EBERN

Kündigungen und Kundgebung

Der Streit um die Bildung eines Betriebsrats bei der Eberner Firma „Uniwell“ nimmt an Schärfe zu. Nach fristlosen Kündigungen, bei denen gar ein Hausverbot ausgesprochen worden war, so die IG Metall in Bamberg, plant die Gewerkschaft nun am Freitag eine Solidaritätskundgebung auf dem Eberner Marktplatz.

„Es sind Zustände wie im letzten Jahrhundert. Die können so nicht hingenommen werden“, erklärt der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle in Bamberg, Dieter Reichert, im Gespräch mit dieser Zeitung. Und meint damit unter anderem die Entlassungen, die es bei „Uniwell“ in den vergangenen Tagen seinen Schilderungen zufolge gegeben hat. Zwölf Mitarbeiter haben demnach die Kündigung erhalten.

Warum für Reichert die Vermutung naheliegt, dass diese Kündigungen im Zusammenhang mit der Betriebsratswahl stehen: Unter den fristlos gekündigten hätten sich auch sechs von sieben Wahlvorständen oder Ersatzleuten für den Wahlvorstand befunden, erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Den Mitarbeitern sei gekündigt worden, von denen erkennbar sei, dass sie für einen Betriebsrat oder die IG Metall da sind, so der zweite Bevollmächtigte der Bamberger IG Metall weiter.

Dass die Kündigungen aus betriebsbedingten Gründen geschehen seien, weil zu wenig Arbeit da sei, wie ihm berichtet wurde, passe nicht zu der Tatsache, dass den Gekündigten gleich auch noch Hausverbot erteilt worden sei. Reichert: „So etwas habe ich noch nie gehört.“ Er vermutet dahinter vielmehr „politische Gründe“ des Unternehmens. Mit der Produktion könne es wohl kaum zu tun haben, so Reichert weiter, denn noch vor kurzem habe die Geschäftsleitung bei einem Besuch der CSU verlauten lassen, dass genug Arbeit vorhanden sei. Für die IG Metall sind die Gründe eine „vorgeschobene Begründung“.

Rechtlicher Beistand

Die IG Metall werde den Betroffenen, die zum Teil mehr als ein Jahrzehnt im Betrieb tätig sind, rechtlichen Beistand bieten und auch Kündigungsschutzklagen einleiten.

Was bei Uniwell passiere, „das ist so eindeutig gegen das Betriebsverfassungsgesetz, dass es von einer demokratischen Öffentlichkeit nicht hingenommen werden kann“, so Reichert weiter. Und aus diesem Grund wolle man auch zusammen mit anderen Gruppen auf die Situation bei Uniwell hinweisen. Dies soll mit einer Kundgebung auf dem Eberner Marktplatz am kommenden Freitag, 5. Oktober, passieren. Beginn ist um 15 Uhr, teilte Dieter Reichert am Mittwoch mit.

Zu einer Stellungnahme für diese Zeitung war die Geschäftsleitung von Uniwell weder am Montag noch am Dienstag telefonisch zu erreichen.

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