Weißenbrunn

Kulturelles Zentrum: Kunst und Musik hinter alten Mauern

_
Foto: Günther Geiling

Das Schloss Weißenbrunn galt als verstecktes Schloss in den Haßbergen. Ab sofort soll es mehr ins Licht rücken. Dafür sorgen die Kirchenmusikerin Pia Praetorius und ihre Ehemann Wolfgang Kropp. Im Rahmen einer Einweihungsfeier stellten sie ihr neues Domizil Gästen und der Öffentlichkeit vor und gaben mit Musik-Ensembles einen „Vorgeschmack auf Kommendes“.

Weißenbrunn scheint im Hochmittelalter der Sitz eines Niederadelsgeschlechtes gewesen zu sein. Später gehörte die Herrschaft den Herren von Raueneck, den Fuchs und anderen. 1606 veräußerte der Zeiler Kastner Johann Rudolph Moser das Rittergut an den Generalfeldmarschall-Leutnant Franz Philipp von Boyneburg, dessen Familie bis 1749 im Ort war. Ausgerechnet ein Dachziegel des heutigen Schlosses ist auf 1723 datiert und tatsächlich dürfte der Bau um diese Zeit begonnen worden sein.

Nach 1749 war der Herrensitz etwa 50 Jahre im Besitz derer von Oberkamp, anschließend wechselten die Schlossherren häufig, bis 1907 die Familie Schönlau den Gutsbetrieb übernahm. Sie bewohnte das Schloss fast 100 Jahre und seit 1980 war der Bamberger Steinrestaurator Ulrich Bauer-Bornemann Besitzer und hat es über Jahre hinweg renoviert.

Vor zwei Jahren haben Praetorius und Kropp das Schloss gekauft – mit der Idee, im Schloss Weißenbrunn ein kulturelles Zentrum und ein Zentrum für Alte Musik zu schaffen. „Hier spielt die Musik! Mit ihr will ich aber auch die Kunst und Kultur in den Mittelpunkt stellen. Dabei will ich auch stärker mit Musikschulen zusammenarbeiten. Ab Herbst wird es auch Konzerte geben“, betonte Pia Praetorius vor den Gästen.

Im Schloss spielte jetzt schon die Musik auch optisch eine große Rolle. Im Musiksalon, der ungefähr 40 Zuhörern Platz bietet, stehen zwei alte Instrumente: ein Hammerflügel aus der Zeit um 1790 und ein Flügel aus der Zeit um 1870. Das Angebot werde vielseitig sein, und Praetorius wies auf ein erstes Projekt im Rahmen eines Kinderbuchprogrammes hin, mit dem Kinderbuchautor Jörg Hilpert und Musik aus der Renaissance. Die Premiere werde im Herbst in Köln sein, aber eine Art „Vorpremiere“ im Schloss Weißenbrunn.

In der neuen Akademie im Barockschloss wolle sie unterschiedliche Stilrichtungen und weltliche Musik in ihr Schaffen einbeziehen. Zugute komme ihr hierbei, dass mit dem Schloss auch ein Gästehaus mit vier Appartements verbunden ist, das als Tagungsstätte für Musiker diene sowie zu bestimmten Zeiten als private Ferienwohnungen.

Renommierte Musiker

Vor zahlreichen Gästen im schönen Barockgarten erklangen Werke und Melodien von „I Fedeli“, einem Ensemble aus Basel und seinem Programm mit vokaler und instrumentaler Musik aus dem 16. Jahrhundert, auch mit dem Cornetto. In der „Kulturscheune“ begeisterten später die japanische Musikerin Aki Noda-Meurice (Orgel) und Felix Very (Geige). Noda-Meurice ist Hauptorganistin an der Gellertkirche in Basel und Organistin im Dom zu Arlesheim sowie als Solistin und Continuospielerin bekannt.

Für die zahlreichen Gäste, Ehrengäste und Vertreter der Handwerksbetriebe, die bei der Renovierung mitgewirkt hatten, war es eine gelungene Eröffnungsfeier, bei der man spürte, dass in das Schloss Weißenbrunn wieder Leben eingekehrt und „Musik drin ist“.

_
Foto: Günther Geiling
_
Foto: Günther Geiling
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Haßberge und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Weißenbrunn
Günther Geiling
Musikensembles
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!