Hofheim

Lernbox für unterschiedliche Arbeitsformen

Mit einem Tablet scannt Konrektor Frank Ziegler den Code auf dem T-Shirt von Schülersprecher Jan Weichselfelder. Auf dem Mini-Computer erscheint dann alles Wissenswerte rund um den menschlichen Körper.
Foto: Christian Licha | Mit einem Tablet scannt Konrektor Frank Ziegler den Code auf dem T-Shirt von Schülersprecher Jan Weichselfelder. Auf dem Mini-Computer erscheint dann alles Wissenswerte rund um den menschlichen Körper.

Seit Februar ist sie fertig! Nun wurde sie offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt - die Lernbox an der Jacob-Curio-Realschule in Hofheim. Die Box ist ein Raum, die den Schülern unterschiedliche Arbeitsformen ermöglicht, sagte Schulleiter Stefan Wittmann, der zusammen mit Konrektor Frank Ziegler Landrat Wilhelm Schneider, Bürgermeister Wolfgang Borst und die Elternbeiratsvorsitzende Britta Lutz begrüßte. Entschuldigen ließ sich Digitalministerin Dorothee Bär, die bei einem kurzfristig angesetzten Termin in München gebunden war.

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Der Raum der Lernbox ist behutsam durch Regalelemente in zwei Bereiche aufgeteilt, wobei der vordere Bereich Gruppenarbeitsplätze, Präsentationsflächen und ein interaktives Tafelsystem bereithält. Der hintere Bereich zeichnet sich durch gemütliche Lounge-Möbel aus und schafft eine entspannte Atmosphäre für spielerische und ruhige Lernmomente.

Fensterfront hilft bei der Interaktion

Grundgedanke der Lernbox ist es, in räumlicher Nähe zu den Klassenstufen 9 und 10 einen Ort zu schaffen, der die Durchführung unterschiedlicher neuer Lern- und Arbeitsphasen praktisch ermöglicht und das bei gleichzeitig parallel laufendem Unterricht oder auch in eigenverantwortlichen und selbstorganisierten Arbeitsgruppen. So kann beispielsweise eine Lehrkraft während des Unterrichts Kleingruppen in die Lernbox schicken, um Unterrichtsstoff zu recherchieren, aufzubereiten und für die Klasse zu erarbeiten. Die visuelle Beziehung zwischen Klassenzimmer und Lernbox bleibt durch eine Fensterfront bestehen. Eine Interaktion mit den Schülern und auch die Beobachtung der Arbeitsphasen durch die Lehrkraft ist möglich.

Der angrenzende Debatten- und Präsentationsraum ist vor allem im Bereich der Projektpräsentation nutzbar, aber auch für Referate und Ähnliches. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Einüben der freien Rede, Diskussion und Argumentation. Der Raum ist daher ausgestattet mit einem interaktiven Panel, einem Podest mit Rednerpult und einer „Parlamentsbestuhlung“. Wie Schulleiter Wittmann erklärt, ist es das Ziel, ein Gefühl dafür zu transportieren, wie bestimmte Situationen des freien Sprechens an exponierter Stelle auf den Redner wirken. Ausgestattet ist die Lernbox mit Gruppenarbeitstischen, PC-Arbeitsplätzen, Drucker- und Präsentationlösungen und modernen Laptops. Die Einbindung und Vernetzung wird durch ein WLAN-Netz ermöglicht.

Spezielles Flurkonzept

Auch der Gangbereich wird sinnvoll genutzt und wurde als Flurkonzept in die besondere Struktur der Jacob-Curio-Realschule eingefügt. Mit brandschutzkonformen und zertifizierten pädagogischen Flurmöbeln wurden Orte in den Fluren geschaffen, an denen Lernen, Begegnung, Förderung, Teamarbeit und selbstorganisiertes Lernen zu jedem Zeitpunkt und in jeder Unterrichtsstunde möglich wird. Trotz der Tatsache, dass die Jacob-Curio-Realschule mittelfristig wohl nicht in eine Generalsanierungsmaßnahme aufgenommen wird, entstünden W§durch dieses Flurkonzept dennoch neue „Lernorte“ und moderne pädagogische Inseln, so Wittmann.

Den Fortschritt der Digitalisierung veranschaulichte Konrektor Frank Ziegler den Gästen. Schülersprecher Jan Weichselfelder hatte für den Termin extra ein spezielles T-Shirt angezogen, das mit einem Code versehen ist. Wird dieser mit einem Tablet gescannt, führt dieses den Benutzer quasi durch den menschlichen Körper. Spielerisch kann so das Wissen rund um die Organe erweitert und das eigene Innenleben erforscht werden.

Als nächster Schritt des innovativen Raumkonzeptes der Jacob-Curio-Realschule ist eine sogenannte Makersbox geplant. Im Unterrichtsalltag können dort dann beispielsweise im IT- beziehungsweise CAD-Unterricht angefertigte 3D-Modelle entsprechend praxisnah ausgedruckt werden. Aber auch Schülerarbeitsgemeinschaften können etwa mit entsprechenden Softwarelösungen deren Plakatentwürfe drucken, Projektpräsentationen werden professionalisiert und im Fach BWR ließe sich eine komplette Geschäfts- bzw. Produktentwicklung real buchhalterisch begleiten. 

Qualität ist wichtiger als Quantität

Landrat Wilhelm Schneider betonte, dass für den Landkreis als Sachaufwandsträger für die vier Realschulen im Landkreis nicht die Quantität, sondern die Qualität entscheidend sei. Es müsse nicht immer ein Neubau sein, denn auch mit vergleichsweise geringen Mittel ließen sich Projekte finanzieren, die Eigenverantwortung und den Lernerfolg der Schüler fördern. Schneider dankte auch Bürgermeister Borst, mit der Stadt Hofheim sei immer eine gute Zusammenarbeit Hand in Hand möglich.

Und was sagen die Schüler zu der neuen Lernbox? Die Schülersprecher Amelie Werner, Maximilian Kurzweil und Jan Weichselfelder waren sich einig: "Wir sind extrem dankbar, dass wir an der Jacob-Curio-Realschule sein dürfen." Mit dem zukunftsweisenden Raumprojekt mache das Lernen viel Spaß und fördere auch die Zusammengehörigkeit.

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