenranta (Finnland). Foto: Werner Mock

"Wir sind mit den Sternen verwandt, denn wir alle bestehen aus Sternenstaub!" Mit dieser Aussage verbindet Klaus Haase seine Ehrfurcht und Begeisterung, dass nach heutiger Erkenntnis die Sonne mit ihrer Hitze den Staub um sich herum verklebte und so Gesteinsplaneten entstanden. Seit es unsere Erde gibt, also seit ungefähr 3,5 Milliarden Jahren, bilden sich Mineralien und diese haben es Klaus Haase angetan. In Hofheim, in der ehemaligen Buchhandlung "Die Bücherkiste", neben der Eisdiele "Dolomiti" gibt es über 200 Mineralien-Schätze aus den verschiedensten Ländern, die dort zu bewundern und zu bestaunen sind.

Rechts neben der Eingangstüre dominieren drei "Schönheiten": ein großer Amethyst (Minas Gerais, Brasilien), ein Labradorit (Feldspat, Madagaskar) und ein Turmalin ebenfalls aus Brasilien. Wenn der Diplomingenieur in die Vielzahl seiner Vitrinen blickt, kann er die eigene Faszination zu seinen Fundstücken nicht verbergen. Darin liegen glänzende, schillernde und matte Steine in verschiedensten Farben und Farbnuancen und jedes Exemplar hat seine eigene Geschichte.

Hobby-Mineraloge zeigt Fundstücke

"Wo Silizium enthalten ist, werden die Steine grüner, wie zum Beispiel dieser Aktinolith. Auch die Haßberge haben viel zu bieten wie diesen Olivin, der aus dem Steinbruch in Maroldsweisach stammt und zu den Silikaten gehört. Hier ein Talk (Steatit genannt), den man leicht biegen kann; der Goethit steht im Zusammenhang mit Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter war ein eifriger Mineraliensammler und 1806 wurde dieses Mineral nach ihm benannt", sprudelt es förmlich aus dem Mund des Hobby-Mineralogen heraus. Ebenso berichtet er, dass der Lapislazuli (Lasurit) einer der Steine ist, in welchem die meisten Mineralien gebunden sind und dass durch die Auflösung der Sowjetunion der Besitz dieses Exemplars für ihn erst möglich wurde.

Viele Sammler konzentrieren sich auf das Sammeln bestimmter Steine. Nicht Klaus Haase, für ihn gibt es hier eine große Bandbreite. In der Vielzahl der Mineralien hat er einen persönlichen Lieblingsstein, einen Nathrolit aus dem Basaltbruch Maroldsweisach. Doch alle Fundstücke liegen ihm am Herzen. Er kennt deren physikalische Eigenschaften und hat sie auf großen Tafeln, die an den Wänden hängen, nach der sogenannten Mineralogischen Tabelle im Detail benannt.

Interesse im Naturkundeunterricht geweckt

Im Naturkundeunterricht in der fünften Klasse der Volksschule Aidhausen hat der junge Klaus erstmals von Lehrer Ring etwas über Mineralien erfahren und sein Interesse wurde mit dem Satz geweckt, der noch immer in bester Erinnerung ist: "Feldspat, Quarz, Glimmer, die drei vergess` ich nimmer." Und so ist Klaus im Teenageralter mit seiner Freundin Gerda des Öfteren mit dem Fahrrad nach Albersdorf bei Jesserndorf in den Steinbruch gefahren, wo Dolomit abgebaut wurde, um Steine zu sammeln.

Ein großer Labradorit (Madagaskar) in seinen leuchtenden, schillernden Farben.
Ein großer Labradorit (Madagaskar) in seinen leuchtenden, schillernden Farben. Foto: Werner Mock

"Mein geplanter beruflicher Weg war Toningenieur, was ich auch an der Technischen Universität Berlin studierte. Später habe ich mein Studium auf Bauingenieurwesen umgestellt und im Fach Mineralogie und Fachliteratur Wissen und Erkenntnisse erlangt, die meine Sammelleidenschaft verstärkten", so Haase.

Vor 40 Jahren nach Peru gereist

Vor 40 Jahren organisierte der Bayerische Bauindustrieverband eine Reise nach Peru und Brasilien. Der Hobby-Mineraloge konnte dort etliche Fundstücke erwerben. Von nun an ging Haase auf Mineralienmessen und Börsen, wo er den größten Teil seiner Steine erwarb. Auch Ehefrau Gerda ist vom Hobby ihres Mannes begeistert. Obwohl er leidenschaftlicher Sammler ist und immer versuchte, die Sammlung zu erweitern, hat er sich selbst finanzielle Grenzen gesetzt.          

Wenn er mehrere Mineralien von einer Sorte hatte, wurden diese nie verkauft, sondern stattdessen am liebsten an Kinder verschenkt. Dass der Dipl. Ing. Klaus Haase ein Buch geschrieben hat mit dem Titel "Mineralien unserer Erde", in dem er 124 seiner Mineralien fotografisch und textlich dargestellt hat, dürfte den Wenigsten bekannt sein. Jedes seiner Minerale ist ein Unikat und der 79-jährige Verfasser wünscht sich von Herzen, dass seine Enkelkinder Spaß an der Mineralogie finden, um diese außergewöhnliche Sammlung weiterzuführen.

Wer die beeindruckenden Schätze (nach terminlicher Vereinbarung) bestaunen und eine fachliche Führung in das Reich der Mineralien erleben will, hat die Möglichkeit, sich mit Klaus Haase unter Tel.: (09523) 6105 in Verbindung zu setzen. Der Eintritt ist frei.  

Ein beeindruckender Pyrit aus Spanien, der weder geschliffen noch in irgendeiner Art bearbeitet wurde.
Ein beeindruckender Pyrit aus Spanien, der weder geschliffen noch in irgendeiner Art bearbeitet wurde. Foto: Werner Mock

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