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Kommentar: Landkreis Haßberge wäre eine gute Wahl als Modellregion

Für den Testlauf zum Weg aus dem Lockdown bevorzugt Bayern Städte als Modellregionen. Aber wäre es nicht auch interessant, einen ganzen Landkreis zu beobachten?
Eine Schülerin zeigt einen negativen Corona-Schnelltest (Symbolbild). Bald könnten mit solchen Tests in ausgewählten Modellregionen auch wieder Einkauf und Restaurantbesuch möglich sein. Dass der Landkreis Haßberge dazu gehört, ist aber unwahrscheinlich.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa | Eine Schülerin zeigt einen negativen Corona-Schnelltest (Symbolbild). Bald könnten mit solchen Tests in ausgewählten Modellregionen auch wieder Einkauf und Restaurantbesuch möglich sein.

Der Landkreis Haßberge will Modellregion werden. Das würde für Bürger und Gewerbetreibende bedeuten, dass sie wieder ein paar mehr Freiheiten bekommen: Wer einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest vorlegen kann, darf wieder in Geschäfte oder Restaurants gehen. Ministerpräsident Markus Söder geht es bei diesem Modellversuch vor allem darum, erst an einzelnen Orten zu sehen, ob die Taktik funktioniert, bevor die Entscheidung fällt, ob das Konzept in ganz Bayern umgesetzt wird.

Haßbergkreis nicht die erste Wahl

Dafür haben sich viele Kommunen als Modellregionen beworben. Der Landkreis Haßberge will dabei vor allem mit einem gut ausgebauten Netz an Teststationen punkten. Dennoch zeigt sich Landrat Wilhelm Schneider wenig optimistisch: Er wisse schon, dass ganze Landkreise als Modellregionen nicht die "erste Wahl" seien, bevorzugt würden einzelne Städte. Auch wenn die Bayerische Staatsregierung die Entscheidung über die Modellregionen am Mittwoch noch einmal um zwei Wochen verschoben hat: Schneider rechnet seinem Landkreis wenig Chancen aus, dabei zu sein.

Warum nur Städte?

Aber warum will Bayern lieber Städte zu Modellregionen machen als ganze Kreise? In der Pressekonferenz, in der Markus Söder bekannt gab, dass die Entscheidung aufgeschoben wird, sagte er noch, man wolle die Modellregionen unterschiedlich behandeln, um besser vergleichen zu können, welche Maßnahmen wirken und welche nicht. Wäre es da nicht auch sinnvoll, sehr unterschiedliche Regionen zu testen? Warum nur Städte?

Was macht das Virus auf dem Land?

Es wäre doch auch interessant, zu beobachten, welche Wirkung die Maßnahmen dort entfalten, wo eine Modellregion eben kein großes Gebilde mit vielen Einwohnern auf einem Haufen ist, sondern ein Netz aus vielen kleineren Orten. Sicher hat auch die Siedlungsdichte einen Einfluss auf die Ausbreitung des Virus. Deshalb sollte die Bayerische Regierung bei ihrem Modellversuch den ländlichen Raum nicht aus den Augen verlieren.

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