Ebern

Krankenhaus Ebern: Unterschreiben gegen den schleichenden Tod

Am Samstag startet die Aktionsgruppe "Schluss mit Kliniksterben in Bayern" eine Unterschriftensammlung zum Erhalt der chirurgischen Abteilung am Krankenhaus Ebern.
Mit einer 'Traueranzeige' gedenken Katja Stetter (Mitte) und ihre Mitstreiterinnen des Verlustes von wichtigen Abteilungen des Krankenhauses Ebern in naher Zukunft.
Foto: Christian Licha | Mit einer "Traueranzeige" gedenken Katja Stetter (Mitte) und ihre Mitstreiterinnen des Verlustes von wichtigen Abteilungen des Krankenhauses Ebern in naher Zukunft.

Die Aktionsgruppe "Schluss mit Kliniksterben in Bayern" startet am Samstag, 26. Juni, eine Unterschriftensammlung zum Erhalt der chirurgischen Abteilung am Krankenhaus Ebern. Die Aktionsgruppe hatte unter der Federführung des früheren Sulzbach-Rosenberger Klinikvorstandes Klaus Emmerich bereits am 1. Juni dieses Jahres die gleichnamige Online-Petition "Keine Schließung der Haßberge Klinik Ebern" angestoßen. Nach Auskunft der Aktionsgruppe haben sich in kürzester Zeit bereits rund 2800 Personen im Internet dafür ausgesprochen, das medizinische Leistungsangebot des Krankenhauses Ebern nicht zu schmälern.

Für Erhalt der kleinen Krankenhäuser

Nach Ansicht der Organisatoren der Unterschriftenaktion - im Raum Ebern vertreten durch den Eberner Bürger Klaus Junge und den Pfarrweisacher Gemeinderat Klaus Dünisch - gehören Krankenhäuser zur Daseinsvorsorge. Das Krankenhaus Ebern decke als Allgemeinkrankenhaus exakt diejenigen Fachbereiche ab, die seit Mitte 2018 Mindestvoraussetzung für eine Notfallversorgung seien: Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie. "Sie sind von unschätzbarer Bedeutung für die Bevölkerung", so die Aktionsgruppe.

Verringertes Angebot nicht zulässig?

Mit der Entscheidung, die OP-Abteilung, die Anästhesie, die Chirurgische Station, die Zentrale Patientenaufnahme, das Labor sowie Röntgen aufzugeben, entfalle teilweise die Möglichkeit einer Erstversorgung der Patienten, so die Initiatoren, vor allem bei Unfällen und unvorhersehbarem Krankheitsverlauf. Aufgrund steigender Strukturanforderungen sei es absehbar, befürchten die Unterschriftensammler, dass der Betrieb von Krankenhäusern mit verringertem Leistungsangebot, insbesondere ohne chirurgisches Angebot, mittelfristig nicht mehr zulässig sei. Die gestufte Notfallversorgung sei ein erster Schritt in eine gestufte Versorgung der Allgemeinkrankenhäuser insgesamt.

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Droht mittelfristig gar das "Aus"?

Die vom Landkreis Haßberge angestrebte Kombination aus Altersmedizin inklusive Palliativmedizin, Kurzzeit- und Übergangspflege werde den aktuell geforderten Notfallstrukturen nicht gerecht. Krankenhäusern, die diese Vorgaben nicht erfüllen, könnte die Betriebserlaubnis entzogen werden. Mittelfristig drohe gar ein "Aus" des Standorts Ebern als akutstationäres Krankenhaus, sollte das Leistungsspektrum entsprechend gekürzt werden, so die Sorge der Initiativmitglieder.

Stimmkarten im Postkarten-Langformat

Es habe daher zahlreiche Bitten und Nachfragen gegeben, so die Vertreter der Initiative in einer Verlautbarung, die laufende Petition auch schriftlich vor Ort auszulegen, "nicht nur in der digitalen Welt". Da die Formulare zur Unterschriftensammlung nun fertig gedruckt seien, müssten diese nur noch an den Mann gebracht werden. Die Aktionsgruppe habe sich gemeinsam mit den regional Aktiven für gelbe Stimmkarten im Postkarten-Langformat entschieden. Auf jeder Karte sei der Petitionstext abgedruckt und auf jeder Karte sei Platz für jeweils eine Unterschrift. Damit solle jedem Interessierten Gelegenheit gegeben werden, die ausgelegten Stimmkarten mit nach Hause zu nehmen, in Ruhe durchzulesen und dann auszufüllen. Jeder Unterzeichner benötige eine eigene Stimmkarte. Gegebenenfalls könnten aber auch mehrere Stimmkarten für Freunde oder Familienmitglieder mitgenommen werden.

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Die Unterschriften bekommt der Landrat

Die ausgefüllten und unterschriebenen gelben Stimmkarten können die Petenten in die aufgestellten Sammelbehälter in bestimmten Supermärkten einwerfen. Wer möchte, darf seine Karte auch gleich direkt im Supermarkt unterschreiben und in die dortige Sammelbox geben. In diesem Fall rät die Aktionsgruppe dazu, aufgrund der Hygienebestimmungen einen eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Auslagestellen sind in Ebern der Edeka-Markt Rother in der Bahnhofstraße 8 und der Rewe-Markt in der Carl-Benz-Straße 1. "Nach Abschluss der Sammlung werden alle Unterschriften an Landrat Wilhelm Schneider übergeben", verspricht die Aktionsgruppe.

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